Factory-X-Konsortium zieht Bilanz nach Projektabschluss

FX Abschlussevent Teilnehmer small
Bild: Open Industry 4.0 Alliance

Zum Abschluss von zweieinhalb Jahren gemeinsamer Projektarbeit hat das Factory-X-Konsortium beim Abschlussevent am 17. und 18. Juni in Berlin Bilanz gezogen. Nach Angaben der Projektbeteiligten bildet der Abschluss der Konsortialprojektphase eine Grundlage für die operative Nutzung eines offenen digitalen Datenraums für Fabrikausrüster und -betreiber. Dies eröffne neue Möglichkeiten für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in industriellen Wertschöpfungsketten.

Unter der Konsortialführung von Siemens und SAP haben 47 Konsortialpartner sowie zehn assoziierte Partner aus Industrie, Mittelstand, Verbänden und Forschung gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet. Als Leuchtturmprojekt innerhalb der Initiative Manufacturing-X habe Factory-X gezeigt, wie sicherer, standardisierter und föderativer Datenaustausch nicht nur entlang von Lieferketten, sondern auch direkt in der Fabrik und auf dem Shopfloor Nutzen erzeugen könne, so die Beteiligten.

Im Fokus des Projekts stand der Aufbau einer technischen und organisatorischen Basis, die es Unternehmen ermöglichen soll, Daten souverän zu teilen, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und industrielle Prozesse resilienter, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Den Projektpartnern zufolge bildet Factory-X damit zugleich die Basis Grundlage für den Einsatz industrieller KI.

Integrationsarchitektur MX-Port

Als ein wesentliches Ergebnis des Projekts beschreiben die Partner den MX-Port. Dabei handelt es sich um eine branchenübergreifend einsetzbare technische Integrationsarchitektur, die den multilateralen Austausch industrieller Daten ermöglicht und die Voraussetzung für standardisierte Schnittstellen, gemeinsame Datenmodelle und interoperable Datenflüsse über Unternehmens- und Ökosystemgrenzen hinweg bildet. Laut Konsortium unterstützt MX-Port mit seinen verschiedenen Konfigurationen durchgängige und vertrauensvolle Datenflüsse entlang verschiedener industrieller Wertschöpfungsketten.

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Elf Use Cases umgesetzt

Darüber hinaus wurden im Projekt elf konkrete Anwendungsfälle spezifiziert, prototypisch umgesetzt und validiert. Sie sollen zeigen, welchen Nutzen Datenräume in der Praxis schaffen können – von der besseren Zusammenarbeit zwischen Fabrikausrüstern und -betreibern über datenbasierte Services und Qualitätsprozesse bis hin zu neuen Möglichkeiten für KI-basierte Anwendungen und autonome industrielle Prozesse.

Projektergebnisse veröffentlicht

Die in Factory-X erarbeiteten Open-Source-Software-Programme wurden im GitHub zu Factory-X (Factory-X Contributions) und auf der Tractus-X-Plattform (eclipse-tractusx.github.io veröffentlicht, weitere inhaltliche Projektergebnisse sind auf der Factory-X-Website einsehbar.

Grundsteine für den operativen Betrieb gelegt

Im Rahmen der Projektarbeit wurden die Voraussetzungen für einen dauerhaften operativen Betrieb geschaffen. Das Konsortium verweist darauf, dass bestehende Betreibergesellschaften wie Cofinity-X bereits heute den laufenden Betrieb sicherstellen. Daraus lasse sich ableiten, dass die im Projekt entwickelten Konzepte industriell skalierbar seien.

Zielgruppe Mittelstand

Einen besonderen Fokus legt das Konsortium auf den Mittelstand. Die Projektpartner betonen, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen praxistaugliche, bezahlbare und leicht integrierbare Lösungen im Rahmen ihrer digitalen Transformation benötigen. Factory-X trage hier dazu bei, die Eintrittshürden zu Datenräumen zu senken und mittelständischen Unternehmen Zugang zu neuen datenbasierten Geschäftsmodellen zu ermöglichen.

Übergang in Umsetzung und Skalierung

Die Ergebnisse des Konsortialprojekts sollen nun in eine nächste Phase überführt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die operative internationale Nutzung, die Weiterentwicklung der technischen Komponenten, die Integration in industrielle IT-Anwendungen sowie die Skalierung über bestehende Betreibermodelle. Die Arbeiten werden unter dem Dach der Plattform Industrie 4.0 und mit Partnern aus Industrie, Verbänden und Organisationen im Kontext von Manufacturing-X weitergeführt. Dazu gehören insbesondere VDMA, ZVEI, Catena-X e.V., IDSA und IDTA.

Ziel ist es, die im Projekt entwickelten Konzepte und Architekturen weiter zu harmonisieren, in reale Anwendungen zu überführen und die internationale Anschlussfähigkeit industrieller Datenräume zu stärken.

Weitere Informationen finden sich hier: factory-x.org