Die Erfahrungen mit Feldbus-Systemen haben die Vorteile einer Linien-Topologie aufgezeigt, die sich bei Ethernet-Systemen mit internen Switches in den Geräten errichten lässt. Um – etwa in Safety-Anwendungen – die Verfügbarkeit des Netzwerks zu erhöhen, nutzt Sercos III außerdem eine Ringstruktur. Die Verbindung zwischen zwei aktiven Geräten mit ihren passiven Komponenten ist als Channel definiert – wobei für Sercos III die Klasse D mit Komponenten nach Kategorie 5 definiert ist. Im Schaltschrank wie im Feld Industrial Ethernet ist oft rauen Einsatzbedingungen ausgesetzt. Die Komponenten der elektrischen Verbindungstechnik müssen daher auch unter widrigen Bedingungen einwandfrei funktionieren. Der Anwender muss bei der Komponentenauswahl neben den übertragungstechnischen Eigenschaften auch die Umgebungsbedingungen beachten. Zur sicheren Planung unterscheidet Sercos III zwei Klassen von Komponenten: \’Light Duty\‘ für den Einsatz im Schaltschrank und \’Heavy Duty\‘ für den Einsatz im Feld. Aufgrund seiner einfachen Planungsmöglichkeiten wird in der Gebäudeinstallation häufig das Modell der Referenz-Installation genutzt. Es besagt, dass beim Einsatz bestimmter Komponenten und deren Anordnung eine bestimmte Güte erreicht wird. Beispielsweise erhält man mit Komponenten für die symmetrische Verkabelung der Kategorie 5 einen Class-D-Channel (Bild 2), der sich für die Übertragung von Fast-Ethernet eignet. Hierbei dürfen die flexiblen Leitungen – auch Cords genannt – insgesamt maximal 10m und die fest installierten Leitungen maximal 90m lang sein, sodass der Channel insgesamt maximal 100m lang ist. Da die flexiblen Leitungen schlechtere Übertragungs-Eigenschaften besitzen als das fest installierte Kabel, müssen die Längenverhältnisse unbedingt eingehalten werden. Die Nutzung höherwertiger Komponenten, etwa der Kategorie 6, oder die Reduzierung der Channel-Länge, ist zur Kompensation längerer flexibler Leitungen zwar theoretisch möglich, in der Praxis aber nur mühsam zu berechnen. Regeln des Installationsmodells Wollte man dieses Modell auf die vielfältigen Situationen in der industriellen Kommunikation anwenden, wären hoher Planungsaufwand sowie eine große Fehleranfälligkeit die Folge. Aus diesem Grund haben Experten der Nutzer-Organisation Sercos International ein Installationsmodell entwickelt, bei dem der Anwender mit einfachen Regeln und ohne Berechnungen sein Netzwerk mit ausgewählten Komponenten errichten kann. Alle Channel-Längen können mit fest verlegten und flexiblen Leitungen in beliebiger Kombination und Teillänge unter Verwendung der definierten Kabeltypen erreicht werden. Steckverbindungen im Channel können gemäß den industriellen Einsatzbedingungen vielfältig gestaltet sein, solange der Grenzwert von vier Steckverbindungen nicht überschritten wird (Bild 2). Bei Sercos III ist die symmetrische Datenübertragung so ausgelegt, dass bei einem Aderquerschnitt von AWG22 stets ein Channel errichtet wird. Eine beliebige Kombination von starren (Typ A), flexiblen (Typ B) oder auch Sonderkabeln (Typ C) ist hier denkbar. Außerdem können Steckverbinder, Wanddurchgänge, Kupplungen und Installationsdosen beliebig eingefügt werden. Möglich sind auch einzelne Steckverbinder-Buchsen-Übergänge, wie etwa bei den Anschlussdosen in der strukturierten Gebäudeverkabelung. Ebenfalls möglich sind Wanddurchführungen mit zwei Buchsen – im Englischen auch Bulkhead genannt. Sie gelten als zwei Steckverbinder-Buchsen-Übergänge, sofern der Hersteller sie nicht als eine Komponente qualifiziert hat. Ideal für die Antriebstechnik Im Gegensatz zur generischen Verkabelung mit ihren acht Adern in TwistedPair-Anordnung nutzt Sercos III einen für 100Base-T optimierten Sternvierer, bei dem alle vier Adern miteinander verdrillt sind. Zur Störsicherheit sind alle Kabel geschirmt und an die für Sercos III definierten Steckverbinder angepasst. Der EMV-Einfluss spielt im industriellen Umfeld eine wichtige Rolle. Insbesondere in der Antriebstechnik – mit