Ein typisches Beispiel ist die Überwachung von Roboterachsen in automatisierten Montagelinien. Steigen Stromaufnahme und Lagertemperatur über längere Zeit an, deutet dies häufig auf beginnenden Verschleiß hin. Die Wartung kann den Austausch gezielt in ein geplantes Wartungsfenster legen, bevor es zu einem ungeplanten Anlagenstillstand kommt.

Edge-Computing verarbeitet die Daten bereits in der Maschine und überträgt nur relevante Informationen in übergeordnete Systeme oder Cloud-Plattformen. Damit wächst zugleich die Bedeutung standardisierter Schnittstellen für den Datenaustausch. Nur wenn Messsysteme, Automatisierungstechnik und IT nahtlos zusammenarbeiten, entstehen durchgängige Qualitäts- und Wartungsprozesse. Gleichzeitig rücken Cybersecurity und die Integrität der Messdaten stärker in den Fokus.

EMV und End-of-Line unter wachsendem Zeitdruck

Mit der steigenden Zahl elektronischer Komponenten nehmen auch elektromagnetische Wechselwirkungen zu. EMV-Prüfungen werden deshalb zunehmend bereits während der Entwicklung durchgeführt. Mobile Pre-Compliance-Systeme, automatisierte Messplätze und simulierte Betriebsszenarien helfen dabei, potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen und Entwicklungszeiten zu verkürzen. So können Entwickler beispielsweise eine neue Robotersteuerung bereits im Labor unter realistischen Produktionsbedingungen prüfen. Frequenzumrichter, Industrial-Ethernet-Kommunikation und Servoantriebe erzeugen dabei gezielt elektromagnetische Belastungen, um mögliche Störquellen noch vor dem Serieneinsatz aufzudecken.

Auch die End-of-Line-Prüfung entwickelt sich weiter. Neben elektrischen und funktionalen Tests müssen heute Varianten automatisch erkannt, Seriennummern erfasst und sämtliche Prüfergebnisse an MES- oder ERP-Systeme übergeben werden. Ein Beispiel: Bei der End-of-Line-Prüfung eines elektrischen Antriebsmoduls identifiziert das Prüfsystem automatisch die jeweilige Produktvariante, startet das passende Testprogramm und übermittelt alle Messergebnisse inklusive Seriennummer direkt an das MES. So bleibt die Rückverfolgbarkeit auch bei hoher Variantenvielfalt vollständig erhalten. Vernetzte Prüfinseln mit modularer Software und KI-gestützter Fehleranalyse schaffen die Voraussetzung für kurze Taktzeiten bei gleichzeitig vollständiger Rückverfolgbarkeit.

Fazit

Die Messtechnik entwickelt sich zunehmend vom Prüfwerkzeug zur Informationsquelle der automatisierten Produktion. Entscheidend ist künftig nicht mehr allein die einzelne Messung, sondern ihre intelligente Einbindung in digitale Qualitäts-, Diagnose- und Wartungsprozesse. Wer Prüfaufgaben früh in die Automatisierung integriert, schafft die Grundlage für höhere Anlagenverfügbarkeit, reproduzierbare Qualität und eine zukunftssichere Fertigung. Dabei unterstützen die Experten von DataTec Unternehmen mit herstellerübergreifender Beratung, der Auswahl geeigneter Messlösungen und ihrer praxisgerechten Integration in bestehende Test- und Automatisierungsumgebungen.

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