Technischer Präzisionsspritzguss, das sind feinst detaillierte Teile mit minimalen Fertigungstoleranzen, oft geringen Wandstärken, aber mit definierter, nicht selten hoher Belastbarkeit, z.B. Zahnräder, Kipphebel, Führungsringe oder Gehäuseteile. Für die Automobilindustrie, für elektronische Endgeräte, für Kameras oder Drucker und für hunderte andere Anwendungen, in denen präzise Teile \’aus einem Guss\‘ gefragt sind. Im Spritzgießvorgang treten enorme Kräfte auf: Das verflüssigte Kunststoffgranulat wird mit hohem Druck in die Form gespritzt. Diese muss mit entsprechend hoher Kraft geschlossen werden und geschlossen bleiben, um diesem Druck zu widerstehen. Bis vor einigen Jahren setzten die Hersteller von Spritzgussmaschinen für diese Vorgänge ausschließlich auf hydraulische Antriebe. So auch die Engel Austria GmbH, die zu den weltweit führenden Herstellern solcher Maschinen zählt. Dass diese Technik bestens funktioniert, beweisen über 70.000 so gebaute Spritzgussmaschinen, die in der 50-jährigen Firmengeschichte von Engel erzeugt wurden und die mit ebenso viel Ausdauer wie Präzision ihren Dienst verrichten. Die hydraulische Antriebstechnik hat jedoch nicht nur Vorteile, und so entstand, ausgehend vor allem von der Entwicklung im amerikanischen Markt, etwa Mitte der 1990er-Jahre der Wunsch nach der elektrischen Alternative. Das führte bei Engel im Jahr 1999 zum Grundsatzbeschluss, eine vollständig elektrisch angetriebene Baureihe namens e-motion zu entwickeln, die 2001 zur Kunststoffmesse K vorgestellt wurde und hauptsächlich in Übersee ihren Markt fand. Elektrische Antriebe waren jedoch wirtschaftlich nur in kleineren Leistungsklassen zu haben, sodass der Einsatz auf Maschinen mit geringerer Schließkraft beschränkt blieb. Mit zunehmender Akzeptanz auch auf dem europäischen Markt folgte bald die Entscheidung, der schnelleren und leiseren elektrischen Antriebstechnik Priorität einzuräumen und auf dieser Basis ein komplettes Portfolio von vollelektrischen Maschinen zu entwickeln, bis in Leistungsklassen mit Schließkräften bis zu 500 Tonnen, die bislang dem hydraulischen Antrieb vorbehalten waren. Zu dieser Entscheidung trugen der geringere Energieverbrauch und Wartungsaufwand ebenso bei wie die Sauberkeit, denn elektrisch angetriebene Maschinen sind u.a. ölfrei. Vollelektrische Maschinen zum Preis von hydraulischen Mit dieser Zielsetzung folgte eine weitere Produktserie – die 2007 vorgestellte und seit April 2008 verfügbare e-max. Der Name ist Programm: Auf mehreren Ebenen wurde das Preis-/ Leistungsverhältnis zugunsten der Anwender maximiert. Das beginnt beim Vergleich von konventionellen Maschinen mit deutlich reduziertem Stellflächenbedarf und geht über die hohe Gesamtperformance bis zur derzeit bestmöglichen Energieeffizienz. Dazu kommt die höhere Präzision und Prozessstabilität des elektrischen Antriebs, durch die Ausschuss vermieden wird und die Qualitätskosten gesenkt werden. Eine Herausforderung für die Entwicklungsingenieure war der Gesamtpreis, der auf dem Niveau einer vergleichbaren hydraulischen Maschine liegen sollte. Engel suchte daher einen Partner, der nicht nur die Komponenten von Steuerung und Antriebstechnik liefern, sondern zunächst ein Gesamtkonzept für alle elektrischen und elekt-ronischen Aspekte der neuen Maschinengeneration präsentieren und später mittragen sollte. \“Mit einem innovativen, von der Steuerungselektronik bis zu den Antrieben, voll durchgängigen Konzept eröffnete uns B&R die Möglichkeit, unsere Performance Anforderungen voll zu erfüllen\“, sagt Engel- Produktmanager Wolfgang Steinkellner. \“Und das mit erforderlichem Maß an Wirtschaftlichkeit, damit die hochgesteckten Ziele für das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis erreicht werden konnten.\“ Engergieeffizienz reduziert die Amortisierungsdauer Das beginnt mit dem geringen Platzbedarf der dezentral aufgebauten Elektrik, die – erstmals bei Engel – nicht in angebauten Schaltschränken untergebracht, sondern in die Maschine integriert ist. Die Hochleistungsmotoren werden über das modulare Antriebssystem Acoposmulti angesteuert. Durch dessen Power Faktor Korrektur entfällt der Blindleistungsanteil, aus dem Netz wird nur Wirkleistung aufgenommen. Das reduziert deutlich die Stromaufnahme der Maschine. Dazu kommen sehr hohe Einspritzleistungen mit Einspritzgeschwindigkeiten bis 450mm/s In Folge des Parallelbetriebs aller Antriebe sind im Vergleich zu hydraulischen Maschinen zudem die Trockenlaufzeiten und damit die Zykluszeiten erheblich kürzer, und das bei höherer Prozesskonstanz durch die Präzision der elektrischen Bewegung und die Unabhängigkeit von Umwelteinflüssen. Die intelligenten Leistungsversorgungsmodule sind mit Netzwerkanschluss ausgestattet und direkt über die hochperformante