starken Feldern durch Elektromagnete sowie mit hohen Strömen und hochfrequenten Störungen durch Frequenzumrichter – ist die Verkabelung mit Sercos III gefordert. Für ein Höchstmaß an Störsicherheit ist eine hohe Kopplungsdämpfung von 80dB für Leitungen und Steckverbinder spezifiziert. Bei den optischen Kanälen verhält es sich ähnlich. Die bei industriellen Anwendungen eingesetzten Fasertypen 1mm-Polymer (POF), PolymerCladded-Silica (PCS, oft auch als HCS bezeichnet), Glasfaser-Multimode (GOF-MM) sowie Glasfaser-Singlemode (GOF-SM) sind alle für Sercos III-Netzwerke geeignet. Die mögliche Channel-Länge reicht von 50m (POF) über 100m (PCF) und 2.000m (GOF-MM) bis hin zu 14.000m (GOF-SM). Sowohl optische Verbindungen am Anschlusspunkt der aktiven Geräte als auch passive Verbindungen im Channel beinhalten immer einen optischen Übergang und gelten daher als eine Steckstelle. Beim POF-Channel ist wegen der Dämpfung eine Längenreduktion von 7,5m pro Steckverbindung im Channel zu berücksichtigen. Zur Kennzeichnung der Datenübertragungs-Richtung sind die Stecker und Adern in den Kabeln mit Pfeilen versehen, eine Verwechselung der Übertragungs-Richtung ist ausgeschlossen. Light Duty und Heavy Duty Alle Anwendungsbereiche bei geringer Typenvielfalt – das ist der Anspruch an die Sercos III-Verkabelung (Bild 3). Eine weitere Anforderung ist der Anschluss vor Ort, der in der industriellen Installation eine wichtige Rolle spielt. Für Light Duty wird der aus dem Büro-Umfeld bekannte RJ45-Steckverbinder auch für die elektrische Datenübertragung mit symmetrischen Kabeln genutzt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nur für den industriellen Markt geeignete Ausführungen den Aderquerschnitt AWG22 aufnehmen können und die geforderten Schirmeigenschaften einhalten. Als optischer Steckverbinder wurde der robuste SC-RJ ausgewählt. Er ermöglicht bei geringer Baugröße den Anschluss aller Fasertypen sowie schneller Anschlusstechniken für die Feldkonfektion bei einem Ferrulen-Durchmesser von 2,5mm. So sind etwa bei der POF-Faser lediglich das Schneiden der Faser sowie die Fixierung in einer Schnellspannhülse erforderlich. Bei Inbetriebnahme und Diagnose ist außerdem die Kompatibilität des SC-RJ- zum weit verbreiteten SC-Steckverbinder von Vorteil. Die dezentrale Automatisierung im Feld benötigt Heavy-Duty-Komponenten. Neben dem M12-Steckverbinder, der wegen seiner kleinen Bauform bei E/A-Modulen beliebt ist, wird das PushPull-Steckverbinder-Konzept für die elektrische und optische Datenübertragung unterstützt. Die Datenübertragung erfolgt über die gleichen RJ45- und SC-RJ-Systeme wie bei der IP20-Installation. Durch das zusätzliche Schutzgehäuse eignen sich die Komponenten auch für die Schutzart IP67. Für den Anwender ist die Konfektionierung mittels Schnellanschlusstechnik immer gleich (Bild 4). Ein durchgängiges Installationssystem für alle Umgebungs-Situationen erleichtert die Arbeit aller Beteiligten. Kasten: Sercos III – Vorteile im industriellen Umfeld Gegenüber der generischen Verkabelung besitzt Sercos III Vorteile im industriellen Umfeld. Das einfache Planungsmodell mit klaren Umweltdefinitionen, simplen Auslegungsregeln, robuster EMV-Auslegung und aufeinander abgestimmten Komponenten ermöglicht den rationellen Aufbau zuverlässiger Netzwerke. Mit seinem Installationsprogramm für Sercos III stellt Phoenix Contact dem Anwender unterschiedliche Produktlösungen zur Verfügung.
Ethernet-basiert und herstellerunabhängig: Verkabelung mit Sercos III
-
IIoT / Edge Computing
Edge-Modul für durchgängige IIoT-Daten
Turck erweitert seine IIoT- und Service-Plattform Turck Automation Suite um das Modul TAS Edge.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im April: +0,4% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber März saison- und kalenderbereinigt um 0,4% gestiegen.
-
Best Managed Companies Award 2026: Schmersal mit Goldstatus geehrt
Die Firma K.A. Schmersal wurde erneut mit dem Best Managed Companies Award ausgezeichnet.
