Als Hersteller von Sensoren, Feldrechnern, Anzeigern und Integrationsmodulen hat Endress+Hauser ein natürliches Interesse daran, was mit den aus den Messgeräten gewonnenen Signalen passiert. Die Auswahl von Gerät und deren Integration in den Prozess ist ebenso elementar wie die Integration in das Kontrollsystem. Und: Nur zusammen mit regelmäßiger Wartung und Kalibrierung können die Anwender sicherstellen, dass am Ausgang des Gerätes langfristig der korrekte Wert ankommt. Was man mit diesem Wert alles machen kann, zeigt ein kurzer Exkurs in die Kommunikationstechnologie. Kommunikation gestern und heute Das Standard Protokoll oder die Sprache der Getränkeindustrie ist immer noch 4-20mA. Das heißt, jedem Wert zwischen 4 und 20mA wird ein Messwert zugeordnet. Bestimmte Werte, meist am oberen oder unteren Rand des Bandes, lassen sich mit Alarmfunktionen hinterlegen. Die Steuerung kann dabei nicht mit dem Sensor sprechen, die Kommunikation läuft nur in eine Richtung. Anders ist dies bei digitalen Kommunikationssystemen wie dem Hart Protokoll. Hier wird auf das 4-20mA Signal zusätzlich ein digitales Signal aufgesetzt, über das der Sensor weiterführende Informationen mitteilen kann – das können Alarmsignale sein, oder auch Zustandsmeldungen. Das Hart Protokoll kommt von den digitalen Protokollen im Getränkebereich am häufigsten zum Einsatz. Auch kabellose Kommunikation kann auf diese Technologie aufgesetzt werden. Weitere Systeme arbeiten auf der Basis verschiedener Daten Bus Systeme. International führend sind bei der Integration von Prozesssensoren insbesondere Profibus und Foundation fieldbus. Vorteil bei diesen Systemen ist, dass Stromversorgung und Signalübertragung über ein Kabel geführt werden, was insbesondere bei beengten Platzverhältnissen ein sehr großer Vorteil ist. Neu ist die Integration über Ethernet/IP. Damit lassen sich Sensoren direkt in Systeme auf der Büro-/Planungsebene einbinden. Ihnen wird eine IP Adresse zugewiesen, über die sich das Gerät jederzeit aus dem System, aber auch über andere verbundene Rechner ansprechen lässt. Diesen Zugriff von außen können die Anwender dann zum Beispiel für Inbetriebnahme, Wartung oder auch Notfallbetreuung nutzen. Technologie mit Mehrwert In den genannten digitalen Systemen können Steuerung und Sensor miteinander bi-direktional kommunizieren. Dazu haben die Anbieter der Technologien Absprachen getroffen, nicht nur welche Sprache, sondern auch welcher Dialekt – im übertragenen Sinne – und nach welchen Spielregeln gesprochen werden soll. So lassen sich Sensoren, aber auch Aktoren, wie Ventile oder Pumpen einfach und standardisiert integrieren. Das Erstellen der Netzwerktopographie vereinfacht sich, und auch das Inbetriebnehmen der Anlage kann in digitalen Systemen stark beschleunigt werden, weil alle Teilnehmer sich aus der Zentrale heraus so bedienen lassen, dass die Grundfunktionen sicher gestellt sind. Für die detaillierte Einstellung muss man dann wieder nach gerätetypischen Parametern arbeiten. Die aktive Abfrage, welche Teilnehmer am Netz angeschlossen sind, vereinfacht nicht nur die Ethernet/IP Netzwerkbearbeitung sehr stark. Mit Partnern wie Proleit und Rockwell Automation hat Endress+Hauser die zu integrierenden Geräte mit den weiteren Komponenten und Controllern abgeglichen und im Labor getestet. Sie sprechen alle die gleiche Sprache, so dass unliebsame Überraschungen auf der Baustelle nicht mehr vorkommen. Wertvolle Zusatzinformationen Bus Systeme können eine große Datenvielfalt parallel transportieren. Daraus resultieren Möglichkeiten, die viele Anwender bislang oftmals zu wenig nutzen. Neben dem eigentlichen Messwert übertragen sie auch weitere Parameter, die zustandsbezogen den Sensor beschreiben, wie z.B. die Feldstärke der Spulen in einem Magnetisch Induktiven Durchflusssensor, aber auch den Summenwert einer Messung mit einem Coriolis Durchflusssensor, den Dichtewert, die Temperatur, den errechneten Brix Wert und Informationen zum Status des