In großen Anlagen, wie man sie in der Prozessindustrie antrifft, liegt die Dokumentation in der Regel in Papierform, noch dazu verteilt an vielen Punkten über das gesamte Gelände, in mehrfacher Ausführung vor. Dass hier nicht immer in allen Dokumenten jede Änderung nachgetragen wird oder auch mal ein wichtiges Dokument verloren geht, entspricht leider oft der Realität. Die Dokumentation komplexer Industrieanlagen stimmt meist nur zum Auslieferungszeitpunkt mit der Realität überein. Tauscht ein Anlagenbetreiber eine Komponente aus, muss er nicht nur in dem von ihm verwendeten Dokument diese Änderung nachtragen, sondern auch dafür sorgen, dass alle anderen Dokumente auf denselben Stand gebracht werden. Abhilfe schafft eine elektronische Dokumentationslösung. Mit ihr lässt sich nicht nur die Dokumentationssicherheit erhöhen, sondern auch Zeit sparen, und zwar im Wartungsbetrieb ebenso wie im Falle eines Anlagenstillstands. Änderungen nur noch elektronisch Wie wichtig eine gute und aktuelle Anlagendokumentation ist, wissen die Spezialisten für Automatisierungs- und IT-Lösungen der Firma Rösberg, Karlsruhe, aus eigener Erfahrung. \“Viele Anlagenbetreiber sind erfahrungsgemäß der Meinung, dass es schon nicht so schlimm sein wird, wenn die Anlagendokumentation nicht auf dem neuesten Stand ist\“, meint Christian Stolz, zuständiger Produktbetreuer bei Rösberg. \“Dabei hat die Konsistenz der Dokumentation eine wesentliche Auswirkung auf die Effektivität einer Anlage. Wir gehen davon aus, dass eine Dokumentation, die nur zu 92% konsistent ist, bereits Effektivitätseinbußen von bis zu 50% nach sich ziehen kann.\“ Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen das Dokumentationssystem LiveDok entwickelt. Statt mit vielen verteilten Papierdokumenten wird mit einer zentralen elektronischen Dokumentation (eDokumentation) gearbeitet. Die Dokumentenverwaltung der Karlsruher wandelt dabei die vorhandene Dokumentation in eine eDokumentation im PDF-Format um und speichert alle Daten an zentraler Stelle. Sie beherrscht über 200 Dateiformate aus CAD, CAE, Office und Multimedia, die Bestandsdokumentation kann also einfach eingelesen werden. \“Sind alle Dokumente in LiveDok eingebunden, wird künftig nur noch elektronisch an einer Stelle geändert\“, so Stolz weiter. \“Änderungen lassen sich genauso einfach erledigen wie bisher auf dem Papier: Mit dem Stift eines Tablets, per Tastatur oder Maus des PCs zeichnet der Anwender einfach seine Änderungen in die eDokumentation ein. Zum Erstellen dieser sogenannten Redlines ist also kein Expertenwissen nötig.\“ Wenn keine permanente Netzwerkverbindung zur Dokumentation auf dem Fileserver besteht, lassen sich mit dem Offline-Modul die Daten auch unterwegs ohne Netzwerkverbindung eintragen. Bei der anschließenden Synchronisation werden die Redlines in die zentrale eDokumentation übertragen. Eventuelle Konflikte werden angezeigt, falls z.B. zeitgleich eine zweite Person dasselbe eDokument geändert hat. Wer die Übersicht bewahrt, ist nur zu faul zum Suchen… Weil auch die beste Dokumentation nur dann genutzt wird, wenn sich der Anwender einfach darin zurechtfindet, spielt Übersichtlichkeit eine wichtige Rolle. Beim Erstellen der eDokumentation kann der Anwender gezielt Einfluss auf die Gliederung nehmen. So lässt sich die bereits vorhandene Struktur übersichtlich in der eDokumentation abbilden. \“Außerdem zeigt uns die Praxis, dass der Anwender beim Arbeiten oft mehrere Dokumente zur selben Zeit benötigt.\“ berichtet Stolz. \“Deshalb haben wir eine spezielle View-Funktion implementiert, die den gleichzeitigen Einblick in verschiedene Dokumente ermöglicht. Und weil die eDokumentation auf Webtechnik basiert, kann die Dokumentation mit jedem beliebigen Rechner mit Webbrowser eingesehen werden.\“ Lediglich für Änderungen oder die Aktualisierung der eDokumentation ist eine LiveDok-Lizenz erforderlich. Häufen sich über die Einsatzdauer die Redlines in der Dokumentation, werden diese in einer Liste übersichtlich dargestellt. Diese Liste inklusive der geänderten Dokumente kann dann einfach bei Bedarf, z.B. per E-Mail, an ein Planungsbüro gesendet werden, das die Änderungen in den originalen Ursprungsdateien nachpflegt, also beispielsweise direkt in Schaltplänen, und dann eine neue Dokumentenversion der elektronischen Dokumentation erstellt. Zeit sparen, Kosten senken und Zuverlässigkeit erhöhen
Inkonsistenz reduziert Anlageneffektivität: Papierdokumentation nicht mehr zeitgemäß
Unerwartete Anlagenstillstände sind der Horror eines jeden Anlagenbetreibers. Jetzt muss möglichst schnell eingegriffen werden, defekte Komponenten sind auszutauschen oder zu reparieren, um die Anlage schnell wieder in Gang zu setzen. Meistens geht damit aber der Ärger erst richtig los. Die dringend benötigten Dokumente der Anlagendokumentation sind nicht auf dem aktuellen Stand, nicht im Zugriff, nicht auffindbar oder bis zur Unleserlichkeit verschmutzt.
Rösberg Engineering GmbH
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