Der Anwendernutzen von IO-Link besteht zum einen in der Reduzierung der Verdrahtungskosten, da die Daten statt über Multipol- und Schirmleitungen nun seriell übertragen werden. Leiten die Sensoren und Aktoren mehr als ein Bit weiter, werden sie mit IO-Link aufgrund der Verwendung von Standard-Sensor/ Aktor-Kabeln deutlich kostengünstiger vernetzt. Eine in das System integrierte Parameterdatenhaltung führt zu kürzeren Rüstzeiten, denn die Parameter der Sensoren und Aktoren stehen sofort zur Reparametrierung defekter IO-Link-Devices, Umparametrierung beim Formatwechsel sowie zur Duplizierung von Serienmaschinen und -anlagen bereit. Die detaillierte sowie ortsgenaue Diagnose verringert schließlich die Stillstandszeiten der Applikation. Im Rahmen einer präventiven Diagnose sowie im Fehlerfall stellt IO-Link dem System entsprechende Informationen transparent zur Verfügung. In Verbindung mit einem leistungsfähigen Engineering-System sowie der dazu passenden Steuerungs-Visualisierung lassen sich diese Anwendervorteile nutzen, um die Produktivität der Maschinen und Anlagen signifikant zu erhöhen (Bild 3). Engineering-Tool reduziert Inbetriebnahme- und Stillstandszeiten Mit PC Worx bietet Phoenix Contact ein umfangreiches Software-Tool zur Projektierung und Programmierung sowohl einfacher als auch komplexer Automatisierungssysteme. Soll der IO-Link-Master aus der Produktfamilie Inline in Schutzart IP20 oder der Produktfamilie Fieldline in Schutzart IP67 besonders wirtschaftlich in das Netzwerk eingebunden und programmiert werden, erweisen sich die Inline Controller der 100er Leistungsklasse von Phoenix Contact, wie der ILC 170 ETH-2TX, als passende Lösung. Die Kleinsteuerungen passen sich an die jeweiligen Applikationsanforderungen an, indem sie um die Standard- und Funktionsklemmen des Inline- und Fieldline-E/A-Systems erweitert werden. Dazu gehört auch der IO-Link-Master (Bild 4). Eine der zahlreichen Funktionen des Engineering-Systems PC Worx sorgt dafür, dass diejenigen Komponenten automatisch projektiert werden, die an einen von der Steuerung abgehenden Lokalbus angeschlossen sind. Auf diese Weise verringert sich die Inbetriebnahmezeit des gesamten Bussystems mit integriertem IO-Link-Master deutlich. Um die vielfältigen von IO-Link gelieferten Parameter- und Diagnoseinformationen nutzen zu können, ist eine intuitiv handhabbare Kommunikationsschnittstelle zwischen dem IO-Link-Master und den IO-Link-Slaves auf der einen sowie dem Programmier-Tool auf der anderen Seite erforderlich. PC Worx stellt dieses Interface in Form einer auf der IEC 61131-3 basierenden Programmierumgebung zur Verfügung. Eine IO-Link-Funktionsbibliothek erlaubt dabei die Verwertung der Prozess- und Servicedaten der IO-Link-Devices. Mit Hilfe verschiedener Bausteine kann der Programmierer diese Informationen einfach verarbeiten sowie Service-Datenobjekte (SPDU) lesen und schreiben. Das Erstellen eines langen und komplizierten Programmcodes entfällt (Bild 2). Der Baustein liefert darüber hinaus automatisch IO-Link-spezifische Diagnosemeldungen, die so genannten System-Fehlercodes. Diese Daten, bei denen es sich z.B. um die Überwachung der IO-Link-Verbindungen handeln kann, lassen sich ebenfalls problemlos im Anwenderprogramm verwerten. Da alle Meldungen umgehend in den Diagnoseprozess eingebunden werden, reduzieren sich die Stillstandszeiten auf ein Minimum. FDT/DTM-Technologie ermöglicht Zugang zu allen erfassten Daten Die zahlreichen von den Automatisierungskomponenten gelieferten Informationen lassen sich nur dann sinnvoll nutzen, wenn die Applikation auf Basis offener Standards automatisiert ist. So wie sich IO-Link als Standard zur Kommunikation mit Sensoren und Aktoren etablieren wird, ist dies im Software-Bereich mit der FDT/DTM-Technologie bereits der Fall, die PC Worx unterstützt. In Kombination mit dem generischen IO-Link-DTM, der die Interpretation der zum IO-Link-Device gehörenden IO-Link-Device-Description (IODD) ermöglicht, werden der Steuerung so im Zuge der nahtlosen Integration der Sensoren und Aktoren alle erfassten Daten zugänglich gemacht. Kostengünstiges Bedienen und Beobachten Innerhalb des Automatisierungsprozesses erweist sich