OPC ist unbestritten einer der erfolgreichsten de-facto Standards seit der Erfindung des Computers. Mit weit über 20.000 OPC Produkten von über 3.500 verschiedenen Herstellern und weltweit vielen Millionen Installationen OPC basierter Produkte in der Fertigungs- und Prozessindustrie, Gebäudeautomation und vielen anderen Branchen, ist OPC der unangefochtene Standard für den interoperablen Austausch von Daten zwischen Softwareanwendungen unterschiedlicher Hersteller. OPC ermöglicht die Automatisierung des Datentransfers von einem Anlagenbereich zu einem anderen. OPC Schnittstellen bilden eine komfortable und leistungsfähige Verbindung von Automatisierungskomponenten mit Steuerungshardware und Feldgeräten und überbrücken die Unterschiede heterogener Automatisierungswelten. Die OPC Technologie wird heute praktisch für alle Arten der Datenerfassung, der vertikalen und horizontalen Datenintegration und des Datenmanagements eingesetzt. OPC ist das entscheidende Bindeglied für HMI/Scada-Systeme zur Prozessvisualisierung, für Prozessleitsysteme und PC basierte SPSen zur Steuerung von Prozessen ebenso wie für MES und ERP Systeme zur Anbindung an unterlagerte Automatisierungskomponenten. Über die OPC Schnittstelle werden längst nicht mehr nur Prozessdaten oder einzelne Parameter übertragen. Ganze Warenwirtschaftsdokumente, Parametersätze, Steuerungssequenzen oder Antriebsprogramme werden über OPC transportiert. Never Touch a Running System – Wofür ein neues OPC? OPC ist weltweit etabliert, erfolgreich und bewährt. Was also motivierte die OPC Foundation zu der Einführung der OPC Unified Architecture? Ist OPC UA ein \’neues OPC\‘? Wird OPC UA Classic OPC ablösen? Welche Vorteile gegenüber Classic OPC bietet die Unified Architecture? Erste Überlegungen zu der neuen OPC Architektur gehen bereits auf das Jahr 2003 zurück, als die Alarms&Events Arbeitsgruppe der OPC-Foundation an der nächsten Generation der AE Spezifikation und ihrer Migration zu Web Services arbeitete. Diese Überlegungen führten Ende 2003 zur Gründung einer ganz neuen Arbeitsgruppe. Zunächst war es das primäre Ziel dieser Arbeitsgruppe, den Zugriff auf Prozessdaten (Data Access), Alarme und Ereignisse (Alarms&Events) sowie historische Daten (Historical Data Access) so auf Web Services umzusetzen, dass dieser auf einheitliche Art und Weise möglich ist. Eine Architektur der Vereinheitlichung, die Unified Architecture, kurz OPC UA, war geboren. Mitarbeiter von 30 zum Teil führenden Industrieunternehmen arbeiteten unter der Regie der OPC Foundation über einen Zeitraum von über fünf Jahren an der neuen OPC Architektur. Neben der Portierung von Classic OPC auf Web Services und des \’Unifiyings\‘ von DA, AE und HDA, sind viele weitere Anforderungen an das neue OPC UA hinzugekommen, die die OPC Foundation in Marktuntersuchungen und zahlreichen Befragungen von OPC-Anwendern, System Integratoren und Herstellern in Erfahrung gebracht hat. Daraus resultierend hat die OPC Foundation folgende Leitlinien und Hauptziele definiert: – Keep it simple: die Anwendung der UA Technologie in Form von UA Komponenten soll trotz der Vielzahl an funktionalen Anforderungen und Komplexität einfach sein. – Evolution statt Revolution: Terminologie, Ob jektmodelle und die wesentlichen Kommuni- kationsprinzipien von Classic OPC sollten wei- terbestehen; Investitionen in die Entwicklung von Classic OPC Produkten sollen durch deren weitere Verwendbarkeit geschützt werden. – Plattformunabhängigkeit und Skalierbarkeit: kein DCOM mehr als Technologiebasis, sondern eine Service orientierte Architektur (SOA) für den Einsatz der OPC Technologie auf der IT Ebene oder in embedded Systemen – Zugriffsschutz: Schutz vor Spionage, Sabotage und Fehlern aufgrund von unachtsamen Ver- haltens – Datensicherheit: robuste Architektur, zuverlässige Kommunikationsmechanismen, Redundanzkonzepte und weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Datenverlust – Starke Performance: schlanker, leistungsfähi- ger Datentransport zur Erfüllung höchster Performanceanforderungen Mit OPC UA wurde