? Auch Marel setzt darauf. Nach mehreren Übernahmen wollte der Anbieter von Anlagen, Software und Dienstleistungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie seine Außendienstprozesse weltweit standardisieren. Marel führte ServiceMax Mobile für iPad für mehr als 750 Techniker und Servicemitarbeiter ein und integrierte es in Salesforce. Dadurch hat sich die Zusammenarbeit zwischen Service und Vertrieb verbessert, das Unternehmen verzeichnet kürzere Reaktionszeiten und eine höhere Produktivität im Außendienst.

Altsysteme bremsen die Transformation

Das größte Hindernis auf dem Weg zur Servitization ist laut Studie die Integration von Altsystemen: 69% nennen sie als zentrale Herausforderung. Denn diese Systeme nutzen meist inkompatible Datenformate und lassen sich schwer oder gar nicht mit modernen Cloud-basierten Lösungen integrieren. Um den laufenden Betrieb nicht zu gefährden, empfiehlt es sich, Altsysteme nach und nach abzulösen oder zu integrieren. Entscheidend ist, dass langfristig ein digitaler Faden von der Entwicklung über Fertigung und Auslieferung bis zum Betrieb und Service im Feld entsteht.

? LiftOne, ein Full-Service-Händler für Materialtransport- und Lagerlösungen, ersetzte 15 Jahre alte Tools und papierbasierte Prozesse durch die Cloud-Lösung ServiceMax. Sechs Monate nach Einführung gingen die gefahrenen Kilometer deutlich zurück, weil Einsätze besser koordiniert wurden. Die Arbeitszeit verlagerte sich vom internen Aufwand hin zum externen Kundenservice, die Produktivität der Techniker nahm um 90% zu.

Servitization beginnt in der Entwicklung

Eine wichtige Erkenntnis lautet: Servitization ist kein reines Serviceprojekt, sie beginnt in der Produktentwicklung. Wenn Maschinen und Anlagen später überwacht, gewartet, aktualisiert und Performance-orientiert betrieben werden sollen, müssen Datenmodelle, Konnektivität, Wartungsfreundlichkeit und Ersatzteilstrategien früh berücksichtigt werden. Dafür braucht es eine enge Verzahnung von Engineering, Produktion, Service und Vertrieb. Produktdaten, Servicehistorien, Stücklisten, Softwarestände, Ersatzteile und Felddaten müssen zusammengeführt werden. Dann lassen sich aus den Daten der installierten Basis auch Erkenntnisse ziehen, die in die Entwicklung zurückfließen. Die Basis hierfür bildet ein Intelligent Product Lifecycle – ein durchgängiger digitaler Faden von der Entwicklung bis zur Wartung, der auf einer soliden Produktdatengrundlage im Engineering basiert. Er macht den Wert dieser Daten unternehmensweit nutzbar, auch für KI-Anwendungen.

Vom Lieferanten zum Partner

Für Maschinenbauer und Automatisierungsanbieter ist Servitization eine Chance, zum strategischen Partner ihrer Kunden zu werden. Ihre Entwicklungsteams erkennen, welche Komponenten häufig ausfallen. Vertrieb und Marketing verstehen besser, was Kunden wirklich benötigen. Ersatzteil- und Logistikmanagement können Bedarfe exakter planen. Die Unternehmensführung erhält Einblicke in die Profitabilität von Serviceangeboten und seiner installierten Basis. Gleichzeitig erfüllen sie die Erwartungen der Industrieunternehmen: leistungsfähige Maschinen oder Anlagen mit hoher Verfügbarkeit, planbaren Betriebskosten und kontinuierlichen Verbesserungen. Ein Gewinn also für beide Seiten.

Seiten: 1 2 3