Die Netzwerk-Performance wird insbesondere durch die Backbone-Switches des Automatisierungsnetzes bestimmt. Hier läuft der Datenverkehr aller Maschinen und Funktionseinheiten zusammen. Gleichzeitig binden die Switches das Automatisierungsnetz an das überlagerte Unternehmensnetzwerk an. Das ermöglicht eine durchgängige Kommunikation von der Leit- bis in die Feldebene überhaupt erst. Mit den neuen Gigabit-Modular-Switches von Phoenix Contact steht die leistungsfähige Switch-Technologie erstmals zur Verwendung auf der Hutschiene zur Verfügung. Die Datentransfer-Leistung der Geräte ist mit 20,1Mio. Paketen pro Sekunde (pps) dreimal höher als die der bisher im Schaltschrank genutzten Infrastruktur-Komponenten. In jeder Millisekunde kann der Gigabit-Modular-Switch mehr als 20.000 Ethernet-Pakete durchleiten. Mit dem Gerät lassen sich somit Netzwerke dieser Leistungsklasse erstmals im Feld in rauer Industrieumgebung umsetzen. Der Temperaturbereich von -20 bis +55°C bietet den gewünschten Freiheitsgrad bei der Netzwerkplanung. Anschlusslösungen für jeden Anwendungsfall Die modulare Bauform des Gigabit-Modular-Switch deckt den Anschlussbedarf industrieller Applikationen flexibel ab. Zwölf Gigabit-Ports ermöglichen den Einsatz im Produktions-Backbone. So kann sowohl der Automatisierungs-Backbone als auch die Anbindung an das überlagerte Unternehmensnetzwerk durchgängig in Gigabit-Bandbreite sowie optional redundant ausgeführt werden. Über bis zu vier SFP-Einsteckmodule (Small Form-Factor Pluggable) sind alle gängigen Glasfaser-Standards für Gigabit wie 1.000Base-SX, 1.000Base-LX oder Longhaul verwendbar. Mit einer Wellenlänge von 850nm (\’short\‘) nutzt 1.000-Base-SX Multimode-Fasern, sodass Entfernungen bis 550m überbrückt werden können. 1.000Base-LX ist durch eine Wellenlänge von 1.300nm (\’long\‘) und den Einsatz von Singlemode-Fasern gekennzeichnet. Deshalb kann die Segmentlänge in Abhängigkeit der jeweiligen Komponenten auf bis zu 20km ausgedehnt werden. Über die beiden Gigabit-Glasfaser-Standards lassen sich die überlagerten Core- und Distribution-Switches der IT meist redundant ankoppeln. Unterlagerte Automatisierungszellen können ebenfalls via Gigabit-Ethernet oder Fast Ethernet in das Automatisierungsnetzwerk integriert werden. Die Medienmodule FL IF.. binden die häufig verwendeten Glasfaser-Standards 100Base-FX über verschiedene Stecker an Multimode- oder Singlemode-Fasern an. Darüber hinaus ermöglichen die Medienmodule die direkte Integration des Power-over-Ethernet-Standards (PoE) sowie feldkonfektionierbare Lichtwellenleiter-Lösungen. Der Anwender kann die Leitungen somit flexibel auf der Baustelle zusammenstellen sowie im Fall einer Störung einfach austauschen. Die feldkonfektionierbaren Gradienten-Index-Hard-Clad-Silica-Fasern (GI-HCS) überbrücken erstmals Distanzen von bis zu 2km. Umsetzung aller IT- und Automatisierungs-Anforderungen Da die Switch-Technologie an der Schnittstelle zwischen Automatisierungs- und Unternehmensnetzwerk eingesetzt wird, muss sie die Anforderungen der Anwender aus beiden Bereichen in punkto Konfiguration und Bedienung erfüllen. Zwecks Einbindung Ethernet-basierter Anlagen in das Unternehmensnetzwerk unterstützen die hoch performanten Switches deshalb alle relevanten IT-Standards zur Sicherheit (Security Policies), Verfügbarkeit (Redundancy) sowie für ein durchgängiges Netzwerk-Management. Beispielsweise kontrolliert der Gigabit-Modular-Switch über den IEEE-Standard 802.1X den effizienten Netzzugang, der sich zentral über einen Authentifizierungs-Server verwalten lässt. Als sichere Konfigurations-Schnittstelle mit verschlüsselter Übertragung verwendet das Gerät https für den Browser-Zugriff, Secure Shell (SSH) als Fernzugang sowie SNMPv3 zum zentralen Netzwerk-Management. Die Konfiguration und Diagnose des Gigabit-Modular-Switch ist über integrierte Engineering-Werkzeuge auch im Automatisierungs-Umfeld möglich. Hierzu lässt die Infrastruktur den Betrieb des Gerätes als Profinet-Device zu, sodass die Automatisierungs-Mitarbeiter den Switch wie alle anderen