Lapp: zwischen globalen Kundenerwartungen und lokaler Flexibilität

Mathias Lapp Lapp Quelle TeDo Verlag
Bild: TeDo Verlag GmbH

Lapp positioniert sich zwischen zwei Logiken: international einheitliche Standards auf der einen und lokale Fertigungskompetenz auf der anderen Seite. Produziert wird in den jeweiligen lokalen Märkten. Das bietet entscheidende Vorteile: etwa kürzere Lieferzeiten, hohe Anpassungsfähigkeit an lokale Normen und resilientere Lieferketten. Diese Nähe zu den Kunden ist auch nötig, um nach ihren Anforderungen spezifische Baugruppen oder Spezialkabel zu entwickeln.

„Unsere Kundinnen und Kunden sind international aufgestellt und erwarten überall dieselbe Zuverlässigkeit, konsistente Qualitätsstandards und einheitliche technische Lösungen“, betont Matthias Lapp (Bild), CEO von Lapp.

Das Prinzip ‚lokal für lokal‘ prägt Lapp seit Jahrzehnten und geht bereits auf die Weitsicht der Firmengründer Ursula Ida und Oskar Lapp zurück. „In einer Welt, die von Protektionismus und neuen Handelshürden beeinflusst ist, sorgt regionale Wertschöpfung für Stabilität und Flexibilität“, so Matthias Lapp. Besonders in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent beobachtet Lapp einen Anstieg industrieller Investitionen – vom Ausbau erneuerbarer Energien bis zu neuen Fertigungskapazitäten im Elektronik- und Automobilsektor. „Diese Regionen wachsen dynamisch und professionalisieren sich gleichzeitig. Die vergangenen Jahre zeigen, dass wir die Balance zwischen global abgestimmten Angeboten und lokaler Anpassung hier gut umsetzen und damit Marktanteile gewinnen“, sagt Dr. Christoph Hiller. So kann das Stuttgarter Familienunternehmen in Ländern wie Indien, China und Korea, den USA, Mexiko und Brasilien deutlich zweistellige Wachstumsraten erzielen.

Auch auf neue Zielbranchen stellt sich Lapp ein. Inzwischen zielt das Familienunternehmen auch auf Industrien, die zur Gründung noch gar nicht existierten: Rechenzentren, erneuerbare Energien und die dafür notwendigen Batteriespeichersysteme, vernetzte Fabriken und Logistikzentren. Die Kunden verlangen dabei zunehmend spezifische Verbindungssysteme, komplette Baugruppen und digitale Unterstützung entlang der Liefer- und Projektkette.

„Wir sehen eine klare Bewegung vom Komponentengeschäft hin zu umfassenden Lösungen aus dem ganzen Spektrum der Verbindungstechnologie. Also die Verbindung aus Teilen wie Kabeln, Steckverbindern, Verschraubungen und Führungssystemen – ganz individuell abgestimmt und für den Kunden entwickelt. Das verändert unseren Marktauftritt, unsere internen Abläufe und auch die Art, wie wir Wertschöpfung organisieren“, erklärt Dr. Christoph Hiller, Chief Sales & Marketing Officer.