Modellbasiertes Engineering

Mit einem modellbasierten Engineering bietet Mind8 ein Konzept, das weg von stücklistenbasierten Prozessen hin zu modellbasierten Abläufen führt. Dabei spielt die Integration mit dem Enterprise Resource Planning-System eine zentrale Rolle. Nach Angeben des Unternehmens zeigt die Praxis, dass sich aus Modellen wie Schaltplänen Stücklisten ableiten lassen, nicht aber umgekehrt. Mit der Integration des Enterprise Resource Planning-Systems (ERP) von SAP, dem Eplan Engineering Center (EEC) und der Eplan-Plattform stehe damit ein Lösungsansatz zur Verfügung, der deutliche Produktivitätsvorteile bringt. Als Basis dient dabei ein modellbasiertes Engineering von Schaltplan oder Schaltschrankaufbau. Hier beginnt der Auftragsbearbeitungsprozess nicht mehr parallel in Logistik und Konstruktion, sondern mit der Erstellung des Modells auf Basis des EEC und der Eplan-Plattform. Aus dem Modell wird die Stückliste generiert und automatisch an das ERP übertragen, die Stammdaten und Stücklisten werden automatisch und bidirektional zwischen den beiden Systemen synchronisiert. So ist sichergestellt, dass die Unterlagen konsistent bleiben: Der Elektrokonstrukteur kann beispielsweise Langläufer früh im ERP-System bestellen und die Komponenten danach systematisch im Plan berücksichtigen. Das digitale Modell von Schaltplan und Schaltschrankaufbau wird so integraler Bestandteil des modellbasierten Prozesses. Standardisierung, Modularisierung und Regeln sorgen dafür, dass das Modell effizient aus einem Baukasten entsteht. Dieses Vorgehen hilft, manuelle Konstruktionsaufgaben zu reduzieren, zudem entfällt die redundante Pflege des Regelwissens in zwei Systemen. Dadurch kann der Maschinen- und Anlagenbauer konfigurieren und zugleich auftragsspezifische Anpassungen in der Stückliste sowie in den Plänen vornehmen. Prozesse der Auftragsbearbeitung, Konstruktion, Logistik und Produktion sind meist durch die Anforderungen der mechanischen Fertigung geprägt. Ein zentrales Mittel zur Prozesssteuerung ist die Stückliste. Dieses stücklistenbasierte Vorgehen wird bei vielen Firmen auch auf die Prozesse der Elektroausrüstung übertragen. Die Stückliste aller erforderlichen elektrischen Komponenten wird mit einem Auftrag im ERP-System erstellt und beschafft. Parallel werden Schaltplan und Schaltschrankaufbau konstruiert. Bei ausreichender Standardisierung wird der Aufwand für Stücklisten- sowie Schaltplanerstellung durch \’Konfiguratoren\’ genannte Regeln verringert. Der auftragsspezifische Anteil von Sonderlösungen muss jedoch nach wie vor manuell im ERP-System erstellt und im ECAD konstruiert werden. Der Abgleich von Stücklistendaten mit den im ECAD-System erstellten Schaltplänen und Schaltschrankaufbauten bleibt damit zeitintensiv und fehleranfällig. Zudem sind die Begrifflichkeiten in den Fertigungsunterlagen der Elektrokonstruktion nicht immer deckungsgleich mit den Stücklistenpositionen, und die doppelte Modellierung von Regelwissen ist aufwendig. Je komplexer die Produkte, desto größer ist daher der Effekt einer tiefen Systemintegration