Automatisierungskomponenten durchgängig mit den bekannten Engineering-Tools im Netzwerk projektieren und warten können. Inbetriebnahme und Service erfolgen werkzeuglos über eine in den Switch eingebaute Display-Bedieneinheit. So lassen sich wichtige Einstellungen wie die IP-Adresse sofort sowie ohne Spezialkenntnisse direkt am Gerät überprüfen. Bei der Inbetriebnahme kann der Anwender über die Display-Bedieneinheit auch die Betriebsart einfach aktivieren. Sie fasst im Switch alle erforderlichen Einstellungen für das jeweilige Automatisierungsprotokoll zusammen. Diagnoseinformationen in der Steuerung verfügbar Die Netzwerkdiagnose trägt entscheidend zur Zuverlässigkeit des Netzbetriebs bei. Um das Netzwerk über die Steuerung mit den entsprechenden Software-Tools zu diagnostizieren, bietet der Gigabit-Modular-Switch in der Profinet-Betriebsart Überwachungsfunktionen. Im Rahmen der Profinet-Diagnose meldet das Gerät einen Fehler dann ebenso wie die Profinet-I/O-Komponenten mit dem zyklischen I/O-Transfer sowie azyklisch über Alarme. Tritt z.B. der Ausfall eines Datenpfads im Medien Redundanz Protokoll (MRP) auf, wird ein Alarm an die Steuerung geschickt. Die Information steht direkt in der SPS zur Verfügung und kann hier weiterverarbeitet werden. Beinhaltet die Steuerung einen Web-Server, lässt sich der Alarm über den Browser auch auf beliebigen PC anzeigen. Konfiguration von Energiesparzuständen Zur Umsetzung energieeffizienter Maschinen- und Anlagenkonzepte unterstützt der Gigabit-Modular-Switch ein Energiemanagement via Profienergy-Standard. Dazu lassen sich verschiedene Energiesparzustände im Gerät konfigurieren. Neben der eigenen Hardware-Ressource und den Ports kann der Switch auch die über Power-over-Ethernet (PoE) gemäß IEEE802.3af angeschlossenen Geräte in das Energiemanagement einbeziehen. Er übernimmt hier die Profienergy-Funktion stellvertretend für die Powered Devices – beispielsweise Kameras, Access Points oder Bediengeräte – indem er als Profienergy-Proxy agiert. Über den Standard werden die PoE-Komponenten dann ein- oder ausgeschaltet, sodass sich z.B. die Stromaufnahme in den Betriebspausen reduziert. Die Energiesparzustände des Gigabit-Modular-Switch sind über Web-based Management, Command Line Interface (CLI) oder das Simple Network Management Protocol (SNMP) konfigurierbar. Die selektive Konfiguration stellt sicher, dass alle für die Profinet-Kommunikation genutzten Ports aktiv bleiben und das Netzwerk für das Energiemanagement jederzeit verfügbar ist. (Kasten)Gigabit-Modular-Switch Der Gigabit Modular Switch FL Switch GHS 12G/8 von Phoenix Contact stellt zwölf Gigabit-Ports auf der Hutschiene zur Verfügung. Er eignet sich daher als Automations-Backbone sowie zur Anbindung des überlagerten IT-Netzwerks. Darüber hinaus unterstützt der Switch die gängigen Gigabit- und Fast Ethernet-Übertragungsstandards, IT-Standard-Protokolle sowie die Automatisierungsprotokolle Profinet und Ethernet/IP. Mit dem Profienergy-Profil lassen sich Maschinen und Anlagen energieeffizient betreiben. Das modulare Konzept umfasst je eine Gigabit-Kopfstation mit vier und mit zwölf Gigabit-Ports, die der Anwender mit unterschiedlichen Fast Ethernet-Modulen und Erweiterungsstationen flexibel auf bis zu 28 Ports ausbauen kann. Die feldkonfektionierbare Gradienten-Index-HCS-Faser überbrückt dabei Distanzen bis 2.000m. Eine Display-Bedieneinheit ermöglicht das Einstellen wichtiger Parameter wie die IP-Adresse sowie das Ablesen des Betriebsmodus direkt vor Ort. Die beiden Varianten FL Switch GHS 12G/8 und 4G/12 ermöglichen zudem einen sicheren Netzwerkzugang gemäß IEEE802.1X, die Nutzung der Kommandosprache Command Line Interface (CLI) sowie eine integrierte Schaltschrank-Überwachung mit digitalen Eingängen.
Durchgängige Datenübertragung in der Fabrikebene: Automatisierungs- und Unternehmensnetzwerke verbinden
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Vibrationssensor mit In-Sensor-KI
STMicroelectronics hat den intelligenten Vibrationssensor IIS3DWB10IS für industrielle Zustandsüberwachung vorgestellt.
