Damit Pakete Flügel bekommen Volumenmessung und Identifikation von Transportobjekten für die Hermes-Logistikzenten

Hermes – der Firmenname des weltweit agierenden Logistik- und Handelsdienstleisters scheint bei der Gründung als Paket-Schnell-Dienst GmbH & Co. KG am 1.6.1972 mit Bedacht gewählt worden zu sein. Die Parallelen zum griechischen Gott Hermes sind jedenfalls kaum zu übersehen. Als einer der zwölf großen olympischen Götter war Hermes bei den alten Griechen nicht nur Götterbote, sondern u.a. auch der Gott der Magier, der Kaufleute, der Wissenschaft und Schutzgott des Verkehrs und der Reisenden. Von all diesen Aufgaben, die der griechischen Gottheit oblagen, lassen sich direkte Analogien zum heutigen Markt der Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) bilden. Es gilt, die internen KEP-Prozesse Warenannahme, Sortierung und Verteilung kaufmännisch effizient zu gestalten, indem Kosten minimiert und Ertragspotenziale genutzt werden. Mit intelligenter Ladungs- und Tourenplanung kann z.B. beim Transport der Pakete eine signifikante Schonung von Ressourcen erreicht werden. Realisieren lassen sich diese Ziele mit leistungsfähigen Systemen zur Volumenmessung und Identifikation von Transportobjekten nahezu jeder Art. Sie basieren auf Technologie und Intelligenz – also Wissenschaft im weiteren Sinne. Schließlich haben sie etwas Magisches an sich, wenn sie wie von Geisterhand für die schnelle und fehlerfreie Klassifizierung, Sortierung und Zielsteuerung von Paketen, Tütensendungen und Kartons sorgen. Aktuelle Beispiele sind das bundesweit fünfte Hermes HUB in Langenhagen und verschiedene regionale Niederlassungen der Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH sowie die Logistikzentren Hamburg, Ohrdruf, Löhne und Haldensleben der Hermes Fulfilment GmbH. Doppelstöckige Volumenmessung für Hochleistungs-Sortieranlage Die Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD) ist Deutschlands größter privater Logistik-Dienstleister bei der Zustellung an Endkunden. Mit seinen insgesamt sechs HUB (Hauptumschlagsbasen) und 59 Niederlassungen ist das Unternehmen in ganz Deutschland vertreten. Pro Jahr stellt das Unternehmen mehr als 300 Millionen Sendungen zu – bei einer Zustellquote von mehr als 99% und einer Schadens- und Verlustquote von nur 0,03%. Mit dem anhaltenden Trend zum eCommerce steigen auch die Paketmengen. Entsprechend investiert das Unternehmen in den Bau neuer Logistikzentren, aber auch in die Modernisierung bestehender HUB und Niederlassungen. So hat die HLGD in Langenhagen im Dezember 2010 in der Nähe von Hannover ihr Nord-HUB – die fünfte von nunmehr sechs Hauptumschlagbasen in Deutschland – in Betrieb genommen. Daran angegliedert ist eine Niederlassung, in der die komplette Paketzustellung für die Region Hannover abgewickelt wird. Kernstück des Nord-HUB ist eine Sortieranlage von Beumer. Die Leistungsdaten beeindrucken: Das Sortersystem kann bis zu 60 Millionen Pakete pro Jahr verarbeiten und in Spitzenzeiten über 260.000 Sendungen pro Tag bewältigen. Die Gesamtanlage besteht aus zwei übereinanderliegenden Kippschalensortern mit je 611 Schalen und ermöglicht eine Gesamtsorterleistung von bis zu 22.500 Sendungen pro Stunde – nicht zuletzt dank zweier zertifizierter Volumenmesssysteme VMS 520 von Sick, die in den Doppelstocksorter eingepasst wurden. Das gemäß OIML 1 (Organisation Internationale de Métrologie Légale) und MID 2 (Measuring Instruments Directive) eichfähige Volumenmesssystem ist derzeit