
Im Maschinen- und Anlagenbau hat sich IO-Link als Standard in der bidirektionalen Kommunikation für Sensoren und Aktoren bewährt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Nachdem die IO-Link-Devices einfach integriert wurden, profitiert der Anwender u.a. von verbesserten Diagnosemöglichkeiten und einer zentralen Parametrierung. Kurz gesagt: Die Intelligenz gelangt einfach von der Steuerungsebene bis herab zur Sensor-Aktor-Ebene.
Entsprechend vielfältig sind die Anwenderbranchen von IO-Link, wobei sich die Motivation für dessen Einsatz durchaus unterscheidet. Die Automobilindustrie wünscht hohe Sensor-Intelligenz, die Intralogistik eher eine einfache Installation, kurze Inbetriebnahmezeiten und große Flexibilität bei Umbauten an den Anlagen. So oder so ermöglicht IO-Link eine konsequente Automatisierung bis zum Endgerät.
Im Gesamtportfolio der Automatisierungstechnik von Murrelektronik deckt IO-Link die letzten Meter bis zum Sensor oder Aktor ab. Auf den oberen Ebenen stehen u.a. Vario-X für eine schaltschranklose Automatisierung sowie Netzwerk- und Feldbuskomponenten für einen kompletten Systemaufbau zur Verfügung. Das IO-Link-Portfolio deckt die ganze Bandbreite ab – vom Master über I/O-Module bis zu Aktoren wie Signalsäulen und Bediengeräten. Hinzu kommen weitere Systemkomponenten wie Stromversorgungen, analoge Signalkonverter und IO-Link-Induktivkoppler zur Übertragung von Signalen und Energie über einen Luftspalt.
Für verbesserte Konnektivität: der IO-Link Multiplier
Eine der beiden wesentlichen Neuheiten im IO-Link-Portfolio von Murrelektronik ist der IO-Link Multiplier. Das IO-Link Device stellt vier IO-Link Ports mit voller IO-Link-Funktionalität zur Verfügung. Somit können an nur einem IO-Link Masterport nun bis zu vier IO-Link Devices angeschlossen werden. IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert ohne grossen Trainingsaufwand: Selbst Einsteiger ohne Vorkenntnisse können dank kostenfreiem Baumer How-to-Tutorial IO-Link Geräte schon nach 80 Minuten in die SPS integrieren. ‣ weiterlesen
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
Die Abkehr von der klassischen Punkt-zu-Punkt-Verbindung auf der Feldebene hat zur Folge, dass der Konstrukteur bzw. der Maschinenbauer die Anzahl der Master- sowie der Feldbusmodule reduzieren und nun auch mit IO-Link modulare Systeme aufbauen kann. Zudem lassen sich mit dem Multiplier bei Retrofit-Anwendungen, weitere IO-Link-Komponenten in die bestehende Infrastruktur einbinden, ohne die Feldbusarchitektur anpassen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten, sondern ermöglicht auch ganz neue und vereinfachte Topologien. Konkret: An einen Master mit acht IO-Link-Ports können über den IO-Link Multiplier nun bis zu 32 IO-Link Devices mit voller Funktionalität angeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Multiplier die Verbindungslänge zwischen Master und Device verdoppelt. Statt 20m können über den Multiplier als Zwischenstation nun 40m in einem Strang realisiert werden. Das erweitert die IO-Link Infrastruktur und bringt neue Möglichkeiten – besonders in größeren Anlagen. Zum einen lassen sich beliebige IO-Link Devices an dem Multiplier betreiben und so einfach in IO-Link Systeme integrieren, zum anderen ermöglicht es einen modularen Aufbau mit IO-Link.

IO-Link pur und transparent
Mit Pure.IO bringt Murrelektronik zudem eine neue Produktfamilie, bestehend aus IO-Link-Mastern und IO-Link-I/O-Modulen auf den Markt. Diese sind rund 20 Prozent kompakter und 2,5-mal leichter als herkömmliche Feldbusmodule und bieten mit dem neuen Gehäusedesign vollständige Transparenz, da die Diagnose- und Status-LEDs von allen Seiten sichtbar sind.
Die Pure.IO Module eignen sich für alle, die kompakte und wirtschaftliche Lösungen suchen, um IO-Link-Systeme aufzubauen, ohne dabei auf Funktionalitäten zu verzichten und trotzdem volle Transparenz vor Ort zu haben. Außerdem erschließen sie neue Vorteile für IO-Link, wie die Installation an beweglichen Anlagenteilen, bei denen das Gewicht der Komponenten möglichst gering sein sollte, und die Montage in beengten Bauräumen.
Einfach weiterschleifen: Anschluss im Daisy-Chain-Prinzip

