Konventionell aufgebaute Schaltschränke bestehen zumeist aus einer zentralen Steuerung, Schaltgeräten sowie Sensoren und Aktoren, die es gilt, miteinander zu verbinden. Der daraus resultierende Verdrahtungsaufwand ist hoch und potenziell fehleranfällig, die Schaltschränke selbst sind groß und teuer, die Inbetriebnahmen sind zeitintensiv. Die SmartWire-Darwin Technology von Eaton Moeller schlägt die Brücke zwischen der Automatisierungs- und der Schaltgerätewelt, die beiden Welten wachsen gleichsam zusammen. Denn das System verlagert die E/A-Ebene in die Schaltgeräte und ersetzt die konventionelle Steuerverdrahtung zwischen E/A-Baugruppen und Schaltgeräten durch die Darwin-Technik. Gemäß dem Motto \’Verbinden statt Verdrahten\‘ kann der Kunde nun beträchtliche Kosten sparen: Da bei Schützen, Motorstartern, Befehls- und Meldegeräten die komplette Steuerverdrahtung entfällt, entsteht ein übersichtlicher und kompakter Schaltschrank, bei dem Verdrahtungsfehler oder zeitaufwendiges Fehlersuchen der Vergangenheit angehören. Zum Einsatz kommen dabei Moeller-Komponenten aus dem Standard-Lieferprogramm, die mittels einer Kommunikationsanschaltung für den Einsatz an SmartWire-Darwin ertüchtigt werden. Bei Schützen und Motorschutzschaltern entfallen zudem die bislang notwendigen Hilfskontakte, da diese Funktion bereits in der Kommunikationsanschaltung enthalten ist. So lässt sich bereits während der Projektierung eine erhebliche Vereinfachung beim Steuerungs- und Schaltschrankbau erreichen. Für eine spätere Erweiterung muss lediglich ein neuer Teilnehmer angesteckt werden, die Rekonfigurierung erfolgt per Knopfdruck. Geräteanschlusstechnik im und außerhalb des Schaltschranks Bei SmartWire-Darwin stecken Anwender an der von ihnen vorgesehenen und gewünschten Anschlussposition lediglich einen Gerätestecker auf die SmartWire-Darwin-Leitung und verpressen diesen mit einer Quetschzange. Die derart auf der grünen SmartWire-Leitung aufgebrachten Geräteanschlussstecker werden dann einfach aufgeclipst – das gilt sowohl für die RMQ-Befehls- und Meldegeräte als auch für Motorstarter oder Schütze. Standard-Schaltgeräte ergänzen Anwender einfach um ein kommunikationsfähiges Funktionsmodul, das beispielsweise bei einem Schütz direkt aufmontiert wird. Neben der Verwendung von Schaltgeräten können auch Befehls- und Meldegeräte mit M22-Funktionselementen zu Kommunikationspartnern am SmartWire-Darwin ertüchtigt werden. Funktionselemente gibt es für eine Befehlsfunktion (Taster, Schalter, Mehrstellungsanzeige), eine Anzeigefunktion oder eine kombinierte Bedien- und Anzeigefunktion. Die Verarbeitung weiterer Ein-/Ausgangssignale von Schaltgeräten, die noch nicht über die integrierte SmartWire-Darwin-Technologie verfügen, erfolgt durch E/A-Module, die direkt neben der Sensorik/ Aktorik montierbar sind. Die Anwendung ist dabei nicht auf den Schaltschrank begrenzt. Mit einer maximalen Ausdehnung von 100m lassen sich Befehls- und Meldegeräte, die in Aufbaugehäusen oder externen Bedienpulten vorhanden sind, ebenfalls in das System integrieren. Schließlich werden alle Befehls- und Melde- sowie Schaltgeräte im Schaltschrank über die grüne Flachbandleitung – bzw. außerhalb des Schaltschranks über eine Rundleitung – miteinander verbunden. Mit SmartWire-Darwin verbinden Anwender bis zu 99 Teilnehmer miteinander. Die nun noch verbleibende Verdrahtung wird folglich stark minimiert. Und da alle Anbindungen an das Kommunikationssystem steckbar ausgelegt sind, vermeidet der Anwender mit SmartWire-Darwin Verdrahtungsfehler praktisch gänzlich und reduziert obendrein Inbetriebnahmezeiten in beträchtlichem Maße. Anwenderprogramm unverändert Damit SmartWire-Darwin von jedem Anwender ohne spezielle Kenntnisse eingesetzt werden kann, achteten die Entwickler darauf, dass Eingriffe in die Programmierung der Steuerung nicht notwendig sind. So erfolgt die Konfiguration eines SmartWire-Darwin-Netzwerks beispielsweise in easySoft-CoDeSys oder Step 7 ähnlich dem von konventionellen I/O-Systemen, wobei ein SmartWire-Darwin-Netzwerk jenem eines modularen DP-Slaves vergleichbar ist. Das stellt sicher, dass ein OEM, der etwa eine Siemens-Steuerung mit Profibus-Schnittstelle in seinem Schaltschrank einsetzt, auch künftig den gleichen Profibus-Konfigurator verwenden kann und seine Software nicht umstellen muss. Die Datenübermittlung aus dem Netzwerk erfolgt dementsprechend über Gateways, die die Daten über Standard-Feldbussysteme wie Profibus DP oder CANopen zur