Ehternetkommunikation Powerlink mit der CPU verbunden. Das spart nicht nur Platz, Verkabelungsaufwand und teure Elektronik dazwischen und sorgt für nahezu identische Kurvenscharen der Prozessdaten, sondern bietet völlig neue Möglichkeiten der Maschinen- oder Anlagendiagnose, da zwischen den Steuerbefehlen umfangreiche Zustandsmeldungen von den einzelnen Antrieben über den Systembus abgesetzt werden können. So kann die CPU flexibel reagieren. Über das globale Netzwerk der Firma Engel ist rund um die Uhr Ferndiagnose und Fernwartung von beliebigen Standorten aus möglich, ebenso die Integration in das Engel e-factory System zur übergeordneten Prozessüberwachung und -optimierung. Erweiterungen im Bedienkomfort Die spezifische Steuerung wurde in gemeinsamer, etwas mehr als einjähriger Arbeit zwischen Engel und B&R entwickelt. Großer Wert wurde dabei auf die Bedienungsergonomie gelegt. Die Benutzerführung konnte trotz vieler spezifischer Funktionen soweit den von hydraulischen Maschinen gewohnten Standards angenähert werden, dass Maschinenführer mit Engel-Erfahrung praktisch ohne Training sofort auf der e-max arbeiten können. Zur leichten Bedienung trägt auch eine umfangreiche Funktionsbibliothek bei, mit einfach auszuwählenden Programmierbausteinen für den Kunststoffverarbeiter. Das betrifft auch das Herzstück der Steuerungshardware: Steuerung und Visualisierung laufen auf einem für Engel kundenspezifisch gestalteten, zur leichteren Bedienung schwenkbar angebrachten B&R Power Panel 400. Mit reichlich Verarbeitungsleistung, auch für künftige Erweiterungen oder den Anschluss von Handhabungseinrichtungen, und einem Höchstmaß an Ergonomie durch die Mischung von Touchscreen-Technik und diskreten Tasten, beherrscht das Power Panel elegant die fünf Bewegungsachsen. Technologischer Forschritt und internationale Zusammenarbeit Allgemein gilt die Maschinenbau-Branche als sehr konservativ. Bemerkenswert ist daher an der e-max, dass Engel keine Scheu hatte, zum Zeitpunkt der Maschinenentwicklung brandneue B&R-Produkte einzusetzen. \“Unser Ziel war es, die e-max auf den absolut neuesten Stand der Technologie aufzusetzen und unseren Kunden Zukunftssicherheit zu garantieren\“, begründet das Wolfgang Steinkellner und fährt fort: \“Der Reifegrad der eingesetzten Technik von B&R beweist sich durch die geringen Probleme, mit der die vollelektrische Maschine im Markt eingeführt werden konnte. Zudem war für uns wichtig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der selbst weltweit aufgestellt ist, sodass unsere Kunden auf allen Erdteilen lokalen Support direkt vom Komponentenlieferanten erwarten können. Wir arbeiten mit B&R auch in USA und in Korea eng zusammen.\“ Der Erfolg dieser Strategie beweist sich im Absatz, der die gemeinsam gesteckten Erwartungen bei weitem übertraf. Engel liefert die e-max Maschinen mit identischer Technik aus Schwertberg und dem koreanischen Pyungtaek in die ganze Welt. Inzwischen macht die e-max Maschine einen nicht unerheblichen Teil des Gesamtausstoßes von rund 3.000 Maschinen aller Klassen aus. Kasten: Engel in aller Kürze Gegründet: 1945 Mitarbeiter: 3.777 weltweit Umsatz: 622Mio. Euro (2007/2008) Standorte: Hauptsitz in Schwertberg (AT), neun Produktions betriebe in Europa, Nordamerika und Asien Produkte & Services: Die Engel-Gruppe bietet alle Technologiemodule für die Kunststoffverarbeitung aus einer Hand – Spritzgießmaschinen für Thermoplaste und Elastomere und Automatisierung www.engelglobal.com Kasten: Acoposmulti
Ohne Hydraulik: Energieeffizienz und optimales Preis-/Leistungsverhältnis
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Leistungsfähige Netzgeräte mit intelligenter Lastüberwachung
Der Mix macht’s
Bei industriellen Stromversorgungen stehen heute neben der reinen Energiebereitstellung Themen wie Effizienz, Diagnosefähigkeit und Ausfallsicherheit im Fokus. Eine gute Lösung entsteht erst durch das Zusammenspiel von Netzgerät und…
-
Automatisierung für mobile Roboter in der Produktion
Smarter Transport für beengte Umgebungen
Enge Gassen, platzoptimierte Bereiche, kaum Raum für Fehler: Moderne Produktions- und Lagerhallen nutzen jeden Quadratmeter effizient aus. Genau für diese anspruchsvollen Bedingungen hat Nipper seine fahrerlosen Palettentransportfahrzeuge mit…
-
Zuverlässige Messtechnik für die Desinfektion
Sauberes Trinkwasser
In Anbetracht aktueller Herausforderungen wie Klimawandel und Wasserknappheit, auch in Europa, wird eine sichere Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers immer wichtiger. So verlangt die Gesetzgebung immer mehr Wasseranalysen…
-
Elektro- und Digitalindustrie mit deutlichem Auftragsplus im Frühjahr
Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März zweistellig gestiegen, und zwar um 11,5% gegenüber Vorjahr.
