Prüfaufgaben in der industriellen Bildverarbeitung sind so vielfältig, wie die Objekte selbst, die mit dieser Technologie geprüft werden. Viele Inspektionsabläufe lassen sich heute zwar mit Standardprüfwerkzeugen in wenigen Minuten per Mausklick erstellen, besonders bei anspruchsvollen Aufgaben, führt jedoch meist nur das Entwerfen und Programmieren einer dedizierten Prüfroutine zu einem optimalen Ergebnis. Dabei führt oftmals erst eine empirische Herangehensweise mit wiederholter Optimierung und Validation zum Ziel. Ein möglichst großer Fundus an Vision-Tools, welche im Idealfall ohne großes Spezialwissen miteinander kombinierbar und austauschbar sind, erleichtert diesen Prozess. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass mit fortschreitendem Eintauchen in die Tiefen eines Quellcodes, die Anforderungen an das Know-how und die verfügbarer Zeit des Programmierers steigen. Eine Tatsache, die es selbst fortgeschrittenen Anwendern bislang erfolgreich versagte, einen neuen Prüfansatz einfach \’mal schnell\‘ zu probieren. Die Kombination Vision P400 und Halcon erlaubt nun das Erstellen, Überprüfen und Optimieren von Prüfroutinen in einem Bruchteil der bisherigen Zeit. Vision P400, bereits selbst mit einer Vielzahl an Prüftools ausgestattet, dient in dieser Konstellation als Grundgerüst für individuelle Prüfroutinen. In dieser Funktion übernimmt die Software grundlegende Aufgaben wie z.B. Bildaufnahme, Bildhandling, Ergebnismanagement sowie das Ansprechen unterschiedlicher Schnittstellen. Um diesem Grundgerüst eine spezielle Prüfroutine hinzuzufügen, wird diese zunächst in der von MVTec angebotenen Entwicklungsumgebung HDevelop erstellt. Die graphische und interaktive Programmiersoftware ermöglicht ein schnelles Programmieren eines sogenannten HDev-Skripts. Dabei steht dem Anwender die komplette Halcon-Bibliothek mit über 1.800 Operatoren aus den Bereichen Blob-Analyse, Morphologie, Matching, Vermessung, Identifikation, Kalibrierung, 3D-Vision und, seit Version 11, auch Sample-basierte Identifikation zur Verfügung. Dank der sog. PHI-Schnittstelle (Panasonic Halcon Interface), kann das erzeugte HDev-Skript direkt und ohne Konvertierung in die Software integriert werden. Dazu kopiert man die Skriptdatei lediglich in einen bestimmen Unterordner der Vision P400 Installation und schon erscheint beim nächsten Softwarestart ein entsprechendes Icon in der Werkzeugleiste. Das neue Prüfwerkzeug (Checker) hat sein eigenes Eigenschaftsfenster, welches ein Verändern von Parameter ermöglicht. Der neue Checker verhält sich im Gesamtkontext so, als sei es ein Vision P400 eigener Checker bzw. Algorithmus. Die Implementierung geht sogar soweit, dass man beide Softwarepakete parallel laufen lassen kann und Skriptänderungen, die unter HDevelop getätigt und gespeichert werden, direkt übernommen werden. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit des interpretierten Skriptes nur marginal von einem in C++ programmierten Checker gleicher Funktionalität unterscheidet. Fazit Sicherlich, die vorgestellte Rapid-Applikation-Development Lösung, die auf dem Zusammenspiel von Vision P400 und Halcon steht, wird keinen Laien zum Bildverarbeitungsexperten befördern. Ein gewisses Grundverständnis für die Bildverarbeitung und grundlegende Programmierung vorausgesetzt, ist sie aber eine elegante Möglichkeit, schnell und effizient von einer Idee zu einem ersten Prototypen zu gelangen. Messehinweis Vision: Halle 1, Stand B31
Maßanzüge für jedermann
Rapid Application Development
Der Spagat zwischen anspruchsvoller Individualprogrammierung einerseits, sowie einer schnellen und empirischen Verifizierung des gewählten Prüfansatzes andererseits, kann jetzt aufgelöst werden: Die Kombination aus der Parametriersoftware Vision P400 und der Bildverarbeitungsbibliothek Halcon erlaubt das Erstellen, Überprüfen und Optimieren spezifischer und auch komplexer BV-Prüfroutinen mit einem Bruchteil des Aufwandes, der bisher für derartige Schritte notwendig war.
Panasonic Electric Works Europe AG
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