weltweit das einzige zertifizierte System für die Vermessung quaderförmiger und irregulär geformter Objekte auf einem Schalensorter. Eingesetzt wird es in Hochleistungs-Sortieranlagen von Kurier-, Express- und Paketdienstleistern sowie in automatisierten Distributions- und Umschlagszentren. Neben den Möglichkeiten, die es im Rahmen der Frachtabrechnung und bei der Erstellung von Frachtpapieren bietet, verbessern die ermittelten Dimensionswerte verschiedene Handhabungsprozesse, z.B. das Stapeln von Kartons. Zudem leistet das VMS520 Sorter bei HLGD einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Logistik, in dem es eine optimale Nutzung von Lager- und Fahrzeugkapazitäten unterstützt. Das im Hermes Nord-HUB eingesetzte Doppelsystem besteht aus einem Portalrahmen mit zwei Lasermessgeräten sowie der elektronischen Auswertung mit Alibispeicher für die Langzeitdatenspeicherung sowie einer zugelassenen Anzeige für Messwerte und Systemstatusmeldungen. Erfasst werden können Objekte mit Abmessungen von 1.600×1.000×1.000mm. Die gewonnenen Daten werden mit den Ergebnissen einer kombinierten Kamera-Laserscanner-Lesestation verknüpft und an die übergeordnete Anlagensteuerung übermittelt. Bei der HLGD erlaubt diese Lösung die zertifizierte und geeichte Volumenmessung jeder Sendung. Dies ermöglicht u.a. die genaue Berechnung der benötigten Transportkapazität und dadurch eine ebenso effiziente wie umweltschonende Auslastung der Fahrzeuge. Omniportal-Lesesysteme für hohe Lesegenauigkeit Über 300 Millionen Sendungen wurden allein im letzten Geschäftsjahr von der HLGD transportiert. Damit diese die Endkunden schnell und störungsfrei erreichen, ist es zwingend erforderlich, die Codeinformation auf den Sendungen sicher und zuverlässig zu erfassen. Dies muss unabhängig davon geschehen, ob es sich um Pakete, Tütensendungen oder sperrige Güter wie Teppiche, Möbel oder Elektrogeräte handelt. Die Omniportal-Lesesysteme (OPS) werden den hohen Anforderungen an die Lesegenauigkeit bei einer gleichzeitig komplexen Zusammensetzung der Frachtstücke gerecht. Alle neuen Hermes Basen sowie etwa ein Drittel der HLGD-Niederlassungen sind mit jeweils zwei Lesesystemen des Typs OPS890 ausgerüstet. Mit ihren bis zu acht Laserscannern sind sie in der Lage, Barcodes richtungsunabhängig zu erfassen und dabei einen großen Objekthöhenbereich abzudecken – also unterschiedlich große Frachtstücke zu identifizieren. Um für zukünftige Leseaufgaben – wie z.B. die Erfassung von 2D-Codes – gerüstet zu sein, werden seit kurzem in Zusammenarbeit mit dem Systemintegrator Lippert die ersten Niederlassungen zusätzlich mit Kamerasystemen des Typs ICR890 zu sogenannten Hybrid-Lesesystemen erweitert – und so die Vorteile beider Lesetechnologien kombiniert. Kombi-Lösung zur Frachtoptimierung Individuelle Lösung für die Volumenerfassung und Identifikation von Frachtobjekten wurden auch in einer Reihe von Logistikzentren der Hermes Fulfilment GmbH umgesetzt. Das Unternehmen ist wie auch die HLGD eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Otto Group Deutschland und erbringt umfangreiche Dienstleistungen für den Distanzhandel – u.a. die Beschaffung, das Warehousing und die Distribution, die Entwicklung und den Betrieb von Webshops, das Debitoren- und Retourenmanagement, Finanzdienstleistungen und Customer Care-Services. Bei einer Sortimentsbreite von 600.000 Artikeln bewegt Hermes Fulfilment über vier eigene Logistikzentren in Deutschland und ein großes Netz weiterer