-
Zustandsüberwachung durch intelligente Getriebe und smarte Services
Teure Schäden vermeiden
Mit dem Serviceprodukt Predictive Pack zur digitalen Überwachung von Antriebssträngen und verbundener Komponenten hat das Unternehmen Koch Pac-Systeme bei einem Kunden unlängst einen teuren Produktionsausfall vermeiden können. Die…
-
Neuer Vorstand für VDMA Elektrische Automation
Der VDMA Elektrische Automation hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 16. Juni in Bad Nauheim einen neuen Vorstand für die Amtsperiode 2026 bis 2030 gewählt.
-
IoT-Device-Management gemäß CRA
Die Gateways von IoTmaxx werden als gehärtete Industrieplattformen für den Einsatz in rauen…
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Root-Cause-Analyse thermischer Probleme
In einem gemeinsamen Projekt haben Iba und Ametek Land die Integration von Land-Wärmebildkameras…
-
Flexible Planetengetriebe-Familie
Die Getriebebaureihe GPT von Faulhaber wurde für besonders hohe Drehmomente entwickelt.
-
Bestellen wie ein Pro:
Neues Loyalitätsprogramm bei Conrad
Einfach nur Distributor zu sein, das reicht Conrad Electronic nicht.
-
Sichere industrielle Kommunikation
Robuste und sichere Routergeneration
Mit dem Moros.neo stellt Insys Icom eine neue Generation industrieller Router für Anwendungen…
-
Kompakter Embedded-PC mit Core Ultra 9
Der PicoSys 4619 ist ein kompakter, aktiv gekühlter Embedded-PC für den Einbau in…
-
Erfolgreiches erstes Messehalbjahr der All About Automation
Die All About Automation Messereihe hat im ersten Halbjahr 2026 ihre starke Entwicklung…
-
Für vernetzte Fertigungslinien
Mehr Transparenz und Sicherheit in der Liniensteuerung
Mit Version 5.5 seiner Leitrechnerlösung FabEagle erweitert Kontron AIS die Funktionen für Rückverfolgbarkeit,…
-
Digitaler Zwilling als Integrationsplattform für Bestandsdaten
Automatisierung und Energieeffizienz intelligent vernetzt
In vielen Bestandsanlagen besteht heute eine deutliche Kluft zwischen moderner Automatisierungstechnik und der…
-
Antrieb
Für hohe Lastspitzen und Anlaufmomente
Mit den neuen Peak Power Drives erweitert KEB Automation sein Antriebsportfolio um eine…
-
Was wurde eigentlich aus…
Was wurde eigentlich aus… dem Wireless-Handbediengerät von Sigmatek?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 6/2016 ging es unter dem Titel ‚Völlig losgelöst’…
-
IPC
3HE-Rack-PC für Echtzeit- und KI-Anwendungen
Mit dem Spectra Rack 3000 R7 erweitert Spectra sein Portfolio industrieller 19″-Rack-PCs um…
-
Prüfung von elektrischen Überlastsicherungen und Rutschkupplungen
Kettenzugprüfset mit neuem Handanzeiger
Wika hat sein Kettenzugprüfset FRKPS zur Prüfung von Rutschkupplungen und elektrischen Überlastsicherungen überarbeitet.
-
Safety
Schutztür- und Schlüsselsystem schützen sensible Intralogistikanlagen
Um sein in die Jahre gekommenes Sicherheitssystem für Gassenzugänge zu ersetzen, war Movu…
-
Maßgeschneiderte 3D-Sensorik für die Inline-Inspektion
Präzision für die KI-Ära
Der weltweite KI-Boom bringt immer größere und schwerere Elektronikbauteile hervor, sodass Inspektionssysteme mittlerweile…
-
System zur Farbmessung von Flüssiglacken
Farbecht
Provitec und Micro-Epsilon haben gemeinsam das Messsystem Prodaisi Color Sensorsystem entwickelt. Dieses löst…
-
Cybersecurity für vernetzte Produkte
CRA-Compliance in der Praxis: So gelingt der Weg zur Cyberresilienz
Viele Unternehmen haben sich noch nicht ausreichend auf die Veränderungen eingestellt, die der…
-
Nachgefragt: Wie MVO und CRA Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle verändern (Teil 2)
Maschinenverordnung 2027: Jetzt wird es konkret
Die neue EU-Maschinenverordnung verändert nicht nur die Konformitätsbewertung, sondern wirkt tief in Entwicklung,…
-
CodeMeter-Ökosystem
Softwareschutz und Lizenzierung erweitert
Mit CodeMeter 9.00 und der CodeMeter Protection Suite 11.80 stellt Wibu-Systems neue Versionen…
das könnte sie auch interessieren
-
Dezentrale Sicherheitsrelais in IP65
Weiterentwicklung in vollem Gange
-
-
















