Multiprog bieten Sie in verschiedenen Editionen an. Was sind deren Unterschiede und an wen richten sich die Lösungen? Fuchs: Multiprog Pro eignet sich für Steuerungen mit mittleren bis hohen Leistungsanforderungen. Es bietet Funktionen, mit denen der Anwender auch komplexe Automatisierungsaufgaben einfach lösen kann. Dazu gehören Projektvergleich – auch mit grafischer Darstellung – oder Multiressourcen-Projekte. Dabei kann der Anwender innerhalb eines Automatisierungsprojektes Teilaufgaben durch Instanziierung auf mehrere Steuerungen verteilen. Speziell bei großen Projekten mit vielen Variablen zeigen sich die Stärken des Programmiersystems. Die maximal mögliche Anzahl der Variablen liegt bei 100.000. Für kleine Systeme und einfachere Automatisierungsaufgaben bietet KW-Software die Version Multiprog Express. Damit bedienen wir den wachsenden Markt der kleineren Steuerungssysteme. Die Beschränkungen von Multiprog Express liegen in der Anzahl verwendbarer Variablen und der Größe des Automatisierungsprogramms insgesamt. Außerdem kann mit Multiprog Express – anders als bei Multiprog Pro – nur eine Ressource im Automatisierungsprojekt genutzt werden. Wie entwickeln sich die Märkte außerhalb der klassischen Fertigungs- und Prozessindustrie, z.B. im Bereich Energie oder Automation mobiler Arbeitsmaschinen? Fuchs: Im Bereich der Energieverteilung sind wir schon seit unserer Firmengründung unterwegs. Im Bereich der Energieerzeugung werden unsere Technologiekomponenten häufig in Kraftwerken eingesetzt z.B. zur Turbinensteuerung. Dann gibt es noch den im Moment stark wachsenden Bereich der erneuerbaren Energien. Hervorzuheben ist hier die Windenergie: Über die Produkte unseres Mutterkonzerns Phoenix Contact sind wir z.B. bei Nordex oder Gamesa Wind in den Automatisierungssystemen ihrer Windkraftanlagen im Einsatz. Mit dem Profinet IO Device Chip TPS-1 kommen wir jetzt auch in den Geräten weiterer Zulieferer zum Einsatz. Auch im Bereich der Windenergie steigt die Nachfrage nach Profinet. So werden mittlerweile Systeme komplett nur noch mit Profinet realisiert. Das bedeutet, dass eine performante, kostengünstige und leicht zu integrierende Profinet-Schnittstelle benötigt wird, die wir mit dem TPS-1 anbieten. Ein weiterer Bereich ist die Solarenergie. Dazu gehören sonnengeführte Ausrichtungen von Solar-Panels, wo ebenfalls Phoenix-Contact-Steuerungen im Einsatz sind. Auch Hersteller von Arbeitsmaschinen (z.B. Kräne oder Baumaschinen) zeigen großes Interesse an unseren Technologieprodukten. Hier werden überwiegend sicherheitsgerichtete Software-Komponenten nachgefragt, aber auch web-basierende Visualisierungswerkzeuge. In welchem Produktbereich verzeichnet KW-Software das stärkste Wachstum? Fuchs: Wachstum verzeichnen wir generell in allen Produktbereichen. Bei den IEC61131-Produkten z.B. bewegen wir uns kontinuierlich am oberen Ende des allgemeinen Marktwachstums. Im Produktbereich Safety, also den Technologiekomponenten für die funktionale Sicherheit, sind wir schon seit Jahren mit herstellerunabhängig zertifizierten Komponenten erfolgreich am Markt aktiv. Unternehmen wie B&R, Baumüller, Bombardier, Kuka Roboter, Lenze, Leuze, Phoenix Contact und weitere setzen bei ihren Safety-Produkten und -Lösungen auf unsere Technologie. Dieser Bereich wächst aktuell überproportional, da KWSoftware mittlerweile als Marktstandard angesehen wird. Bei Profinet stehen wir mit