Logis-tikstandorte in Europa pro Jahr rund 260 Millionen Teile. Das Spektrum der Waren reicht von Handys und Camcordern über Textilien und Schmuck bis hin zu Möbeln und Waschmaschinen. Im Logistikzentrum in Ohrdruf umfasst das Sortiment sogenannte 1-Mann-Handling-Artikel. Das sind beispielweise Teppiche, Fernseher oder Möbel die bis zu 31,5kg wiegen, klein- und großvolumig sein können und zum Großteil in Kartons auf Paletten gelagert werden. Für den reibungslosen Versand dieser Artikel wurde mit dem Integrator Vanderlande eine Sortieranlage realisiert, mit der auf 70 verschiedene Versandrichtungen sortiert wird. Die Artikel werden nach dem Sortieren dem Warenausgang übergeben und dort in Wechselaufbauten verladen. Hierfür müssen die Information, die sich an beliebiger Stelle der Objekte befinden kann, sicher gelesen werden. Gelöst wird die gleichzeitige Volumenmessung und Identifikation mit einer kombinierten Mess-Lesestation, bestehend aus einem Volumenmesssystem VMS520 und einer Tunnel-Lesestation mit kamerabasierten Codelesern der Produktfamilie ICR890. Während das VMS520 die Frachtobjekte bei Fördergeschwindigkeiten von bis zu 3m/s mit einer Genauigkeit von ±5mm erfasst, identifiziert der Kamera-Tunnel von allen sechs Seiten – also auch von unten – alle auf dem Objekt befindlichen, relevanten Informationen. Eine echte System-Synergie ergibt sich aus der Tatsache, dass das VMS520 neben der Volumenmessung in Echtzeit die Fokussierung aller sechs Kameras steuert, wodurch diese immer ein gestochen scharfes Bild der gelesenen Informationen liefern und so wesentlich zu einer optimalen Sortierleistung beitragen. Verbesserte Prozesse durch Positionserfassung An einem anderen Standort der Hermes Logistik Gruppe Deutschland in Haldensleben werden hauptsächlich in Tüten verpackte Artikel unterschiedlicher Unternehmen der Otto Group abgewickelt. Kernelement des Logistikzentrums ist ein Crisplant-Kippschalensorter. Die ankommenden Waren werden rund um die Uhr über 24 Loader in drei Einschleusbereichen auf den Sorter gebracht und anschließend auf 269 Endstellen in fünf Abwurfbereichen verteilt. Erreicht werden kann eine Sortierleistung von über 10.000 Schalen pro Stunde – aber nur, wenn die Tütensendungen hinreichend genau auf einer Sorterschale positioniert sind und so störungsfrei transportiert und abgeworfen werden können. Die sensortechnische Aufgabe war das Erkennen überhängender oder überstehender Tütensendungen. Dadurch soll verhindert werden, dass sie sich im Sorter verhaken und im ungünstigsten Fall zum Stillstand der Sortieranlage führen. Zusätzlich dient die genaue Kenntnis der Position eines Objektes der Optimierung des Abwurfzeitpunktes von der Schale auf die Sortierrutsche: je weiter hinten auf der Kippschale die Tütensendung liegt, desto früher muss die Anlagensteuerung das Kippen auf die Rutsche starten. Zur High-Speed-Positionserfassung eines Objektes auf einer Sorterschale hat Sick für die Hermes Fulfilment eine spezielle Lösung entwickelt: das Volumenmesssystem VMS-Detect+. Über dem Sorter installiert, blickt dieses auf Basis des VMS510 entwickelte System von oben in die Schalen hinein. Innerhalb von wenigen Millisekunden erkennt es, ob sich ein Objekt auf einer Schale befindet und wo es liegt. Die Ausgabe der Position eines Objektes bezogen auf die jeweilige Sorterschale ermöglicht es der nachgeschalteten Logik, das Abkippen so zu starten, dass die Versandttüte in die Rutsche fällt und nicht daneben auf den Boden. Fazit