Moderne Maschinen erfordern eine zeitgemäße Bedienung. Bei einem modernen Maschinenpark ist es oft sinnvoll, die Prozesse mit einem Computer zu überwachen und zu visualisieren. Auch die Festlegung der Prozessparameter bzw. Programmabläufe der Maschine geschieht meistens nicht mehr an der Maschine selbst, sondern an einem angeschlossenen PC. Auf diesem PC werden die Produktionsdaten auch oft aus Gründen der Qualitätssicherung archiviert, sodass die gesamte Produktherstellung lückenlos dokumentiert werden kann. Die Produktionsmaschine (z.B. eine Sinterpresse oder eine Laserschweißmaschine) wird dazu über den Kommunikations- und Programmieradapter Accon- NetLink-S7 und der Kommunikationsbibliothek Accon-AGLink der Deltalogic Automatisierungstechnik GmbH mit dem Firmennetzwerk oder einem einzelnen Computer verbunden. Wie jeder andere Netzwerkteilnehmer bekommt die Maschine durch den Netzwerkverwalter eine eigene Adresse. Nun kann von jedem Computer aus auf die Maschine zugegriffen werden. Dazu müssen auf dem PC eine Software namens IPA (Industrielle PC-Anbindung) und die entsprechenden Deltalogic-Treiber installiert sein. Software zur PC-Anbindung Die IPA-Software ist modular aufgebaut. Momentan sind zwei Module realisiert, weitere sind in Planung. Der sogenannte Monitor ist für das Prozessdatenhandling zuständig. Hier werden hauptsächlich die von der Maschine kommenden Prozessparameter des laufenden Prozesses visualisiert und gespeichert. Der Organizer ist für die Arbeitsprogramme der Produktionsmaschine zuständig. Offline-Programmierung, Programmverwaltung und Programm-Übertragung sind die Hauptaufgaben dieses Moduls. Funktion des IPA-Monitors Die Hauptaufgabe des IPA-Monitors ist es, Daten zu sammeln. Zur Aufzeichnung von Messwerten müssen die Maschine und der PC vorbereitet sein. Jede Maschine, die mit IPA vernetzt wird, bekommt eine feste IP-Adresse zugeordnet. In der Maschine wird der Umfang der Datenaufzeichnung festgelegt, d.h. welche Daten (z.B. Achsen, Druck oder Temperatur) in welchen Einheiten dargestellt werden sollen. Die von der Maschine gesendeten Daten werden als Kurven visualisiert und in der Datenbank abgespeichert. Die Sampling-Rate kann je nach Prozessanforderung eingestellt werden: die Standardgröße für das Zeitintervall, in dem die Daten von der Maschine gelesen werden, ist 1s. Außer den Prozessdaten werden im IPA-Monitor auch Status-, Fehler- und Störmeldungen im Klartext angezeigt. Ein automatisches Aufzeichnen und Abspeichern des Datenflusses in die Datenbank ist möglich. Mit dem Modul IPA-Monitor können auch mehrere Maschinen gleichzeitig aufgezeichnet werden. Bei einem Prozesswechsel an der Maschine wird der Prozess automatisch in der Datenbank gespeichert. Der neue Prozess wird im Prozessfenster weiter dargestellt. Durch diesen Automatismus ist es z.B. möglich, mit einem PC dauerhaft alle Prozesse aufzuzeichnen und in die Datenbank abzuspeichern. Die abgespeicherten Daten können später kontrolliert und ausgedruckt werden. Prozesskontrolle automatisiert Ein weiteres Feature ist das automatische Wiederverbinden. Hierbei ist der Leitgedanke, die Prozesskontrolle so zu automatisieren, dass keine manuellen Eingriffe notwendig sind. Der Anwender kann individuell die Darstellung der Diagramme wie Farbauswahl, Linienstärke, Auswahl der Messdaten einstellen (grundsätzlich werden alle von der Maschine gesendeten Daten in der Datenbank abgespeichert). Selbstverständlich kann die Bedienoberfläche in die gängigen Sprachen angepasst werden. Eine Online-Hilfe, Druck- und Zoomfunktionen, wie es heutzutage bei Windows-Programmen Standard ist, sind ebenfalls vorhanden. Bei der Darstellung der Messwerte kann zwischen Kurvenansicht und Tabellenansicht gewählt werden. Mithilfe eines Prozesszeigers kann jeder Zeitpunkt des Prozesses analysiert werden. Hierbei wird genau festgehalten, wann eine Störung aufgetreten ist und zu welchem Zeitpunkt sie behoben wurde. Zur weiteren Auswertung können die Prozessdaten im Excel- oder XML-Format exportiert werden. Funktionen des Organizers Die Aufgabe des IPA-Organizers ist die Verwaltung von