dem TPS-1 erst am Beginn der Wachstumsphase für die nächsten Jahre. Profinet entwickelt sich jetzt auf breiter Front zum neuen Marktstandard für die Vernetzung in Maschinen und Anlagen. Mit dem \’Tiger-Chip\‘ TPS-1 bieten wir zur richtigen Zeit die passende Technologiekomponente. Obwohl wir mit unserer Profinet-Technologie auch bisher schon gut unterwegs sind, steht mit dem TPS-1 und der dadurch beförderten weiteren Verbreitung des Profinets am Markt das eigentliche Wachstum noch bevor. Die Visualisierung ist bei Ihnen nicht in die Oberfläche des IEC61131-Programmiertools eingebunden. Welche Vorteile sehen Sie bei der Trennung der Oberflächen? Fuchs: Unsere Kunden wählen den Visualisierungshersteller für ihre Lösung in der Regel selbst aus. Da wir unsere Technologiekomponenten stark modularisiert und skalierbar aufgebaut haben, können wir über offene Schnittstellen die Integration der jeweiligen Visualisierungslösung bieten. Welchen Stellenwert hat aus Ihrer Sicht die Objektorientierte Programmierung im Bereich der Automatisierungstechnik? Fuchs: Wir trennen klar zwischen der IEC61131-Funktionalität und der Hochsprachen-Programmierung in C#. Der klassische SPS-Programmierer kann wie gewohnt seine Programmierumgebung verwenden und der Hochsprachen-Programmierer seine gewohnte Visual Studio-Umgebung. An der Schnittstelle zum Laufzeitsystem kommen diese beiden Welten über die standardisierte Common Intermediate Language CIL wieder zusammen. Der Anwender hat mit unserer modularen Integrationsplattform z.B. auch die Möglichkeit eines konsistenten Debuggings, also sowohl in der IEC61131-Welt aber auch parallel im Visual Studio. In welche Richtung geht Ihrer Meinung nach die technologische Entwicklung bei der Software für Automatisierungstechnik, speziell was die Themenbereiche anbelangt, die Ihr Unternehmen abdeckt? Fuchs: Ich sehe einen grundsätzlichen Trend zu modularen Plattformlösungen für das Engineering von Maschinen und Anlagen, bei denen sich das Programmiersystem auf gleicher Ebene mit anderen .NET-basierenden Werkzeugen des Anwenders kombinieren lässt. Dies ermöglicht die Integration verschiedener Automatisierungsanwendungen und Software-Werkzeuge bei konsistenter Datenhaltung und einheitlichem Look & Feel. So gehen wir auch bei unserer eigenen Plattform vor. Die schnelle und einfache Entwicklung sicherheitsgerichteter Geräte und Lösungen wird zukünftig eine große Rolle spielen. Wichtig ist dabei die Skalierbarkeit der Technologiekomponenten. Unser herstellerunabhängig zertifiziertes sicheres Laufzeitsystem SafeOS kann z.B. für SIL2- oder SIL3-Anwendungen auf unterschiedlichen CPU-Architekturen eingesetzt werden – mit oder ohne Betriebssystem. Durch die hohe Diversität kann man es zwei- oder einkanalig verwenden. Skalierbarkeit ermöglicht es, aus einer Basistechnologie unterschiedlich leistungsfähige Lösungen zu erzeugen. SafeOS lässt sich daher z.B. im Kern eines konfigurierbaren Sicherheitsschaltgeräts mit sehr geringem Ressourcenverbrauch genauso verwenden wie in einer hoch performanten Sicherheitssteuerung oder einem Roboter-Controller. Dies ist gerade vor dem Hintergrund des Trends in Richtung Kleinsteuerungen ein sehr großer Vorteil. Vielen Dank für das informative Gespräch. (ahn)
Software für die (sichere) Automatisierung Interview mit Peter Fuchs, Marketing Director, KW-Software GmbH
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