das Auslesen und Schreiben von Daten durch das Steuerungsprogramm als wichtige Aufgabe. Die gesammelten Informationen müssen dann weiterverarbeitet werden. Das bedeutet für IO-Link, dass die Diagnose- und Prozessdaten nur dann sinnvoll verwertet werden können, wenn sie sich entsprechend darstellen und verarbeiten lassen. Das Anzeigen der Informationen erfolgt ebenso wie die interaktive Maschinenbedienung über eine Visualisierung. Mit WebVisit ist hierfür ein wirtschaftliches Software-Tool erhältlich. Alle Steuerungen der 100er Leistungsklasse von Phoenix Contact verfügen über einen Webserver sowie mindestens einen Ethernet-Port. Die mit WebVisit erstellten Visualisierungsseiten werden daher einfach auf der Steuerung abgelegt. Anschließend können sie über einen Standard-Browser, der auf dem Industrie-PC, Web-Panel oder mobilen Smart Phone installiert ist, bequem abgerufen werden. Das Vorhalten einer für kleine Anwendungen oftmals teuren Visualisierungssoftware ist nicht mehr notwendig. Die Visualisierungsdaten werden über ein drahtgebundenes oder funkbasiertes Ethernet-Netzwerk übertragen. So lassen sich selbst große Entfernungen zwischen dem Anlagen- oder Maschinenabschnitt sowie der auf dem Endgerät laufenden Visualisierung überbrücken (Bild 5). Um eine automatisierte Anlage umfassend überwachen und analysieren zu können, müssen Prozess- und Diagnosedaten über einen längeren Zeitraum \’geloggt\‘ werden. Deshalb können die Kleinsteuerungen ILC 1xx an ein Datenbank-Managementsystem wie SQL oder MySQL angebunden werden. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel die ausgelesenen Seriennummern der verwendeten IO-Link-Devices dauerhaft in der Datenbank archivieren. Fazit Durch die Kombination der Steuerungen der 100er Leistungsklasse, der Software-Tools PC Worx und WebVisit sowie des Kommunikationsstandards IO-Link erhält der Anwender somit eine Automatisierungslösung für kleine bis mittelgroße Applikationen, die mehr Informationen zu deutlich geringeren Kosten bereit stellt. Kasten 1: Die drei Säulen von IO-Link 1. Vereinfachung der Verdrahtung: In einer Roboteranwendung überträgt IO-Link die Messwerte für Durchfluss, die Durchflussmenge und die Temperatur des Mediums über eine dreiadrige ungeschirmte Standard-Leitung. Somit werden Verdrahtungskosten minimiert. 2. Parameterdatenhaltung: In der Verpackungsindustrie parametriert IO-Link Optosensoren abhängig vom Verpackungsgut zur Laufzeit um und reduziert damit die Maschinenstillstandszeiten bei der Umrüstung auf die Hälfte. 3. Diagnose: Der Kommunikationsabbruch zwischen einem IO-Link-Master und einem IO-Link-Device wird zur Laufzeit sofort erkannt, so dass sich die Betriebssicherheit von Werkzeugmaschinen erheblich erhöht. Kasten 2: Kleinsteuerungen erlauben wirtschaftliche Automation Die Steuerungen der 100er Leistungsklasse ermöglichen den einfachen Einstieg in die Automation und sind daher bestens für den Einsatz in kleinen und mittelgroßen Applikationen geeignet. Als Basis eines wirtschaftlichen Automatisierungssystems lassen sich die Inline Controller ILC 1xx je nach Anforderung flexibel um die Ein- und Ausgabe- sowie Funktionsmodule des Inline-Installationsbaukastens erweitern. Die Systemlösung umfasst darüber hinaus Web-Panel und Netzwerk-Komponenten, wobei alle Geräte optimal aufeinander abgestimmt sind (Bild 6). Die Kleinsteuerungen werden mit der kostenfrei erhältlichen Entwicklungsumgebung PC Worx Express programmiert. Verschiedene Funktionsbaustein-Bibliotheken sowie Quickstarts unterstützen bei der Programmerstellung, während sich mit der Software WebVisit kostengünstig Visualisierungsseiten aufbauen lassen. Diese werden in der Steuerung hinterlegt und können dann über jeden Standard-Browser aufgerufen werden.
IO-Link und die Steuerungen der 100er Leistungsklasse Kombination schafft wirtschaftliche Vorteile
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im April: +0,4% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber März saison- und kalenderbereinigt um 0,4% gestiegen.
-
Best Managed Companies Award 2026: Schmersal mit Goldstatus geehrt
Die Firma K.A. Schmersal wurde erneut mit dem Best Managed Companies Award ausgezeichnet.