Parametersätzen. Durch die Parametersätze werden die Sollwerte und Prozessparameter für einen Programmablauf festgelegt. Mit dem Organizer können Parametersätze von der Maschine geladen und in die IPA-Datenbank abgespeichert werden. Ebenso können Parametersätze aus der Datenbank direkt zur Maschine gesendet werden. Nach Auswahl eines Parametersatzes wird dieser in einer maschinenspezifischen Eingabemaske dargestellt. Dort können die Daten verändert werden. Wie beim IPA-Monitor wird die Struktur und der Aufbau der Parametersätze durch die Maschine bestimmt. Je nach Maschinentyp wird durch das gleiche Programmmodul der Parametersatz jeweils maschinenspezifisch dargestellt. Dadurch erfolgt bei der Eingabe von Daten gleich eine Überprüfung auf eine korrekte Eingabe. Werden Eingabegrenzen verletzt, wird das entsprechende Feld farblich gekennzeichnet. Eine Übertragung zur Maschine ist in diesem Fall nicht möglich. So ist gewährleistet, dass nur korrekte Parametersätze an die Maschine geschickt werden und die Maschine in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt wird. Neben den Manipulationen wie Einfügen, Kopieren und Löschen von Programm-Segmenten kann der Verlauf der Solldaten zur Kontrolle grafisch dargestellt werden. Kenngrößen wie Anzahl der Segmente, Prozessdauer und maximale Werte können auf einen Blick erfasst werden. Gespeicherte Parametersätze Durch die Abspeicherung der Parametersätze in der Datenbank gibt es im Prinzip keine Speicher- begrenzung, während der Programmspeicher in der Maschine begrenzt ist. Zudem können zu jedem Parametersatz Zusatzinformationen in der Datenbank abgelegt werden. Der Ausdruck eines Parametersatzes kann zusätzlich zur Dokumentation der Produktherstellung verwendet werden. Mit einem integrierten Skriptgenerator können Verflechtungen zwischen den Eingabegrößen direkt nach der Eingabe dargestellt werden. Beispielsweise kann aus einem geänderten Wert für die Formengröße automatisch die Einträge für Kraft und Flächenpressung in diesem Segment aktualisiert werden. So werden bei einem erstellten Sinterprogramm nur durch die Änderung der Sinterfläche automatisch die Druckwerte für jedes Segment neu berechnet. Trotz der Eigenständigkeit der einzelnen Module ist das jeweilige Layout nach dem gleichen Muster aufgebaut: Ähnlich wie im Windows-Explorer sind die einzelnen Maschinen jeweils als übergeordnete Elemente vorhanden (wie Laufwerke bzw. Ordner). Darunter liegen die den Maschinen zugeordneten Aufträge mit ihren Prozessen bzw. die Parametersätze. Beim IPA-Organizer gibt es zwei Verwaltungseinheiten: die Online-Ansicht auf die Maschine und die Offline-Ansicht auf die Datenbank. Hier können direkt Parametersätze zwischen Maschine und Datenbank kopiert werden, ohne den Parametersatz zu öffnen. Ergänzende Module Neben der Dokumentation und Visualisierung (Monitor) sowie dem Programm-Handling (Organizer) sind weitere IPA-Module für die Produktionsüberwachung und Service (Analyzer und Messenger) erhältlich. So wachsen die Produktion (Maschine) und die Produktionsplanung (Computer) weiter zusammen. Der Einsatz der Deltalogic-Soft- und Hardware ist auch nachträglich möglich und erfolgt ohne Änderung der bestehenden Hardware. Außerdem ist mit der Nachrüstung bereits der erste Schritt zur Fernwartung gemacht. Kommunikationsadapter Der Accon-NetLink-S7, das Vorgängerprodukt zu Accon-NetLink-Pro, ist ein Kommunikations- und Programmieradapter zwischen PC und S7-Steuerungen. Die gesamte Elektronik ist in einem Profibus-Stecker untergebracht, sodass sich eine kompakte Bauform ergibt. Der Accon-NetLink-S7 kann über MPI, Profibus und PPI an die SPS angeschlossen werden. Die Kommunikation des Accon-NetLink-S7 zum PC erfolgt über TCP/IP. Damit kann er zur Fernwartung über Router, Intranet und Internet eingesetzt werden. Der Accon-NetLink-S7 wird über den angeschlossenen Bus mit Spannung versorgt. Er kann als Programmieradapter zur Erstellung und Änderung des SPS-Programms, als Kommunikationsadapter für Visualisierungen, für den Datenzugriff auf die SPS und zur Fernwartung über Internet, Intranet oder Einwahlrouter eingesetzt werden.
