Paketorientierte Übertragungsdienste wie GPRS sind heute längst nicht mehr nur mit Funktelefonen zur mobilen Internetanbindung in Verbindung zu bringen. Gerade im Bereich der Fernwirktechnik spielt dieser auf dem GSM-Netz basierende Dienst eine wichtige Rolle. Bei vielen Anlagen sind keine privaten Leitungen oder Telefonanschlüsse verfügbar, deren nachträgliche Installation ist häufig zu teuer oder aufgrund geographischer Gegebenheiten nicht möglich, wie z.B. bei älteren Windenergieanlagen (Bild1) oder mobilen Applikationen, wie der Containerüberwachung. Lizenzpflichtige Funklösungen wie die Nutzung des Fernwirkfunks im 448MHz-Band scheitern oft an der Entfernung oder erfordern aufgrund des Geländeprofils erhöhte Investitionen in die Infrastruktur (Sendemasten, Blitzschutzmaßnahmen usw.), sodass sie ebenfalls keine Alternative bieten. Gleiches gilt verstärkt für lizenzfreie Funklösungen, deren Störanfälligkeit, beispielsweise durch andere Funkteilnehmer, eine Nutzung für Übertragungen über größere Entfernungen mit höherem Verfügbarkeitsbedarf ausschließt. In all diesen Fällen ist GPRS – ein Dienst, der freie GSM-Kapazitäten zur paketorientierten Datenübertragung nutzt – das geeignete Übertragungsmedium, um Fernwirkaufgaben oder die zentrale Überwachung von Anlagen zu realisieren: Immerhin weisen die GSM-Netze mit 85% Marktanteil eine Netzabdeckung von über 80% der Weltbevölkerung in 220 Ländern auf (Quelle: www.gsmworld.com), sodass die Investition in eigene Übertragungsnetze zum einen nicht erforderlich und zum anderen auch wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Kostenvorteile durch GPRS Im Gegensatz zur Datenübertragung über den CSD-Dienst (Modemmodus) innerhalb des GSM-Netzes wird GPRS volumenbasiert abgerechnet. Meist werden bei GPRS spezifische M2M-Tarife (Machine-to-Machine) gewählt, mit denen eine kostengünstige und dauerhafte Online-Anbindung ohne lästige Verbindungsaufbauzeiten möglich ist. Um zu hohe Datenvolumina und damit verbundene Mehrkosten zu vermeiden, ist es jedoch erforderlich, effiziente Protokolle und ereignisorientierte anstelle zyklischer Datenübertragungsverfahren einzusetzen. In Deutschland sind bei manchen Netz-Providern 50MByte Datenvolumen bereits für rund 10 Euro monatlich zu haben, und der Trend sinkender Providerkosten hält an. GPRS stellt damit die preisgünstigste 24-Stunden-Online-Verbindung dar. VPN-Sicherheit ohne Zusatzkosten Bei einer typischen Mobiltelefon-Anbindung über GPRS an das Internet läuft die Kommunikation nur in eine Richtung: Internetseiten werden auf Anfrage des Mobiltelefon-Nutzers zum Mobiltelefon gesendet. Zugriffe vom Internet auf das Mobiltelefon werden vom Mobilfunkprovider über die Firewall blockiert. Die in der Fernwirktechnik erforderliche Option, von der Zentrale aus auch unaufgefordert auf den GPRS-Teilnehmer zugreifen zu können, ist darum nicht ohne weiteres möglich. Um trotzdem die Möglichkeit einer Datenkommunikation in beide Richtungen anzubieten, stellen einige Provider Virtual-Private-Network-Lösungen (VPN) bereit. Damit verbunden sind aber eigene Vertragswerke, die weitere Dienstleistungen wie etwa die Abstimmung von IP-Adressen umfassen. Hierdurch entstehen zusätzliche monatliche Kosten, die diese Lösung in vielen Fällen unattraktiv macht. Eine wirtschaftliche Lösung ist der Einsatz des GPRS-Routers MD741-1 von Siemens. Bei diesem Gerät gibt es die Möglichkeit, ohne zusätzliche Dienstleistungen des Providers und über gängige SIM-Karten, ein VPN über das NAT-Gateway und die Firewall des Mobilfunkproviders hinweg aufzubauen, der dauerhaft online gehalten wird. Dadurch kann die drahtlose Kommunikation auch zwischen zwei Teilnehmern bidirektional ablaufen. Die Zwei-Wege-Kommunikation kommt z.B. beim \’Condition Monitoring\‘ zum Einsatz: die Zentrale wird nicht nur mit Daten versorgt, sondern die Messwerte in den überwachten Prozessstationen können auch – speziell bei starken Veränderungen – in kürzeren Intervallen erfasst werden, damit schnell und gezielt auf Veränderungen reagiert werden kann. Solch eine zustandsorientierte Überwachung ist besonders dann wichtig, wenn Anlagenstillstände zu größeren wirtschaftlichen Schäden führen würden und deshalb vermieden werden müssen. Gestiegene Datenübertragungsraten