„Wir können jederzeit umbauen oder erweitern“

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40t CO2 aus der Luft kann die Anlage in Duisburg im Jahr verarbeiten – und dabei 5t synthetisches Erdgas erzeugen. – Bild: Rittal GmbH & Co. KG

Das Essener Start-up Greenlyte Carbon Technologies verfolgt eine ehrgeizige Mission: CO2 aus der Atmosphäre binden und daraus synthetische Kraftstoffe wie eMethanol, eDiesel oder SNG erzeugen – und das mit Energie aus Sonnenlicht, Luft und Wasser. Die passende elektrische Infrastruktur im Container entsteht mit Technik von Rittal wie RiLineX, Blue e+ und VX25. In Duisburg hat Greenlyte in Zusammenarbeit mit dem Schaltanlagenbauer Peter Pohl nun eine Pilotanlage in Betrieb genommen, die weltweit erstmals den vollständigen Prozess – von der CO2-Absorption bis zur Methanisierung – in einem modularen Aufbau demonstriert.

 Innen arbeitet die PowerPlattform RilineX, platzsparend, effektiv und sicher.
Innen arbeitet die PowerPlattform RilineX, platzsparend, effektiv und sicher.Bild: Rittal GmbH & Co. KG

Modularität ist alles

„Wir wollten bewusst ein Stromverteilungssystem nutzen, das uns maximale Flexibilität bietet“, erklärt Andre Paravidino, bei Greenlyte zuständig für Elektrotechnik und Automatisierung. „RiLineX erlaubt uns, Komponenten unterschiedlichster Hersteller einzusetzen – ein Vorteil in Zeiten instabiler Lieferketten.“ Zudem ermögliche die Plattform schnelle Anpassungen: „Unsere Prozessingenieure haben ständig neue Ideen – mit RiLineX können wir jederzeit umbauen oder erweitern.“

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Luft in synthetisches Gas verwandeln: Die Anlage in Duisburg macht es möglich. – Bild: Rittal GmbH & Co. KG

Auch für Jan Haase, Lead Supply Chain, steht fest: „Die Anlage ist unser Technologie-Demonstrator – der nächste Schritt sind größere Anlagen. Dafür brauchen wir Partner, die mit uns skalieren können. Die Systemtechnik muss auch in Zukunft zuverlässig laufen.“

Qualität und Geschwindigkeit

Die Schaltanlagen fertigt der erfahrene Spezialist Peter Pohl im nahen Mettmann. Für Hans-Peter Pohl, zuständig für Business Development, ist es das erste Projekt mit einem Startup – und ein besonderer Erfolg: „Wir hatten bei der Werksabnahme null Fehler“, berichtet er begeistert. Möglich wurde es durch enge Abstimmung mit Greenlyte und Rittal: „Der Fachberater von Rittal hat uns RiLineX vorgestellt, Musterteile mitgebracht und alles genau erklärt – so muss das laufen! Nur wenn man ein neues System im Projekt testet, lernt man es wirklich kennen.“

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in Granulat gebundenes CO2
Greenlyte im Glas – in Granulat gebundenes CO2Bild: Rittal GmbH & Co. KG

Pohl schätzt besonders die Vorteile der Plattform im Alltag: „RiLineX ist vollständig isoliert – das spart uns viel Aufwand bei der Sicherheitsbetrachtung. Und durch die modulare Bauweise können wir sehr effizient arbeiten.“

Durchdacht bis ins Detail

Neben sieben weiteren Schaltschränken für Steuerung und Verteilung ist ein Schrank im Container eigens für RiLineX reserviert. Die Aufgaben der Anlagen reichen von der Energieverteilung bis zur Steuerung zahlreicher Aggregate. Gekühlt werden die Einheiten durch drei hoch energieeffiziente Kühlgeräte der Serie Blue e+, ergänzt um Lüfter, Heizungen und Beleuchtung – ebenfalls von Rittal.

Ein weiterer Vorteil für die Greenlyte-Planer: die passenden digitalen Tools. „Wir nutzen den Rittal-Konfigurator RiPower für die Sammelschiene und RiPanel für die Gehäuseauswahl“, sagt Paravidino, „so wissen wir genau, was wir brauchen – und nichts fehlt später bei der Montage.“

Umsetzung in neun Monaten

Dass solch ein ambitioniertes Hightech-Projekt in Deutschland in nur neun Monaten realisiert wurde – davon sechs Monate Planung, drei Monate Umsetzung -, sieht Jan Haase als ein starkes Signal. „Das zeigt: Wir können das hier. Und zwar schnell, innovativ und in hoher Qualität.“ Dazu trägt natürlich auch die direkte Kommunikation mit den Partnern bei. Pohl betont: „Wir kennen Rittal seit Jahrzehnten. Wird es mal eng, können wir uns auf schnelle Lösungen verlassen. Diese Verlässlichkeit ist entscheidend.“

 Andre Paravidino im Zentrum der Anlage - auch hier setzt Greenlyte mit Kühlgeräten, 
Lüfter, Heizung und Beleuchtung auf Technik von Rittal.
Andre Paravidino im Zentrum der Anlage – auch hier setzt Greenlyte mit Kühlgeräten, Lüfter, Heizung und Beleuchtung auf Technik von Rittal. Bild: Rittal GmbH & Co. KG

Energiewende braucht Partnerschaften

Die Perspektiven für Greenlyte sind klar: Nach dem SNG-Projekt in Duisburg folgen als Nächstes Anlagen zur Produktion von eMethanol in Kooperation mit Evonik sowie für Sustainable Aviation Fuel (SAF) am Düsseldorfer Flughafen, mit Eurowings als Kraftstoff-Abnehmer. „Skalierbarkeit und Systemstabilität sind zentral bei diesen Projekten“, sagt Haase, „deshalb ist es so wichtig, dass wir mit Partnern arbeiten, die sich weiterentwickeln – so wie wir.“

Paravidino bringt es auf den Punkt: „Wir haben mit diesem Projekt gezeigt, dass man schnell sein kann, ohne Kompromisse bei der Qualität. Das ist der Spirit, den wir für die Transformation brauchen.“