nicht nur eine neue Version des Schnittstellenstandards OPC geplant. OPC UA ist die Vision von einer \’globalen\‘ Interoperabilität, einem standardisierten Datenaustausch zwischen Softwareanwendungen, unabhängig von welchem Hersteller sie stammen, in welcher Programmiersprache sie entwickelt wurden, auf welchem Betriebssystem sie laufen oder an welchem Ort sie sich befinden. Neue Möglichkeiten mit OPC UA OPC UA ergänzt den existierenden OPC Industriestandard um wesentliche Eigenschaften wie Plattformunabhängigkeit, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, Internetfähigkeit und weitere. Insbesondere die Plattformunabhängigkeit und Skalierbarkeit ermöglichen die Realisierung ganz neuer, kostensparender Automatisierungskonzepte. Embedded Feldgeräte, Prozessleitsysteme, Speicherprogrammierbare Steuerungen, Gateways oder Operator Panels können schlanke OPC UA Server Implementierungen enthalten, die direkt auf Betriebssysteme wie embedded Linux, VxWorks, QNX, RTOS oder andere portiert wurden. Ein separater Windows PC für den OPC Server, der bisher den Zugang zu den Daten auf Geräten mit Nicht-Windows Plattformen bot, ist nicht mehr erforderlich. OPC UA Komponenten können aber auch in informationstechnischen Systemen eingesetzt werden, in Warenwirtschaftssystemen (WWS/ERP), Produktionsplanungs- und -steuerungs-Software und anderen eBusiness Anwendungen mit Unix Betriebssystemen wie Solaris, HP-UX, AIX und anderen. Diese viel breitere Einsetzbarkeit der OPC UA Technologie ermöglicht die Realisierung ganz neuer vertikaler Integrationskonzepte. Durch Kaskadierung von OPC UA Komponenten können Informationen sicher und zuverlässig von der Fabrikhalle bis in das Produktionsplanungs- oder ERP-System transportiert werden. Dabei werden embedded UA Server auf der Feldebene über Client- und Server-fähige UA Komponenten auf der Automatisierungsebene mit integrierten UA Clients in ERP-Systemen auf der Unternehmensleitebene verbunden. Die jeweiligen UA Komponenten können dabei geografisch verteilt und ohne weiteres durch Firewalls voneinander getrennt sein. OPC UA löst Classic OPC nicht ab. DCOM basierte OPC Produkte und UA Produkte können koexistieren. Die Migrationsstrategie der OPC Foundation ermöglicht die Kombination von Classic OPC und OPC UA Produkten. Auf diese Weise kann die installierte Basis mehrerer Tausend Classic OPC Produkte von Anfang an mit den neuen OPC UA Produkten eingesetzt werden. Dies bringt dem Anwender Vorteile, da er beliebige Produkte unterschiedlicher Hersteller für die Kommunikation im Intranet – wie bisher – aber auch für die Kommunikation über das Internet verwenden und diese zukünftig auf verschiedenen Plattformen skalieren kann. OPC UA bietet Standardisierungsorganisationen die Möglichkeit, UA Dienste (UA Services) als Transportmechanismus für ihre Informationsmodelle zu verwenden. Dazu arbeitet die OPC Foundation mit verschiedenen Standardisierungsgruppen wie der PLCopen, ISA (Instrumentation, Systems and Automation Society), MIMOSA (Machinery Information Management Open Systems Alliance), ECT (EDDL Cooporation Team) und weiteren an sogenannten Companion Standards (werden in Folge 5 der \’OPC UA-Serie\‘ besprochen). Innerhalb dieser Kooperationen legt die OPC Foundation fest, \’wie\‘ die Daten transportiert werden, während die kooperierenden Organisationen definieren, \’was\‘, das heißt welche Daten und Information gemäß der standardisierten Informationsmodelle transportiert werden sollen. In der nächsten Ausgabe: \“10 Gründe für OPC UA\“ Kasten 1: OPC Day Europe 2012 Die OPC Foundation führt am 16. Mai 2012 den diesjährigen OPC Day Europe durch. Dieser findet bei Endress+Hauser in Reinach in der Schweiz statt und setzt einen Fokus auf die Verwendung von OPC UA in der Prozessautomatisierung. Kasten 2: Buchtipp Grundlagen, Implementierung und Anwendung von Classic OPC und OPC UA werden in diesem Buch umfassend beschrieben. Anwendern und Herstellern von OPC-Produkten bietet dieses Buch den idealen Einstieg, die OPC-Technologie zu verstehen und effizient zu nutzen.
