Rudolph Loh gründete 1961 in Rittershausen die Firma Rittal und legte mit der Serienproduktion von Schaltschränken den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. Die Gehäuse für elektrische Steuerungen sollten in definierten Größen serienmäßig hergestellt und ab Lager ausgeliefert werden. Nachdem führende deutsche Automobilhersteller bereits zehn Jahre später den Rittal Schaltschrank zum Standard erklärten, setzte sich das Konzept sehr schnell flächendeckend durch. Erfolgsstrategie Auf einer Pressekonferenz anlässlich des Unternehmensjubiläums beschrieb der Sohn des Gründers und heutige Unternehmenslenker Friedhelm Loh die Gründe für den Erfolg des Unternehmens. Dabei unterstrich er die unternehmerische Leistung von Gründer Rudolf Loh. Dazu kamen und kommen noch heute: Zielorientierung und die Ausrichtung am Kunden, Fleiß, der Wille zum Erfolg, Neugierde, Mut zum Experiment und die Tugend, nicht mehr Geld auszugeben, als man verdient hat. Das hat Rittal, größtes Unternehmen in der Friedhelm Loh Group, derart wachsen lassen, dass die Unternehmensgruppe, die 11.500 Mitarbeiter beschäftigt, für 2011 einen Umsatz von 2,2 Mrd Euro erwartet, alleine in diesem Jahr sind weitere 800 neue Mitarbeiter dazugekommen. Rittal gehört damit zu den nur sechs deutschen Unternehmen, die bei Umsatzwachstum und Umsatzrendite im Vergleich der 2.000 weltweit umsatzstärksten Unternehmen führend sind*. Internationalisierungsstrategie Die frühe Internationalisierung, die bereits 1964 mit einer Niederlassung in den Niederlanden begann, hat den außerordentlichen Erfolg erst möglich gemacht, erläuterte Loh in seiner Rede. In 40 Jahren wurden international 63 Gesellschaften aufgebaut. Die Internationalisierung folgte stets dem Ziel, neue Märkte zu erobern, diese mit dem gleichen Service zu beliefern, wie den deutschen Markt und damit Arbeitsplätze auch hierzulande zu sichern. Die Internationalisierung ist auch die Basis, um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Regionen, wie Brasilien, Russland, China und Indien. \“Ohne Investitionen kein Wachstum\“, bekräftigte Friedhelm Loh und stellte in Aussicht, dass die Produktion in Shanghai in naher Zukunft umfangreich erweitert wird. 40 bis 50 Millionen Euro werden hier investiert. Auf Wachstumskurs ist auch die Tochtergesellschaft in Indien, deren Fertigwarenlager um 3.600m2 erweitert wird. Am Standort Rittershausen sind ebenfalls Investitionen geplant: Hier soll die Fertigung rationalisiert und flexibilisiert werden, um kürzere Durchlaufzeiten zu ermöglichen. Innovationsstrategie Vor 50 Jahren begann alles mit einer Vision: Schaltschränke in Serie zu produzieren. Rittals Alleinstellungsmerkmal von Beginn an lag darin, jedes Katalogprodukt ab Lager lieferbar und damit zeitnah verfügbar zu haben. Das ist bis heute so. Infolge der Industrieautomatisierung ergänzte Rittal sein Produktportfolio. Die Geschäftsbereiche Klimatisierung und Stromverteilung sowie IT-Infrastruktur kamen hinzu. Meilenstein waren 1985 die Erfindung des PS 4000 Anreih-Systems sowie Kühlgeräte mit FCKW-freiem Kältemittel.1999 stellte Rittal das erfolgreiche T8-Schaltschrank-System vor. Heute ist das Multitalent bereits 7,7 Mio. Mal im Einsatz und bildet die Plattform für \“Rittal – Das System.\“, den Systembaukasten aus aufeinander abgestimmten Produktlösungen, Engineering-Tools und Services. Neben Schaltschränken hat man weitere Standbeine entwickelt, dazu gehörte zunächst die Beteiligung, später die Übernahme des Elektro-CAD-Spezialisten Eplan sowie die Akquisition von Mind8. Rittal in Zahlen Um zu verdeutlichen, welchen Weg das Unternehmen bis heute zurückgelegt hat, können die folgenden Zahlen einen kleinen Eindruck vermitteln: Rittal hält heute mehr als 1500 Patente. 260 Rittal-Ingenieure entwickeln täglich neue Lösungen und erfinden die Produkte von Morgen. 1450 Auszubildende haben in den 50 Jahren Firmengeschichte eine Ausbildung bei Rittal durchlaufen. 17Mio. Rittal-Großschaltschränke sind seit 1961 aufgestellt worden. Highlight auf der SPS/IPC/Drives Im Jubiläumsjahr präsentiert Rittal auf der SPS/IPC/Drives erstmalig seinen neu entwickelten Systemschrank SE 8. Damit erweitert der Hersteller sein Programm \’Rittal – Das System.\‘ um einen flexiblen Einzelschrank. Zudem werden energiesparende Kühllösungen der \’Blue e\‘-Effizienzinitiative zu sehen sein, die neue Version 6.0 der Planungssoftware \’Rittal Power Engineering\‘ sowie das Überwachungssystem CMC III. Fazit \“Wir haben nach wie vor unheimlich viel Power und klare Ziele und wir haben eine Vision: Drei Mrd. Euro Umsatz im Jahre 2015. Und daran arbeiten wir,\“ schloss Friedhelm Loh seine Rede. (kbn) *Studie der Unternehmensberatung Accenture bezogen auf die Friedhelm Loh Group. Kasten: Meilensteine in 50 Jahren Unternehmensgeschichte 1961: Erfindung des Serienschaltschranks und Gründung von Rittal 1964: Erste Auslandsvertretung in den Niederlanden 1971: Erste Rittal Tochtergesellschaft in Schweden 1974: Friedhelm Loh übernimmt die Geschäftsführung 1977: Verlagerung des Unternehmenssitzes nach Herborn 1979: Gründung weiterer Tochtergesellschaften in Europa 1982: Einführung des Produktbereichs Stromverteilung 1982: Eigene Produktionsstätte in den USA 1983: Einführung des Produktbereichs Klimatisierung 1984: Eigene Produktionsstätte in England 1985: Markteinführung des PS 4000-Schaltschranks 1988: Erschließung des Zukunftsmarkts IT mit neuer Produktlinie 1991: Start des Engagements in den neuen Bundesländer, Lieferzentrum in Bad Köstritz 1993: Beginn der Expansion nach Osteuropa und Asien 1994: Zertifizierung nach ISO 9001 und 1997: ISO 14001 1997: Modernes Versandlager in Haiger 1999: Einführung TS 8-Schaltschrank-Plattform 2004: Neue Systemlösung RimatriX5 für Rechenzentren 2007: Einführung des Rittal Service International 2011: TS 8 ist weltweiter Standard, über 7,7 Mio. sind im Einsatz
Rittal: In fünfzig Jahren zum \’Global Player\‘
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