Von besonderem Vorteil sind die mit GPRS zu erzielenden Datenübertragungsraten. Während mit dem CSD-Dienst innerhalb des GSM-Netzes Geschwindigkeiten von ca. 9,6KBit/s erreicht werden können, liegen die theoretischen Geschwindigkeiten mit GPRS bei bis zu rund 107KBit/s (8 x 13,4KBit/s). Durch die Kanalfreigabebeschränkungen der GSM-Provider sind im Regelfall allerdings Datenraten vergleichbar mit denen eines analogen Modems zu erwarten. Die Erweiterung des GPRS über die Einführung zusätzlicher Modulationsverfahren, genannt EDGE oder EGPRS, erhöht die Datenübertragungsraten des GPRS um das vier- bis fünffache. Die Erfahrung zeigt, dass die Geschwindigkeit von EDGE sogar höher ist als die von UMTS-Verbindungen in unzureichend versorgten Gebieten. Im Gegensatz zu UMTS ist EDGE außerdem weltweit nahezu überall verfügbar. In einigen wenigen Ländern, wie z.B. Deutschland, bieten manche Mobilfunkprovider in mit UMTS versorgten Ballungsräumen statt EDGE (EGPRS) jedoch nur das normale GPRS an. Der GPRS-Router MD741-1 von Siemens ist bereits für die höheren Übertragungsraten eingerichtet und beherrscht sowohl GPRS als auch EDGE- (EGPRS)-Techniken. Datensicherheit Natürlich spielt – bedingt durch das Gefahrenpotenzial des Internet – die Datensicherheit eine entscheidende Rolle. Insbesondere Verbindungen für den Austausch von Prozessdaten in Automatisierungsanwendungen müssen durch die VPN-Technologie gegen Manipulation von außen geschützt werden. Bei dem GPRS-Router MD741-1 ist die Datensicherheit durch das Sicherheitsprotokoll IPsec gewährleistet. Dieses standardisierte Verfahren verschlüsselt den gesamten Datenverkehr, der mittels Authentifizierungsverfahren über einen VPN-Tunnel abläuft. Durch diese Sicherheit ist die Gefahr einer Datenmanipulation praktisch ausgeschlossen. Fernwirktechnik bei Siemens Mechanical Drives Wie auch für viele andere Unternehmen gewinnt die drahtlose Fernwirktechnik für die Business Unit Mechanical Drives der Siemens AG (ehemals A. Friedr. Flender AG) zunehmend an Bedeutung. Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Komponenten der mechanischen und elektrischen Antriebstechnik. Der Geschäftsbereich Service International bietet Serviceleistungen zu diesen Komponenten an. Dabei handelt es sich vorwiegend um Instandsetzungsarbeiten und Problemanalysen von Getrieben, u.a. auf Windenergieanlagen. Mobile Messeinsätze, Telediagnoseservices zur schwingungsbasierten Zustandsüberwachung der Getriebe und sogenannte temporäre \’Troubleshooting\‘-Einsätze für Problemanalysen mit mobilen Messsystemen gehören zum Leistungsspektrum des Dienstleisters. Problemstellung Der Internetzugang über Telefonleitungen ist bei größeren Windparks heute weitestgehend gewährleistet. Zahlreiche Windenergieanlagen in geringeren Leistungsklassen werden aber erst mit \’Condition-Monitoring\‘-Systemen nachgerüstet, nachdem die Serviceverträge mit dem Hersteller ausgelaufen sind und der Betreiber der Anlagen für die Instandhaltung selbst verantwortlich ist. Durch die permanente Messdatenaufzeichnung der \’Condition-Monitoring\‘-Systeme werden Maschinenausfälle nunmehr vorhersehbar. Häufig jedoch stehen bei einzelnen Windenergieanlagen oder kleineren Windparks nur unzureichende Kommunikationsanbindungen zur Verfügung. Telefonleitungen bis hin zur Gondel der Windkraftanlage werden von der Telekom nicht installiert, sodass hier der Bedarf an drahtloser Datenkommunikation besonders hoch ist. Die Lösung: GPRS Der GPRS-Router MD741-1 bietet der Service International eine vom jeweiligen Anlagenbetreiber unabhängige drahtlose Internetanbindung, verbunden mit einer eindeutigen Kostenzuordnung für diesen Kommunikationskanal. Die Installation der Kommunikation und des VPN gestaltet sich einfach, sodass die Parametrierung über die Security Appliance Scalance S ohne spezielles IT-Fachpersonal erfolgen kann (www.siemens.com. Durch die EDGE-Technologie sind die zu erzielenden Datenübertragungsraten mehr als ausreichend für die Anwendung (Bild3). Ausschlaggebend für Mechanical Drives ist außerdem die hohe Datensicherheit im VPN, die durch IPsec gewährleistet wird. Testlauf Die Applikation wurde durch Service International im Frühjahr 2008 über einen Zeitraum von drei Wochen auf einer