
Moderne Verpackungsmaschinen und -linien bestehen aus einer Vielzahl von Automatisierungskomponenten unterschiedlicher Hersteller – SPS, Antriebe, Roboter, HMI-Systeme. Jede dieser Komponenten bringt eigene Engineering-Umgebungen, Versionsstände und Updatezyklen mit. In der Praxis bedeutet das: lokale Softwareinstallationen auf unterschiedlichen Rechnern, manuelle Updates ohne einheitliche Protokollierung und eine Dokumentationslage, die im Störfall kaum verwertbar ist. Die OrchestrationSuite von SEW-Eurodrive, auf der Interpack 2026 in Düsseldorf erstmals in vollem Umfang präsentiert, setzt an diesem Punkt an. Die cloudbasierte Plattform verwaltet Automatisierungssoftware zentral, herstellerunabhängig und über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage hinweg – von der Entwicklung bis zum laufenden Betrieb.
DevSecOps als Architekturprinzip
Die Plattform wurde konsequent nach DevSecOps-Prinzipien entwickelt, die Softwareentwicklung (Dev), IT-Betrieb (Ops) und Informationssicherheit (Sec) strukturell verzahnen. Konkret bedeutet das: zentrale Versionsverwaltung, strukturierte Release-Prozesse und CI/CD-Pipelines – Konzepte, die in der IT-Welt seit Jahren etabliert sind, in der OT-Praxis des Maschinen- und Anlagenbaus aber bislang kaum Einzug gehalten haben. Grundlage dafür ist eine Partnerschaft mit dem Softwareunternehmen Software Defined Automation Inc. (SDA) mit Sitz in Boston und Garching bei München. SDA bringt die Technologiebasis mit, über die bewährte DevOps-Workflows auf industrielle Automatisierungsumgebungen übertragen werden – vom Shopfloor bis in die Cloud. Die eigene Antriebs- und Automatisierungsplattform Movi-C von SEW-Eurodrive ist vollständig in die OrchestrationSuite integriert, über offene Schnittstellen lassen sich auch Drittanbieter-Tools einbinden.
Ingenieure arbeiten direkt im Browser, ohne lokal Software installieren zu müssen. Die Engineering-Umgebungen werden als IDE-as-a-Service in der Cloud bereitgestellt; die Kommunikation mit den Feldgeräten erfolgt verschlüsselt über VPN. Über standardisierte APIs sind Funktionen wie Softwareverteilung, manuelles und automatisch geplantes Backup, Versionsverwaltung und Codevergleich verfügbar – unabhängig von der eingesetzten Engineering-Umgebung. Backups lassen sich auch dann über FTP bzw. SFTP erstellen, wenn keine Hersteller-APIs zur Verfügung stehen. IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert ohne grossen Trainingsaufwand: Selbst Einsteiger ohne Vorkenntnisse können dank kostenfreiem Baumer How-to-Tutorial IO-Link Geräte schon nach 80 Minuten in die SPS integrieren. ‣ weiterlesen
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KI-gestützte Codegenerierung und Dokumentation
Auf der Interpack demonstrierte SEW-Eurodrive erstmals live eine KI-gestützte Generierung von SPS-Code. Funktionsbeschreibungen werden in natürlicher Sprache eingegeben und innerhalb weniger Sekunden in Steuerungscode übersetzt, der anschließend automatisch kompiliert und für die Softwareverteilung vorbereitet wird. Ergänzt wird das durch eine automatisierte Dokumentationsfunktion: Änderungen zwischen Codeständen werden transparent erklärt, bestehende SPS-Programme strukturiert aufbereitet und verständlich dokumentiert. Das verringert den manuellen Aufwand bei Übergaben, Wartungseinsätzen und Audits spürbar. Änderungen erhalten Zeitstempel und Verantwortungszuordnungen, Teams können parallel entwickeln, Codeversionen vergleichen und bei Bedarf auf ältere Stände zurückrollen.
Zero Trust und Compliance by Design
Der Remotezugriff auf Anlagen und Engineering-Daten erfolgt nach dem Zero-Trust-Prinzip: Jeder Zugriff – ob durch interne Mitarbeiter oder externe Dienstleister – wird einzeln authentifiziert und auf das jeweils notwendige Minimum beschränkt. Identitäten werden zentral verwaltet, Zugangsdaten geschützt, sämtliche Vorgänge protokolliert. Durch ‚Compliance by Design‘ sind regulatorische Anforderungen an Cybersicherheit und Betriebssicherheit bereits in der Architektur der Plattform berücksichtigt, nicht erst nachträglich ergänzt. Die Plattform schafft damit eine nachvollziehbare Grundlage für moderne OT-Umgebungen, in denen Anforderungen wie die NIS-2-Richtlinie oder der Cyber Resilience Act zunehmend relevant werden.