-
Smartes Engineering für funktionale Sicherheit
In der modernen Softwareentwicklung gehören Versionskontrolle mit Git, mehrsprachige Codebasen, KI-gestützte Assistenten, Extensions statt monolithischer Toolchains mittlerweile zum Standard.
-
Auftragseingang im Maschinenbau: Keine Belebung in den Mai-Orderbüchern
Der Maschinenbau wartet weiter auf eine Belebung ihrer Orderbücher.
-
Leitungstechnik
Torsionsfeste Devicenet-Leitung für Roboter
Igus erweitert seine Roboterleitungsserie CFRobot8.Plus um eine Devicenet-Leitung für hochdynamische Anwendungen mit Torsionsbewegungen…
-
Ringsensoren liefern Prozess- und Diagnosedaten
Induktive Ringsensoren mit IO-Link
Turck erweitert sein Portfolio um induktive IO-Link-Ringsensoren für die zuverlässige Erfassung kleiner metallischer…
-
Maschinenbau rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum bei der Produktion
Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real…
-
Technische Beschaffung
B2B-Katalog als Brücke zur digitalen Beschaffung
Conrad Electronic erweitert seine B2B-Strategie um einen neuen, 960 Seiten starken Katalog.
-
AC/DC-Hochleistungssicherungen
Mersen präsentiert seine neue Generation von Hochleistungssicherungen.
-
Cybersicherheit
Sicherer Entwicklungsprozess zertifiziert
Moxa hat gleich zwei Zertifizierungen nach IEC62443-4-1 Maturity Level 3 (ML3) erhalten –…
-
Industrie-PCs
Panel-PCs für HMI und Maschinensteuerung
Gett erweitert sein HMI-Portfolio um eine neue Serie industrieller Panel-PCs der Marke InduSmart.
-
Ormazabal baut neue Deutschlandzentrale
Ormazabal hat den offiziellen Spatenstich für seine neue Deutschlandzentrale in Krefeld gesetzt.
-
Analogmodul für Fußschalter
ASA Schalttechnik erweitert sein Portfolio um ein Analogmodul für Fußschalteranwendungen.
-
Potentiometer
Präzisionspotentiometer individuell angepasst
Megatron bietet Präzisionspotentiometer für Anwendungen in Medizin-, Labor-, Industrie- und Messtechnik an und…
-
Hima wächst in schwierigem Marktumfeld
Hima, Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen, ist im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen.
-
Deutsche Elektroexporte bleiben vorerst auf Wachstumskurs
Im April entwickelten sich die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter beschleunigt…
-
Vorstandswahlen bei PLCopen
PLCopen hat einen neuen Vorstand gewählt, nachdem drei Mitglieder zurückgetreten sind.
-
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing
Dr. Hannes Grubinger hat die Position des Chief Product & Marketing Officers bei R&M…
-
Linearführung für Extrembedingungen
Bosch Rexroth erweitert sein Portfolio an Kugelschienenführungen um den Führungswagen NRTVG für Anwendungen…
-
Prozessautomatisierung
Ethernet-APL-Switches verbinden bis zu zwölf Feldgeräte direkt mit dem Ethernet-Netzwerk
Phoenix Contact erweitert sein Ethernet-APL-Portfolio um zwei Managed-Switch-Varianten mit zwölf Ports für die…
-
Elektromechanischer Fügemodule
Kistler präsentiert elektromechanische Fügesysteme, die Messdaten mittels weiterentwickelter Telemetrie kabellos übertragen.
-
Neue Funktionen für Siemens KI-Agent
Siemens hat zwei neue Funktionen für den Eigen Engineering Agent, eine speziell für…
-
Antriebstechnik
Motor und Umrichter zu einer kompakten Antriebseinheit kombiniert
Mit Nordac Fusion stellt Nord Drivesystems ein integriertes Antriebssystem vor, das Motor und…
-
Steckverbinder – Docking-Systeme
Erweiterte Docking-Lösungen für automatisierte Andockprozesse und hohe Steckzyklen
Odu bietet mit seinen Docking-Lösungen auf Basis der Odu-Mac Silver-Line eine modulare Schnittstellenplattform…
das könnte sie auch interessieren
-
Kommunikationsfreudige Switches erleichtern die Modernisierung von Schaltanlagen
Weniger Kosten und Konfigurationsaufwand
-
SE Tylose setzt auf SAP PM und Argvis als durchgängige CMMS-Plattform
Schluss mit Insellösungen in der Instandhaltung
-
Kreislaufwirtschaft in der Robotik
Ein zweites Leben für Industrieroboter
-
Neue IO-Link-Komponenten bringen Innovationen in die Automation
Mehr Flexibilität auf den letzten Metern
