Windenergieanlage nahe Hannover getestet. Als Hauptkomponenten wurden der GPRS-Router MD741-1 und das Security-Modul Scalance S612 eingesetzt (Bild 4). Durch das gemeinsame Projektierungstool konnte relativ einfach ein VPN-Tunnel zwischen der Station und der Zentrale eingerichtet werden. Während des gesamten Zeitraumes war der Online-Zugriff gewährleistet und Datenverluste konnten nicht festgestellt werden. Zurzeit ist das MD741-1 an einem temporären \’Condition-Monitoring\‘-System eines Kunststoffextruders im Einsatz. Generell sieht die Service International den Einsatz überall dort, wo eine Internetanbindung über Telefonleitungen nicht möglich ist oder bei sogenannten Troubleshooting-Einsätzen. Troubleshooting-Einsätze machen die Einrichtung eines Diagnosesystems nur temporär über einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen erforderlich, z.B. wenn mechanische Probleme auf einer Anlage vermutet werden, eine dauerhafte Onlineüberwachung ist nicht notwendig. In solchen Fällen wird Service International auch in Zukunft auf die GPRS-Applikation mit dem MD741-1 setzen. Kundennutzen Durch den Einsatz des MD741-1 wird die Service International von der Verfügbarkeit von Telefonleitungen unabhängig. Die einfache Installation und die Kombination mit Scalance S führen zu einer schnellen Einsatzbereitschaft. Auch die Datensicherheit ist durch das im EGPRS-Router integrierte Sicherheitsprotokoll IPsec gegeben. Da man durch IPsec nicht auf die Dienstleistung weniger Mobilfunkprovider beschränkt ist, bietet die flexible Wahl von GPRS-Providern und Tarifen im nationalen und internationalen Geschäft einen zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteil. Die internationalen Länderzulassungen des MD 741-1 sind ein weiterer entscheidender Faktor für den weltweiten Einsatz dieses Überwachungssystems (support.automation.siemens.com. Weitere Einsatzmöglichkeiten des MD741-1
Fernüberwachung mit GPRS: GPRS-Router im \’harten Wind\‘
-
Engineering & Digitalisierung
Der ganz einfache Einstieg in die Produktionsanalyse
Mitsubishi Electric erweitert sein Softwareportfolio um die browserbasierte DataNavigateApp.
-
Mit dem Smartphone auslesbar
Nutzungsüberwachung für Crimpwerkzeuge
Im Schaltschrank- und Maschinenbau hängt die Qualität elektrischer Verbindungen maßgeblich von der Zuverlässigkeit der eingesetzten Crimpwerkzeuge ab.
-
Sensorik
Induktiver Wegsensor überwacht thermische Gehäusedehnungen
Avibia erweitert sein Portfolio zur Schwingungs- und Zustandsüberwachung um den induktiven Wegsensor HEP-100 von MC-Monitoring.
-
Überbrückung von Netzunterbrechnungen
Puffermodule mit 20 und 40A
Mit den neuen PCC-1424-200-0 und PCC-1424-400-0 erweitert Block sein Portfolio um leistungsstarke Puffermodule mit 20 und 40A.
-
Stromversorgung
IPC-Netzteil erhält Schutzlackbeschichtung für raue Umgebungen
Bicker Elektronik erweitert sein lüfterloses 200W-Industrie-PC-Netzteil BEP-520C um eine standardmäßige Schutzlackbeschichtung (Conformal Coating).
-
Cybersecurity
Arm-basierte Industriecomputer erhalten IEC62443-4-2-SL2-Zertifizierung
Moxa hat für seine 64Bit-Arm-basierten Industriecomputer der UC-Serie mit dem Betriebssystem Moxa Industrial…
-
Industrielle Kommunikation
Modulare Routergeneration kombiniert Flexibilität, Edge Computing und Security
Insys Icom erweitert sein Portfolio um die modulare Routergeneration MRX.neo.
-
Rekordbeteiligung beim 2026 European Ethercat Plug Fest
Das 36. European Ethercat Plug Fest endete nach zwei intensiven Tagen am 15.…
-
Kanalabsicherung mit Switch-Mode-Design
Intelligente Fehlerstrategie für DIN-Schienen-Netzteile
24V-Schaltschränke für die DIN-Schiene enthalten wichtige Stromversorgungs- und elektronische Sicherungsvorrichtungen (E-Fuses) für eine…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an…
-
Interview: Wie Hilscher und Schwarz Digits eine europäische Edge-to-Cloud-Infrastruktur für industrielle Datenräume und digitale Services aufbauen
Datensouveränität beginnt an der Maschine
Maschinendaten gelten als Grundlage für digitale Services, KI-Anwendungen und neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig steigen…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter…
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
















