IT/OT-Datenintegration in der Praxis: Deployment zwischen Windows, Containern und Edge

 SDEX Suite als Integrationsschicht zwischen OT und IT: 
Anbindung von Steuerungen (SPS/CNC) und standardisierte Bereitstellung von Produktionsdaten für MES-, ERP- und Cloud-Systeme.
SDEX Suite als Integrationsschicht zwischen OT und IT: Anbindung von Steuerungen (SPS/CNC) und standardisierte Bereitstellung von Produktionsdaten für MES-, ERP- und Cloud-Systeme.Bild: Softing Industrial Automation GmbH

Middleware-Plattformen, die SPSen, CNC-Systeme, OPC-UA-Server, MES-, ERP- oder Cloud-Anwendungen verbinden, sind heute ein zentraler Bestandteil moderner Architekturen. Die Wahl des Deployment-Modells ist dabei keine reine Installationsfrage. Sie beeinflusst Zuständigkeiten zwischen IT und OT, Cybersecurity-Strategien, Lifecycle-Management sowie die Einbindung in unternehmensweite IT-Standards. Ob Windows-System, containerisierte Umgebung wie Docker oder dediziertes Hardware-Gateway – die Entscheidung ergibt sich häufig aus einer Kombination strategischer Zielsetzungen, sicherheitsrelevanter Rahmenbedingungen und historisch gewachsener Systemlandschaften.

 Applikationsstruktur der SDEX Suite: Erfassung, Aggregation und Protokollumsetzung von Produktionsdaten innerhalb einer einheitlichen Integrationsplattform
Applikationsstruktur der SDEX Suite: Erfassung, Aggregation und Protokollumsetzung von Produktionsdaten innerhalb einer einheitlichen IntegrationsplattformBild: Softing Industrial Automation GmbH

Heterogene IT/OTArchitekturen als Realität

In der industriellen Praxis existiert selten eine homogene Infrastruktur. Innerhalb eines Unternehmens können unterschiedliche Systeme und Reifegrade aufeinandertreffen. Während in der Produktion häufig Windows-basierte Systeme dominieren, setzen zentrale IT-Abteilungen zunehmend auf Linux-Server, Virtualisierung und Container- und Orchestrierungsumgebungen wie Docker und Kubernetes. Hinzu kommen eigenständige Edge-Geräte oder vorinstallierte Hardware-Lösungen in Maschinen und abgegrenzten Produktionsbereichen. Diese strukturelle Vielfalt ist das Ergebnis unterschiedlicher Modernisierungszyklen, standortspezifischer Anforderungen und regionaler IT-Strategien. In global agierenden Unternehmen kann Werk A bereits vollständig containerisiert arbeiten, während Werk B noch klassische Windows-Server betreibt und ein Retrofit-Projekt parallel auf eine autarke Hardware-Appliance setzt. Die Realität industrieller Digitalisierung ist daher nicht Windows oder Docker, sondern eine parallele Koexistenz verschiedener Betriebsmodelle. Eine Integrationsplattform muss diese Vielfalt abbilden können, statt sie zu vereinfachen oder zu ignorieren.

 Modularer Aufbau der SDEX Suite: 
Funktionsbausteine für Konnektivität, Datenverarbeitung und sichere Kommunikation lassen sich je nach 
Anwendung kombinieren.
Modularer Aufbau der SDEX Suite: Funktionsbausteine für Konnektivität, Datenverarbeitung und sichere Kommunikation lassen sich je nach Anwendung kombinieren.Bild: Softing Industrial Automation GmbH

Strukturelle Folgen heterogener Deployment-Modelle

Die Koexistenz unterschiedlicher Betriebsmodelle bleibt nicht ohne Auswirkungen. Wenn Integrationslösungen an die Erfordernisse des jeweiligen Standortes angepasst werden, entstehen innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche technische Ausprägungen für funktional vergleichbare Aufgaben. Das Ergebnis ist die Fragmentierung der Integrationsarchitektur. Ein Standort baut auf einer etablierten Windows-Umgebung auf, ein anderer orientiert sich an containerisierten IT-Vorgaben, während in Retrofit-Szenarien eigenständige Hardware-Lösungen bevorzugt werden, um sich nahtlos in bestehende Maschinenstrukturen einzufügen.

So entstehen parallele Integrationsstrukturen innerhalb desselben Unternehmens. Obwohl sie ähnliche Aufgaben erfüllen – etwa das Bereitstellen von Steuerungsdaten via OPC UA oder die Anbindung an Cloud-Systeme über MQTT – unterscheiden sie sich in Konfigurationslogik, Administrationsprozessen und Sicherheitsmechanismen. Mit jeder zusätzlichen Variante steigt die Komplexität im Lifecycle-Management. Update-Strategien, Monitoring, Backup-Prozesse oder Zertifikatsverwaltung müssen jeweils separat betrachtet werden. Auch Zuständigkeiten zwischen IT und OT können je nach Standort variieren. Langfristig erschwert diese Vielfalt eine unternehmensweite Standardisierung. Sicherheitsrichtlinien, Governance-Vorgaben oder Skalierungsstrategien lassen sich nur mit erhöhtem Abstimmungsaufwand konsistent umsetzen.

SDEX Suite Gateway für die Datenintegration: Edge-nahe Anbindung von Steuerungen und Weitergabe der Daten an übergeordnete IT-Systeme.
SDEX Suite Gateway für die Datenintegration: Edge-nahe Anbindung von Steuerungen und Weitergabe der Daten an übergeordnete IT-Systeme.Bild: Softing Industrial Automation GmbH

Flexibilität als strategischer Vorteil

Wenn Unterschiede vor allem durch bestehende Infrastrukturen entstehen, liegt die Lösung nicht in einer vollständigen Vereinheitlichung aller Standorte, sondern in einer einheitlichen Integrationsplattform. Genau hier setzt die SDEX Suite von Softing Industrial an. Sie verbindet Steuerungen führender Hersteller, wie z.B. Siemens (Simatic und Sinumerik), Fanuc CNC und Allen-Bradley (ControlLogix), sicher über standardisierte Protokolle wie OPC UA und MQTT mit den Applikationen auf der IT-Ebene, ohne Eingriff in die Steuerungsprogramme. Neben der reinen Konnektivität ermöglicht sie die strukturierte Aggregation und Bereitstellung von Daten für MES-, ERP- oder Cloud-Systeme. Sicherheitsfunktionen wie verschlüsselte Kommunikation, zentrales Zertifikatsmanagement und definierte Zugriffskontrollen sind integraler Bestandteil der Plattform.

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