Stahnke: Unsere Carriages heben die Trennung zwischen schlauer Maschine und dummer Logistik auf. Auch Zubehörteile, die heute noch von außen an die jeweilige Maschinen gebracht werden, können mit den Werkstücken zusammen über ein und dasselbe System laufen. Letztendlich lässt die flexible Aufnahme der Carriages kaum Wünsche offen.
Pütz: Was die Einsatzmöglichkeiten angeht, werden die Grenzen eigentlich nur durch die Vorstellungskraft der Anwender gesetzt. Aufgrund des durchdachten Designs unterliegt das Systems quasi keinerlei Einschränkungen. Es wäre z.B. auch denkbar, einen Roboter auf den Laufwagen zu montieren und den üblichen Prozess – Werkstück kommt zur Arbeitsstation – einfach umzudrehen oder Werkstück und Roboter synchronisiert und parallel laufen zu lassen. Dann muss die Transporteinheit nicht mehr wie bei Pick&Place-Bewegungen üblich anhalten, damit der Roboter seine Aktion durchführen kann. Die Aktion findet stattdessen in voller Fahrt statt. Auch steuerungstechnisch gibt es Vorteile, denn Robotik und Motion Control können über ein und die selbe Plattform laufen.
Kann der Anwender auch seine komplette Fertigung auf Basis des Smart-Carriage-Systems gestalten?
Stahnke: Theoretisch ja. Welchen Umfang das System einnimmt, ist letztendlich nur eine Frage der Skalierung. Grundsätzlich spricht nichts dagegen z.B. ein komplettes Auto auf Basis unserer Carriages zu bauen. Wie gesagt: Das Designprinzip setzt keine Grenzen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
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Welche kommunikationstechnische Anbindung nach oben hin gibt es beim Smart-Carriage-System denn?
Stahnke: Als Kommunikationsstandard setzen wir auf PackML und OPC UA. Entsprechend ist eine Anbindung an überlagerte Systeme gar kein Problem. Auch die horizontale Integration in existierende Infrastruktur kann sozusagen nicht standardisierter sein. Was nicht heißt, dass es nur bei diesen zwei Standards bleiben muss. Hier kommen früher oder später vermutlich weitere Anforderungen von Kundenseite hinzu. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
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Der Einsatz lokaler Intelligenz ist meistens auch eine Kostenfrage: Wie steht es hier um das Smart-Carriage-System im Vergleich zu Standardtransportsystemen?
Pütz: Mehrwert, wie ihn unser neues System leistet, hat natürlich seinen Preis – aber wir sind überzeugt, dass er ihn wert ist. Sicherlich wird es weiterhin Anwender geben, die mit konventioneller Logistik glücklich sind. Jedoch steigen in vielen Produktionen die Anforderungen rapide, sodass der kommerzielle Aspekt dort sowieso nur eine untergeordnete Rolle spielt.



