Teil 2 von 8: Entstehung und Ziele von OPC UA
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern entwickeln sich zu dezentralen, datengesteuerten Systemen, die zunehmend davon abhängen, wie Informationen durch das System…
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Führungswechsel bei der OI4 Alliance
Die Open Industry 4.0 Alliance stellt seine Führung um: Ab Juli übernimmt Michael Riester (l.), Industrieexperte und seit 2019 Mitglied der OI4 Alliance, die Position des Managing Directors.
-
Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März gegenüber Februar saison- und kalenderbereinigt um 0,7% gesunken.
-
Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht
8,1% der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefährdet.
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen…
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei…
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart…
-
Assistenz für reproduzierbare Fertigungsschritte
Digitale Ordnung statt Papierstapel
Auch wenn viele Produktionen hochautomatisiert sind, spielt sich ein entscheidender Teil der Wertschöpfung…
-
Messevorschau Sensor+Test 2026
Starkes Rahmenprogramm auf dem Branchentreffpunkt
Die Sensor+Test 2026 bietet ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fachforen und Kongressen. Besucher erhalten…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Nachgefragt: Wie weit die Industrie bei Umsetzung, Security und Compliance ist – Teil 1
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
Automatisierung bedeutet heute mehr als präzise Bewegungsabläufe. Um zukunftsfähige Maschinen zu entwickeln und…
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
Kompakte Panel-SPS-Lösungen mit integrierter Steuerung und I/Os ermöglichen den wirtschaftlichen Ersatz klassischer Handbedienelemente,…
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
Der neue MX-System Designer von Beckhoff ermöglicht strukturierte und technisch validierte elektrische Auslegung…
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
Dezentrale Servomotoren kommen häufig bei räumlich verteilten Einzelachsen zum Einsatz. Die im Motor…
-
Cobots bringen mehr Effizienz in die EMS-Fertigung
Bestückung neu gedacht
Mit Cobots lassen sich auch komplizierte Prozesse teilautomatisieren, etwa die Bestückung von Leiterplatten…
-
Neue Ansätze und Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik
Mehr als nur nachhaltig
> Neue Ansätze & Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik. Bürkert unterstützt Transformationsprozess mit Lösungen…
-
Über 200 Artikel
Bedienen und Signalisieren
Mit einem umfangreichen Systembaukasten präsentiert Phoenix Contact neue Lösungen für das Bedienen und…
-
Für Ex-Bereiche
Magnetfreier IE6-Motor
ABB bietet einen IE6 Hyper-Efficiency-Motor anbietet, der nach Atex- und IECEx-Anforderungen für den…
-
Für Rechenzentren
Direct-to-Chip-Flüssigkühlung
Der steigende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), High-Performance-Computing (HPC) und beschleunigten Workloads führt…
-
Hohe Untersetzungen und Präzision
Kombinationsgetriebe
Dunkermotoren stellt mit den neuen WG-Kombinationsgetrieben eine wirtschaftliche Lösung für Anwendungen vor, die…
-
Erfassung analoger Signale
Analoges Mixmodul
Das analoge Mixmodul AM 821 aus der S?Dias?Serie von Sigmatek kombiniert acht analoge…
-
Was wurde eigentlich aus …
SafetyBridge Technology von Phoenix Contact?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 5/2016 ging es unter dem Titel: ‚Die SafetyBridge…
