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Die Stärken von Laser-Distanz- und Time-of-Flight-Sensoren mit Anwendungsbeispielen
Wann sind optische Distanzsensoren die bessere Wahl?
Präzise Distanzmessung ist ein entscheidender Faktor für zuverlässige Prozessabläufe und Qualitätssicherung, von der…
-
Edge-IoT Lösungen ohne großen Aufwand implementieren
Maschinendaten mit KI effektiv analysieren
Mit Coligo will Be.services eine Brücke zwischen Automatisierung und Datenanalyse schlagen. Die No-Code-Edge-AIoT-Plattform…
-
Industrielle KI und Datenökosysteme
Zwei Seiten einer Medaille
Allein hochproduktive und zuverlässige Maschinen, Anlagen oder Komponenten zu liefern oder zu betreiben,…
-
Importpreise im März: +2,3% gegenüber März 2025
Die Importpreise waren im März 2026 um 2,3% höher als im März 2025.
-
Verbesserter Ultraschall-Durchflusswandler
Der UFC23 erweitert das Portfolio der ScioSense-Ultraschall-Durchflussmessgeräte um eine reine Front-End-Architektur, bei der…
-
Kleinantriebe für hochdynamische Achsen und präzise Bewegungen
Erweiterung und Upgrade
Wittenstein Cyber Motor erweitert innerhalb seines industriegerechten Kleinservoantriebssystems die Servomotoren der Baureihe Cyber…
-
Safety Engineering mit Integration der Verwaltungsschale
Funktionale Sicherheit durch physikalische Simulation
Im modernen Maschinen- und Anlagenbau ist die funktionale Sicherheit einer der wichtigsten Bestandteile.…
-
Neuheiten Sens
Kontinuierliche Taupunktmessung bis -70°C
Mit dem TDS501 stellt E+E Elektronik einen Taupunktsensor für anspruchsvolle Industrieanwendungen vor.
-
MVO, CRA und NIS 2
Angriffspunkt Maschine: Warum Cybersecurity im Maschinenbau zur Kernaufgabe wird
Maschinen und Anlagen sind heute Teil eines hochvernetzten digitalen Ökosystems. Produktionsdaten fließen in…
-
Warum Software die funktionale Sicherheit in der Robotik neu definiert
Ende der getrennten Welten
Auch wenn kollaborierende Robotik als Treiber der Automatisierung gilt, wächst der Aufwand für…
-
Schneider Electric: Neue Leitung Serviceorganisation DACH
Schneider Electric hat Anika Heinen zum 1. Mai zur Vice President Service DACH…
-
Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer
Phoenix Contact etabliert neuen Chief Sales Officer zur globalen Ausrichtung des Vertriebs. Stephan…
-
ABB steigert Umsatzum 18% in Q1
Dank eines allgemein günstigen Marktumfelds und einer verbesserten Geschäftsperformance ist ABB stark ins…
-
Kompaktes Sicherheitsrelais
Mit dem Sicherheitsrelais PSRcompact baut Phoenix Contact sein Portfolio an Sicherheitsschaltgeräten weiter aus.
-
Sicherheitslösungen für die Intralogistik
Bei den Sicherheitslösungen von Sick für reibungslosen Materialtransporte durch stationäre und mobile Fördertechnik…
-
Cybersecurity an der Edge
Wie sichere Edge-Plattformen Schwachstellen in vernetzten Produktionsanlagen schließen
Vernetzung ist aus der modernen Produktion nicht mehr wegzudenken – ohne Sensoren, Anlagen…
-
Miniatur-Encoder jetzt in Schutzart IP65
Der Miniatur-Encoder BGE16wd von EBE arbeitet aufgrund seiner Gleitlagerung und Hall-sensorischen Umdrehungserfassung verschleißfrei…
-
Hybride Steckverbinderlösung für Machine-Vision-Systeme
Rosenberger erweitert sein Portfolio um HySpeedVision, eine hybride Steckverbinderlösung für Machine-Vision-Systeme in Automatisierung…
-
IP-Schutz und Lizenzierung in ressourcenarmen Embedded-Umgebungen
Wenn der Mikrocontroller zur Schwachstelle wird
Firmware auf Microcontroller-basierten Geräten ist oft unzureichend geschützt – zu wenig Speicher, komplexes…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Offenes Ecosystem wird zur Basis für KI mit Mehrwert
Offenheit als Treiber für die flexible Produktion
-
















