Herr Sabisch, können Sie kurz den Aufbau der Kontron-Gruppe erläutern und die Rolle von Kontron Modular Computers innerhalb des Unternehmens beschreiben? Sabisch: Das Unternehmen Kontron ist eine Firmengruppe und der Kopf dieser Firmengruppe ist die Kontron AG mit Sitz in Echingen. Sie ist die Muttergesellschaft für alle operativen Kontron-Töchter. Weltweit gibt es insgesamt acht große Gesellschaften. Eine davon ist die Kontron Modular Computers GmbH hier in Kaufbeuren und wir sind verantwortlich für bestimmte Produktlinien innerhalb des Kontron Konzerns. Die Kontron Modular Computers hat vor zwei Jahren eine neue Business Unit unter dem Namen Kontron Industrial Control eingerichtet. Ziel war die Entwicklung ganzheitlicher Lösungen, die der Markt fordert. Wie hat sich diese Business Unit entwickelt? Sabisch: Die Kontron Industrial Control-Business Unit wurde hier in unserem Haus gegründet und inzwischen weltweit ausgebaut. Es gibt nun eine Division innerhalb der Kontron weltweit, die standortübergreifend für die Zielplattform Automation Industrial Control die entsprechenden Produkte generieren. Wie unterscheidet sich Kontron von seinen Mitbewerbern? Sabisch: In erster Linie durch unser breites Produktportfolio. Wir sind also momentan weltweit der einzige Anbieter, der wirklich vom kleinen Scheckkartenmodul bis zum kompletten System durchgängig liefern kann. Zudem sind wir weltweit vertreten, nicht nur mit Vertriebsniederlassungen, sondern auch mit Engineering in allen Kontinenten. Welche Produkte für die industrielle Automation sind daraus hervorgegangen bzw. entwickelt worden? In welchem Bereich wird sich Kontron in Zukunft hauptsächlich engagieren? Sabisch: Im Wesentlichen haben wir in diesem Bereich auf unseren Hauptproduktlinien Zusatzfunktionen wie Soft-PLC, Feldbusse und Industrial-Ethernet-Links geschaffen. Eine Hauptproduktlinie, die hervorgegangen ist, ist z. B.die Think I/O-Produktlinie. Wir haben also eine Compact-PCI-System-Familie und wir haben Industrie-PC-Plattformen wie den V-Box oder Panel-PCs zur Verfügung. Kontron pflegt strategische Partnerschaften zu anderen Unternehmen. Wie wichtig ist diese Zusammenarbeit mit solchen Partnern? In welchen Bereichen nutzt Kontron solche Partnerschaften? Sabisch: Wir pflegen mit wichtigen Partnern enge Kooperationen. Hauptpartner der Kontron weltweit ist die Firma Intel, die uns mit den gängigsten und neuesten Prozessoren versorgt. Aber gerade im Industrial-Automation-Bereich haben wir auch Partner im Bereich der Software, wie die 3S Smart Software Solutions GmbH, die Soft-SPSen herstellt oder auch andere Anbieter von Protokollen oder ähnlich geeigneten Software-Lösungen. Welche Kernprodukte bilden die Basis für Kontrons Lösungen für die industrielle Automation? Sabisch: Unser absolutes Core-Produkt sind Embedded-PCs in allen gängigen Formfaktoren, die wir nahezu gleichzeitig auf neuesten Chip-Sets und Prozessor-Plattformen setzen. Auf diesen Core-Produkten sitzen auch die verschiedenen Plattform-Produkte für die einzelnen Marktsegmente wie Automation auf. Embedded Computer-Systeme sind mittlerweile die Grundlage für zahlreiche Automatisierungslösungen in der Industrie. In welchen Anwendungsbereichen sehen Sie noch die größten Entwicklungsmöglichkeiten? Welche Technologien haben Zukunftspotenzial? Sabisch: Wir sehen momentan eine große Nachfrage insbesondere in Europa im Maschinen- und Sondermaschinenbau. Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Ein hohes Potenzial ist derzeit auch in der Gebäudeautomatisierung zu erkennen. Wir liefern aber auch in die Verpackungs- und Nahrungsmittelindustrie. Hier sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig. Die aktuellen Technologien mit sehr hohem Zukunftspotenzial sind momentan für uns die Dual Core-Technologie auf Prozessor-Ebene und die Industrial-Ethernet Protokolle, die mehr und mehr Einzug halten. Welche Erfahrungen hat Kontron als Systemanbieter in der industriellen Automation vorzuweisen? Sabisch: Das kommt jetzt auf die Definition des Begriffs System an. Wir sehen uns nicht als Endsystemanbieter, sondern als Plattformlieferant. Unsere Kunden sind überwiegend OEMs, die als Systemanbieter den Endkundenmarkt adressieren. Hier ist unser Slogan: \’Application ready Plattforms\‘. Wie sieht die Entwicklung und Kompetenz im Bereich der Software aus? Sabisch: Wir sind ein Unternehmen mit sehr vielen Ingenieuren. Inzwischen haben wir weltweit mehr Software- als Hardware-Ingenieure im Unternehmen beschäftigt. Insbesondere in der Automation haben wir sehr große Erfahrungen und Kompetenz im Bereich der Implementierung von Software. Wir bieten auch kundenspezifische Software-Adaptionen und Entwicklungen für unsere Kunden an, wir sind also rundum im Softwarebereich aufgestellt. Ein Trend des Embedded Computer-Markts ist es, statt proprietärer Systeme offene Systeme zu unterstützen. Auch Kontron verfolgt diese Strategie. Wie sehen Sie die Entwicklung in diesem Bereich? Sabisch: Wir sehen eine starke Tendenz zu standardisierten Produkten und Systemen. Kontron war schon immer ein Unternehmen, das die offenen Standards unterstützt und in den entsprechenden Gremien und Aktionen aktiv mitarbeitet, wie PMG, ETX und ganz neu jetzt auch bei OSADL. Wir sind immer bei den Normierungs- und Standardbemühungen dabei und sehen, dass der Markt das annimmt. Wie verändert die Dual-Core-Technologie die Automatisierungslösungen? Sabisch: Die Dual-Core-Technologie stellt unserer Ansicht nach einen Meilenstein in der weiteren Entwicklung, insbesondere bei den Automatisierungslösungen dar, weil wir hier auch die Möglichkeit haben, auf einer Plattform HMI und Control in einem Embedded EPC zu realisieren. Durch diese Komprimierung der Funktionen werden die Anwendungen in weitere Bereiche vordringen, die wir jetzt noch nicht sehen. Der Markt für Embedded Computer ist einer der wachstumsstärksten der Welt. Benötigt man in Zukunft überhaupt noch Hardware-SPSen? Haben diese in absehbarer Zeit ausgedient? Sabisch: Das ist eine gute Frage. Wir leben in einem sehr langfristig orientierten Anwendermarkt, so dass wir davon ausgehen, dass auch Hardware-SPSen noch eine geraume Zeit zu sehen sein werden. Doch wie es die Vergangenheit auch in anderen Bereichen gezeigt hat, wird sich eine variablere Softwarelösung unserer Meinung nach mehr durchsetzen, da viel mehr Flexibilität beim Anwender da ist. Wo positioniert sich Kontron Modular Computers bzw. die Kontron AG insgesamt in der Zukunft? Wo wird der Focus der Aktivitäten liegen? Sabisch: Wir werden weiterhin bei Embedded PCs \’leading edge\‘ sein und konzentrieren uns auf vertikale Zielmärkte. Das sind momentan Automation/Industrial Control, Telecommunication, Medicine, Gaming und Government. Nun eine letzte Frage: Was können wir von Kontron auf der Hannover Messe erwarten? Sabisch: Einiges: Unser Aufhänger für die Hannover Messe wird die neue Variante des ThinkIO sein. Wir werden ThinkIO in Dual Core-Technologie vorstellen, also den Hutschienen-PC unseres Hauses, und natürlich die neuesten und verbesserten Versionen bestehender Produktlinien zeigen. Das Interview führte Henning Schulz im März 2007 im Hause Kontron in Kaufbeuren. HMI 2007: Halle 9, Stand G26
Das Ende der Hardware-SPS? Über dieses und andere Themen sprachen wir mit Thomas Sabisch, Geschäftsführer der Kontron Modular Computers
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