Sensors. Insbesondere für Sensoren, die in Qualitätssicherungssysteme integriert sind, ist es wichtig, die Funktion regelmäßig nachzuweisen und die Daten für qualitätsbezogene Audits wie für den International Food Standard IFS5 oder die ISO 22.000 bereit zu halten. Von der Bedienwarte aus, aber auf Wunsch auch über einen externen Zugriff, können Anwender Sensoren mit Diagnose Software wie dem Fieldcheck von Endress+Hauser elektronisch überprüfen und verifizieren. Die Dokumentation findet direkt im System statt und kann helfen, die Kalibrierzyklen einer Anlage signifikant zu vergrößern, ohne dass eine Qualitäts- oder Sicherheitslücke entsteht. Die Messgeräte lassen sich direkt in das QS System einbinden und helfen Fehlchargen und Produktverluste zu minimieren. Pfiffige Helfer Die Integration der Daten erfolgt über das Endress+Hauser W@M System. In diesem Internet basierten Tool sind alle Gerätedaten, natürlich passwortgeschützt, hinterlegt. Eine wertvolle Ergänzung ist das CompuCalTM Modul, das die Kalibrierung der relevanten Sensoren einer Anlage unterstützt. Alle wichtigen Informationen stehen dann jederzeit zur Verfügung. Hier finden sich die ersten Kalibrierdaten eines Sensors ebenso wie die ersten Einstelldaten und jedes Set Up, das von einem Endress+Hauser Service Techniker aufgespielt wurde. Die Kalibrierdaten aller Intervalle lassen sich über den gesamten Lebenszyklus verfolgen und geben somit einen Hinweis auf die zu erwartende Entwicklung des Sensors, bzw. auf seine Restlebensdauer. Eventuell notwendige Ersatzteile werden auf den konkreten Sensor bezogen als Liste mit Zeichnungen zur Verfügung gestellt. Auch die aktuellen Bestelldaten für einen Ersatzsensor generiert das System. Das Wartungspersonal hat jederzeit Zugriff auf alle notwenigen Informationen. Da die Faceplates Fehlermeldungen im Klartext anzeigen, weiß auch der Anlagenbediener direkt, was gerade passiert. Passwortgeschützt lassen sich Änderungen an Einstellungen der Sensoren einfach von der zentralen Bedieneinheit aus durchführen. Endress+Hauser bedient alle angesprochenen Techniken, deren definierte Schnittstellenbeschreibung weltweit eine einheitliche Nutzung möglich macht. Dabei ist es nicht immer einfach, sich zu entscheiden, welche Technologie für den einzelnen Betrieb das größte Potenzial hat. Die genannten Softwarelösungen lassen sich durch die Standardisierung einfach in übergeordnete Betriebs- und Wartungssysteme einbinden und ergänzen sich in besonderer Tiefe. Alle beschriebenen Möglichkeiten, ein digitales Netz zu nutzen, stehen jedem Anlagenbetreiber offen. Sie können aber auch zur Unterstützung externer Dienstleistung eingesetzt werden. Endress+Hauser hilft seinen Kunden bei der Auswahl der optimalen Messtechnik und Integrationstechnologie und liefert damit die gesunde Basis für eine erfolgreiche Automatisierung. Fazit Die Getränkeindustrie ist im Betreiben ihrer Anlagen noch nicht komplett im digitalen Zeitalter angekommen. Die Anlagen, die bereits mit digitalen Systemen ausgestattet sind, nutzen deren Möglichkeiten noch eher rudimentär. Wem es allein auf den Messwert ankommt, vergibt sich die Chance qualitätsrelevante Schwankungen und Entwicklungen durch Veränderungen in der Sensorperformance frühzeitig zu erkennen, die auf notwendige Kalibrierung oder eine kommenden Ausfall hinweisen können. Die Bereitstellung der notwendigen Unterlagen für Wartung, Kalibrierung und Audit erfolgt immer noch in arbeitsintensiver Handarbeit. Externe Diagnose wird nahezu nicht genutzt. Vielfach werden die technischen Möglichkeiten der technischen Installation nicht ausreichend in eine erzielbare Ertragsverbesserung umgesetzt. Endress+Hauser berät und unterstützt seine Kunden den vielfältigen Nutzen und echten Mehrwert moderner Kommunikationstechnologien in ihren Anlagen zu realisieren.
Vorteile und Nutzen digitaler Kommunikation Prozesse optimieren und Kosten sparen
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