Prozessdaten-Verwaltung in der Werkzeugproduktion
-
Hutschienen-PC für raue Bedingungen
Das IT-Rückgrat der Fabrik
Die Industrie ist ein Gewohnheitstier. Sind Komponenten einmal eingebaut, müssen sie jahrelang ihre Funktion erfüllen. Keine einfache Aufgabe in der IT-Infrastruktur, die von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung geprägt ist.…
-
Rose Systemtechnik-Geschäftsführer zum Vorstand des VDMA Elektrische Automation gewählt
Mathias Wolpiansky ist jetzt Vorstands-Mitglied des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation.
-
Dassault Systèmes: Q2-Ergebnisse bestätigen Jahresziele
Dassault Systèmes hat seine geschätzten Finanzergebnisse gemäß IFRS für das zweite Quartal sowie für das erste Halbjahr zum 30. Juni veröffentlicht.
-
Neuer Vertriebs- und Marketingleiter bei SPN
Seit Juni verantwortet Max Rossdeutscher die Bereiche Vertrieb und Marketing des Nördlinger Getriebe- und Verzahnungsspezialisten SPN Schwaben Präzision.
-
Für Hochschwindigkeitsanwendungen
Sensorlose Fangschaltung
Mit Flying Restart erweitert Sieb & Meyer den Funktionsumfang seiner Drive Controller aus…
-
Für sicherheitskritische Anwendungen
Batterielose Multiturn-Kit Encoder
Posital hat zwei neue Drehgeber-Modelle (Kit Encoder) für sicherheitskritische Anwendungen vorgestellt.
-
Überbrückung von Netzunterbrechnungen
Puffermodule mit 20 und 40A
Mit den neuen PCC-1424-200-0 und PCC-1424-400-0 erweitert Block sein Portfolio um leistungsstarke Puffermodule…
-
Stromversorgung
IPC-Netzteil erhält Schutzlackbeschichtung für raue Umgebungen
Bicker Elektronik erweitert sein lüfterloses 200W-Industrie-PC-Netzteil BEP-520C um eine standardmäßige Schutzlackbeschichtung (Conformal Coating).
-
Industrielle Kommunikation
Modulare Routergeneration kombiniert Flexibilität, Edge Computing und Security
Insys Icom erweitert sein Portfolio um die modulare Routergeneration MRX.neo.
-
Engineering & Digitalisierung
Der ganz einfache Einstieg in die Produktionsanalyse
Mitsubishi Electric erweitert sein Softwareportfolio um die browserbasierte DataNavigateApp.
-
Mit dem Smartphone auslesbar
Nutzungsüberwachung für Crimpwerkzeuge
Im Schaltschrank- und Maschinenbau hängt die Qualität elektrischer Verbindungen maßgeblich von der Zuverlässigkeit…
-
Sensorik
Induktiver Wegsensor überwacht thermische Gehäusedehnungen
Avibia erweitert sein Portfolio zur Schwingungs- und Zustandsüberwachung um den induktiven Wegsensor HEP-100…
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an…
-
Interview: Wie Hilscher und Schwarz Digits eine europäische Edge-to-Cloud-Infrastruktur für industrielle Datenräume und digitale Services aufbauen
Datensouveränität beginnt an der Maschine
Maschinendaten gelten als Grundlage für digitale Services, KI-Anwendungen und neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig steigen…
-
Rekordbeteiligung beim 2026 European Ethercat Plug Fest
Das 36. European Ethercat Plug Fest endete nach zwei intensiven Tagen am 15.…
-
Kanalabsicherung mit Switch-Mode-Design
Intelligente Fehlerstrategie für DIN-Schienen-Netzteile
24V-Schaltschränke für die DIN-Schiene enthalten wichtige Stromversorgungs- und elektronische Sicherungsvorrichtungen (E-Fuses) für eine…
-
Cybersecurity
Arm-basierte Industriecomputer erhalten IEC62443-4-2-SL2-Zertifizierung
Moxa hat für seine 64Bit-Arm-basierten Industriecomputer der UC-Serie mit dem Betriebssystem Moxa Industrial…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter…
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
das könnte sie auch interessieren
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
-
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
-
