übergeordneten SPS übertragen. Am Gateway wird das SmartWire-Darwin-Netzwerk gestartet, wobei alle angeschlossenen Teilnehmer automatisch durchgezählt und adressiert werden. Nützlicher Assistent Der \’SmartWire-Darwin-Assistent\‘ unterstützt den Anwender bei der Planung eines SmartWire-Darwin-Netzwerks. Das grafische Softwarewerkzeug stellt Informationen über alle verfügbaren SmartWire-Darwin-Komponenten zur Verfügung und vereinfacht die Planung von SmartWire-Darwin-Topologien. Mit ihm erstellt jeder Anwender gleichsam spielerisch sein spezifisches SWD-Netzwerk. Die Software hilft bei der Auswahl der richtigen Funktionselemente, schlägt korrekte Zubehörteile vor und führt Plausibilitätskontrollen durch. Ein Ausdruck listet alle verwendeten Komponenten mit ihren Bestellbezeichnungen auf. Für feste Netzwerkkonfigurationen lässt sich auch eine spezifische Gerätebeschreibungsdatei (GSD-Datei) erstellen, die einfach ins Programmiersystem zu importieren ist. Der Praxis-Test Um in der Praxis erste Erfahrungen zu sammeln, gab das Eaton Geschäftsfeld Moeller das SmartWire-Darwin an einen externen, unabhängigen Schaltschrankbauer, mit der Bitte, das neue Kommunikationssystem ausgiebig zu testen und seine Erfahrungen und Kritikpunkte mitzuteilen. Karl Hein, Elektro- und Automatisierungstechnik, Euskirchen, ist ein Schaltschrankbauer mit mehr als 40 Jahren Erfahrung und ein ausgewiesener Experte in seinem Fach. Er testete SmartWire-Darwin hinsichtlich der Montage sowie der möglichen Zeit- und Kosteneinsparungen. Karl Hein war überrascht: \“Haupteinsparungen erzielte ich im Bereich der Verdrahtung und der Verdrahtungsprüfung. Von besonderer Bedeutung war, dass die wirklich aufwendige Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung der Einzelkomponenten zur E/A-Ebene der SPS entfällt und durch eine einzige SmartWire-Darwin-Verbindungsleitung ersetzt wird. Früher verdrahtete ich Bedien- und Anzeigeelemente, Motorschutzschalter und Leistungsschütze aufwendig einzeln, danach folgte die Verdrahtungsprüfung. Dies alles entfällt – mit SmartWire-Darwin verbinde ich nur noch und verdrahte nicht mehr. Auch bei aller Sorgfalt ließen sich früher Verdrahtungsfehler nicht immer ausschließen – das passiert mit der neuen Kommunikationstechnologie nicht mehr. Die SmartWire-Darwin-Leitung lässt sich mit Gerätesteckern einfach vorkonfektionieren. Und der Zusammenbau erfolgt letztlich durch einfaches Aufstecken auf die Teilnehmer. Im Vergleich zu konventionellen Lösungen konnte ich den personellen Aufwand schon in ersten Tests um bis zu 60% reduzieren. Auch die Materialkosten ließen sich um bis zu 20% senken. Hauptgrund hierfür ist der Wegfall der bisher benötigten Hilfsschalter für die Schütze und die dafür benötigten SPS-Eingänge, da diese Funktionen in der Kommunikationsanschaltung bereits integriert sind. Zukünftig kann ich bei Projekten mit SmartWire-Darwin kleinere Schaltschränke verwenden, der Wegfall der E/A-Ebene und schmalere Kabelkanäle lassen dies problemlos zu. Als weiteren besonderen Vorteil stellte sich für mich die einfache Programmierung dar. Beim Erstellen des Applikationsprogramms für die SPS ändert sich für mich nichts. Rückmeldungen und Diagnosefunktionen aller angebundenen Teilnehmer sind einfach auswertbar, hierzu benötigt es keine zusätzlichen E/A-Punkte an der SPS. Als Fazit kann ich sagen: Einsparungen erzielte ich mit SmartWire-Darwin durchgehend bei den Bereichen Planung und Projektierung, Montage und Verdrahtung, Verdrahtungsprüfung und Inbetriebnahme\“. Karl Hein wurde nach diesen ausgiebigen Untersuchungen und Erfahrungen von Moeller beauftragt, SmartWire-Darwin-Musterschaltschränke für die Hannover Messe zu bauen. Auch bei diesen Stresstests zeigte sich der erfahrene Schaltschrankbauer begeistert: \“Es ist schon verblüffend, was mit SmartWire-Darwin in kurzer Zeit gelingt. Das System kann sowohl in der Industrie- als auch in der Gebäudeautomation optimal und kostensparend eingesetzt werden.\“ Die Vorteile auf einen Blick: – 60% reduzierte Montagekosten – 40% Platzersparnis – 30% geringerer Projektierungsaufwand – 20% reduzierte Materialkosten – Effiziente Teilnehmerdiagnose Zusammenfassung
SmartWire-Darwin im Praxistest: Kommunikation ersetzt Verdrahtung
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei der Installation von Förderanlagen oft ein kompaktes Design gefragt. Der schwedische Maschinenbauer Fredriksons nutzt die…
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart Factory auf.