Zu den besonderen Funktionalitäten von Pure.IO gehört die Möglichkeit, die Signale einfach weiterzuschleifen: Zwei IO-Link-I/O-Module können im Daisy-Chain-Prinzip verbunden werden. Das ermöglicht schlankere Verdrahtungskonzepte bei doppelt so vielen I/Os pro IO-Link Master – was Kosten spart, den Verkabelungsaufwand reduziert und Kabeldurchführungen verkleinert.
Die Pure.IO-Module ergänzen die bekannten und etablierten Produktlinien MVK Pro und Impact67 Pro, die für hohe Performance in rauer Umgebung stehen und auch weiterhin im Portfolio bleiben. Mit Pure.IO bietet Murrelektronik nun die passende Ergänzung für alle Anwender, die keine Heavy-duty-Anforderungen haben und sich auf kosteneffiziente und schlanke Verdrahtung konzentrieren wollen. Ihnen wird jetzt der Wechsel erleichtert, weil sie Kosten sparen und dennoch von der vollen Transparenz und Flexibilität von IO-Link profitieren. Maschinenbauer können nun wählen, ob sie die bereits etablierten Produktlinien prädestiniert für hohe Performance in rauer Umgebung, wie in der Automobilproduktion oder Sondermaschinenbau, einsetzen möchten, oder eine Einstiegslösung für Standardanlagen, beispielsweise in der Intralogistik, suchen.
Durchgängige Automatisierung bis zum Endgerät
Mit den neuen Modulen erweitert Murrelektronik das Automatisierungs-Portfolio zu den Endgeräten hin und verschiebt die Grenzen von IO-Link. Auf den darüberliegenden Ebenen gibt es ebenfalls Neuheiten. Bei Vario-X, dem System für die dezentrale, schaltschranklose Automatisierung, lassen sich die Komponenten (Steuerung, Stromversorgung, I/O-Module) in Schutzart IP65 am Einsatzort an der Maschine installieren und komfortabel zentral programmieren. An die dezentralen Steuerungen können weitere Feldmodule angeschlossen werden, z.B. Switches und IO-Link-Mastermodule. So wird die dezentrale Automatisierung von der obersten bis zur Feldebene durchgängig realisiert – mit klaren Vorteilen u.a. im Hinblick auf Transparenz, Flexibilität und Ressourceneffizienz. Darüber hinaus lässt sich ein solches Automationssystem viel schneller installieren aufgrund vorkonfektionierter Steckverbindungen.

Überzeugende Argumente
Insbesondere mit der Pure.IO-Produktfamilie legt Murrelektronik aus Sicht der Konstrukteure und Maschinenbauer die Einstiegshürde für die Nutzung von IO-Link niedriger. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass manche Anlagenbauer zögern, eine zusätzliche Technologie einzusetzen und deshalb lieber bei der aufwändigeren und fehleranfälligeren, konventionellen Punkt-zu-Punkt Verdrahtung über Klemmkästen bleiben. Allerdings ist der Aufwand für den Umstieg gering: Jedem Feldbusmodul wird zur Identifikation eine IP-Adresse zugewiesen und lässt sich so per Plug&Play anschließen. Schon bei der Inbetriebnahme kann der Maschinenbauer die Vorteile der zusätzlichen Intelligenz nutzen, indem er volle Transparenz über die ganze Topologie erhält und die Parametrierung aller Geräte zentral verwalten kann – ganz abgesehen von der deutlich schnelleren und fehlerunanfälligen Verdrahtung. Zudem kann er dem Kunden – dem Anwender der Maschine – Zusatznutzen bieten, z.B. schnellere Erkennung von Unregelmäßigkeiten, einfachere Anpassung an neue Parameter und Produkte sowie verkürzte Stillstandszeiten bei der Fehlerbehebung.
Um alle Vorteile auszuschöpfen und die beste Installationslösung zu finden, unterstützen die IO-Link-Experten im Application Sales & Consulting von Murrelektronik die Kunden kostenfrei, sodass Maschinenbauer sowie Anlagenbetreiber individuelle Lösungen mit hohem Nutzen erhalten.















