Mit Maschinendaten Schritt für Schritt zu Predictive Maintenance

Das i.Cee² Edge-Modul von Igus ermöglicht die Erfassung, Visualisierung und Analyse von Maschinendaten direkt im Schaltschrank.
Das i.Cee² Edge-Modul von Igus ermöglicht die Erfassung, Visualisierung und Analyse von Maschinendaten direkt im Schaltschrank.Bild: Igus SE & Co. KG

Nur wer seine Prozesse kennt und gezielt analysiert, kann Energieverbräuche sowie Stillstände reduzieren und langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig zeigt sich in vielen Unternehmen eine gewisse Unsicherheit gegenüber komplexen Digitalisierungsstrategien.

Datenlogger und Analysemodul

Hier setzt Igus mit dem i.Cee²-Modul an. Das kompakte Gerät wird direkt im Schaltschrank installiert und arbeitet als Edge Device an der Maschine. Es übernimmt die Rolle eines universellen Datenloggers und Analysemoduls. Über integrierte analoge und digitale Schnittstellen lassen sich verschiedene Sensoren anschließen – etwa zur Erfassung von Stromverläufen, Temperaturen, Feuchtigkeit oder Kräften. Die Daten werden unmittelbar im Gerät gespeichert, verarbeitet und visualisiert. Anwender erhalten so einen direkten Einblick in den Zustand ihrer Anlagen, ohne zuvor komplexe IT-Infrastrukturen aufbauen zu müssen.

„Mit dem i.Cee² erfassen Kunden zunächst ihre Maschinendaten und erkennen daraus Schritt für Schritt Zusammenhänge und Zustände . So entsteht ganz pragmatisch der Übergang zum Condition Monitoring“, erklärt Richard Habering, Geschäftsbereichsleiter Smart Plastics bei Igus. Erst in einem weiteren Schritt entstehen daraus Prognosen und konkrete Wartungsempfehlungen im Sinne der Predictive Maintenance. Gerade für Unternehmen ohne ausgeprägte Datenhistorie schafft dieser Ansatz eine belastbare Grundlage für weiterführende Analysen.

Lokale Datenverarbeitung, sekundenschnell

Anders als rein cloudbasierte Modelle nutzt das Modul die Prinzipien des Edge Computing. Das reduziert Datenvolumen sowie Abhängigkeiten von Netzwerken und ermöglicht kurze Reaktionszeiten. Über standardisierte Schnittstellen wie REST- und MQTT-APIs sind Daten bei Bedarf an Cloud-Plattformen, Scada- oder MES-Systeme übertragbar. Eine Internetanbindung ist nicht erforderlich. Das System funktioniert vollständig autark im lokalen Betrieb. Die Eingangsbeschaltung für die 24V-DC-Stromversorgung ist bereits in zahlreichen industriellen Anwendungen mit ’schmutzigen‘ Netzen und extremen EMV-Einstrahlungen erprobt und sorgt für einen stabilen Betrieb auch unter schwierigen elektrischen Bedingungen. Durch die Integration von jeweils vier analogen und digitalen Ein-/Ausgängen, CAN-Bus, RS485, HDMI und 2x RJ45 lässt sich das Gerät mit vielen am Markt erhältlichen Sensoren verbinden.

Offene Software, aber ganz flexibel

Auch softwareseitig verfolgt Igus einen offenen Ansatz. Das Modul wird mit einer sofort einsatzbereiten Umgebung aus etablierten Open-Source-Lösungen ausgeliefert, darunter Node-RED als visuelles Programmier-Tool, InfluxDB als Zeitreihendatenbank und Grafana für die Visualisierung. Damit können Anwender ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse erste Dashboards erstellen, Datenflüsse definieren und Zusammenhänge analysieren. Gleichzeitig bleibt das System offen für Erweiterungen, etwa durch zusätzliche Analysealgorithmen oder KI-basierte Auswertungen.

Seiten: 1 2