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen Unternehmen noch immer erst spät im Entwicklungsprozess. Bomag hat diesen Ablauf grundlegend verändert: Mit Eplan…
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern entwickeln sich zu dezentralen, datengesteuerten Systemen, die zunehmend davon abhängen, wie Informationen durch das System…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Nachgefragt: Wie weit die Industrie bei Umsetzung, Security und Compliance ist – Teil 1
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Messevorschau Sensor+Test 2026
Starkes Rahmenprogramm auf dem Branchentreffpunkt
Die Sensor+Test 2026 bietet ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fachforen und Kongressen. Besucher erhalten…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
Dezentrale Servomotoren kommen häufig bei räumlich verteilten Einzelachsen zum Einsatz. Die im Motor…
-
Cobots bringen mehr Effizienz in die EMS-Fertigung
Bestückung neu gedacht
Mit Cobots lassen sich auch komplizierte Prozesse teilautomatisieren, etwa die Bestückung von Leiterplatten…
-
Neue Ansätze und Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik
Mehr als nur nachhaltig
> Neue Ansätze & Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik. Bürkert unterstützt Transformationsprozess mit Lösungen…
-
Assistenz für reproduzierbare Fertigungsschritte
Digitale Ordnung statt Papierstapel
Auch wenn viele Produktionen hochautomatisiert sind, spielt sich ein entscheidender Teil der Wertschöpfung…
-
Hohe Untersetzungen und Präzision
Kombinationsgetriebe
Dunkermotoren stellt mit den neuen WG-Kombinationsgetrieben eine wirtschaftliche Lösung für Anwendungen vor, die…
-
Erfassung analoger Signale
Analoges Mixmodul
Das analoge Mixmodul AM 821 aus der S?Dias?Serie von Sigmatek kombiniert acht analoge…
-
Was wurde eigentlich aus …
SafetyBridge Technology von Phoenix Contact?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 5/2016 ging es unter dem Titel: ‚Die SafetyBridge…
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
Automatisierung bedeutet heute mehr als präzise Bewegungsabläufe. Um zukunftsfähige Maschinen zu entwickeln und…
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
Kompakte Panel-SPS-Lösungen mit integrierter Steuerung und I/Os ermöglichen den wirtschaftlichen Ersatz klassischer Handbedienelemente,…
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
Der neue MX-System Designer von Beckhoff ermöglicht strukturierte und technisch validierte elektrische Auslegung…
-
60% erleben mindestens einen Cyberangriff pro Jahr
TXOne Networks hat seinen Annual OT/ICS Cybersecurity Report 2026 veröffentlicht.
-
Embedded-PC für Edge Computing
Der Embedded-PC DX-1300 von Spectra wurde entwickelt um den steigenden Bedarf an Echtzeitdatenverarbeitung…
-
Einsatz des digitalen Zwillings steigt
Das Industrie-4.0-Barometer von MHP und der LMU zeigt: Industrieunternehmen setzen immer mehr Industrie-4.0-Technologien…
-
Über 200 Artikel
Bedienen und Signalisieren
Mit einem umfangreichen Systembaukasten präsentiert Phoenix Contact neue Lösungen für das Bedienen und…
-
Für Ex-Bereiche
Magnetfreier IE6-Motor
ABB bietet einen IE6 Hyper-Efficiency-Motor anbietet, der nach Atex- und IECEx-Anforderungen für den…
-
Für Rechenzentren
Direct-to-Chip-Flüssigkühlung
Der steigende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), High-Performance-Computing (HPC) und beschleunigten Workloads führt…
