-
Smartes Engineering für funktionale Sicherheit
In der modernen Softwareentwicklung gehören Versionskontrolle mit Git, mehrsprachige Codebasen, KI-gestützte Assistenten, Extensions statt monolithischer Toolchains mittlerweile zum Standard.
-
Auftragseingang im Maschinenbau: Keine Belebung in den Mai-Orderbüchern
Der Maschinenbau wartet weiter auf eine Belebung ihrer Orderbücher.
-
Siemens erweitert seine Werke
Siemens investiert 300Mio.€, um die Fertigung von Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende und KI-Rechenzentren signifikant auszuweiten.
-
Ringsensoren liefern Prozess- und Diagnosedaten
Induktive Ringsensoren mit IO-Link
Turck erweitert sein Portfolio um induktive IO-Link-Ringsensoren für die zuverlässige Erfassung kleiner metallischer…
-
IIoT / Edge Computing
Edge-Modul für durchgängige IIoT-Daten
Turck erweitert seine IIoT- und Service-Plattform Turck Automation Suite um das Modul TAS…
-
Technische Beschaffung
B2B-Katalog als Brücke zur digitalen Beschaffung
Conrad Electronic erweitert seine B2B-Strategie um einen neuen, 960 Seiten starken Katalog.
-
Leitungstechnik
Torsionsfeste Devicenet-Leitung für Roboter
Igus erweitert seine Roboterleitungsserie CFRobot8.Plus um eine Devicenet-Leitung für hochdynamische Anwendungen mit Torsionsbewegungen…
-
Cybersicherheit
Sicherer Entwicklungsprozess zertifiziert
Moxa hat gleich zwei Zertifizierungen nach IEC62443-4-1 Maturity Level 3 (ML3) erhalten –…
-
Industrie-PCs
Panel-PCs für HMI und Maschinensteuerung
Gett erweitert sein HMI-Portfolio um eine neue Serie industrieller Panel-PCs der Marke InduSmart.
-
Ormazabal baut neue Deutschlandzentrale
Ormazabal hat den offiziellen Spatenstich für seine neue Deutschlandzentrale in Krefeld gesetzt.
-
Maschinenbau rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum bei der Produktion
Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real…
-
Potentiometer
Präzisionspotentiometer individuell angepasst
Megatron bietet Präzisionspotentiometer für Anwendungen in Medizin-, Labor-, Industrie- und Messtechnik an und…
-
Hima wächst in schwierigem Marktumfeld
Hima, Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen, ist im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen.
-
Deutsche Elektroexporte bleiben vorerst auf Wachstumskurs
Im April entwickelten sich die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter beschleunigt…
-
Vorstandswahlen bei PLCopen
PLCopen hat einen neuen Vorstand gewählt, nachdem drei Mitglieder zurückgetreten sind.
-
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing
Dr. Hannes Grubinger hat die Position des Chief Product & Marketing Officers bei R&M…
-
AC/DC-Hochleistungssicherungen
Mersen präsentiert seine neue Generation von Hochleistungssicherungen.
-
Prozessautomatisierung
Ethernet-APL-Switches verbinden bis zu zwölf Feldgeräte direkt mit dem Ethernet-Netzwerk
Phoenix Contact erweitert sein Ethernet-APL-Portfolio um zwei Managed-Switch-Varianten mit zwölf Ports für die…
-
Elektromechanischer Fügemodule
Kistler präsentiert elektromechanische Fügesysteme, die Messdaten mittels weiterentwickelter Telemetrie kabellos übertragen.
-
Neue Funktionen für Siemens KI-Agent
Siemens hat zwei neue Funktionen für den Eigen Engineering Agent, eine speziell für…
-
Antriebstechnik
Motor und Umrichter zu einer kompakten Antriebseinheit kombiniert
Mit Nordac Fusion stellt Nord Drivesystems ein integriertes Antriebssystem vor, das Motor und…
-
Steckverbinder – Docking-Systeme
Erweiterte Docking-Lösungen für automatisierte Andockprozesse und hohe Steckzyklen
Odu bietet mit seinen Docking-Lösungen auf Basis der Odu-Mac Silver-Line eine modulare Schnittstellenplattform…
-
Analogmodul für Fußschalter
ASA Schalttechnik erweitert sein Portfolio um ein Analogmodul für Fußschalteranwendungen.
das könnte sie auch interessieren
-
SE Tylose setzt auf SAP PM und Argvis als durchgängige CMMS-Plattform
Schluss mit Insellösungen in der Instandhaltung
-
Kreislaufwirtschaft in der Robotik
Ein zweites Leben für Industrieroboter
-
Neue IO-Link-Komponenten bringen Innovationen in die Automation
Mehr Flexibilität auf den letzten Metern
-
















