Viele Unternehmer haben keine klaren Vorstellungen davon, was eigentlich ihre eigenen originären Unternehmer-Aufgaben sind. Die meisten Unternehmer sind zu Beginn Selbstständige und machen alles. Wenn ihnen die Arbeit über den Kopf wächst und sie es nicht mehr schaffen, holen sie sich jemanden, der ihnen hilft. Sie wollen die Aufgaben delegieren, die ihnen nicht so gut liegen und die ihnen keinen Spaß machen – eigentlich durchaus eine kluge Überlegung, zumindest wenn der neue Mitarbeiter in diesen Bereichen besser ist. Allerdings ist die Einstellung des Unternehmers zu diesen Tätigkeiten meist nicht sehr positiv. Im Einstellungsgespräch erläutert der Unternehmer dem potenziellen Mitarbeiter all die Dinge, die er nicht mag und fortan nicht mehr machen will. Wie motiviert wird wohl das Gegenüber sein, wenn er erkennt, dass seine Aufgaben die ungeliebten Reste sein werden und er keine Freiräume und Verantwortung bekommen wird? Auf diese Weise werden nur solche Mitarbeiter bleiben, die es nötig haben, für Schmerzensgeld zu arbeiten. Ein schlechter Einstellungsfilter. Stattdessen sollte sich der Unternehmer darüber klar werden, was eigentlich genau die Aufgaben des Unternehmers sind und was Aufgaben der Mitarbeiter und des Managements sind. Das heißt der Unternehmer ist in einer Situation, in der er aktuell Aufgaben macht, die gar nicht seine Aufgaben sind. Die aber durchaus wichtig, spannend und herausfordernd sind. Das ist der entscheidende Punkt: Es gibt wichtige, spannende und herausfordernde(!) Aufgaben zu vergeben, für die das Unternehmen gute Mitarbeiter sucht. Dabei sollte deutlich werden, dass dem potenziellen Mitarbeiter schrittweise Freiräume und Verantwortung übertragen werden. Trennungskriterien und das Prinzip Hoffnung Haben Unternehmer dann endlich einen Mitarbeiter gefunden und dieser beginnt mit der Arbeit, ist sein Chef meist mittelmäßig glücklich: Der Neue entlastet ihn ja, aber so richtig gut ist das Ergebnis auch nicht. Es beginnt die Hoffnungsphase: \“Ach, das wird schon…\“. Am Ende der Probezeit denkt sich der Unternehmer: \“Es könnte zwar besser sein, aber jetzt nochmal suchen? Das findet sich schon noch…\“. Nach zwei Jahren heißt es dann: \“Die Leistungen sind zwar nicht so toll, aber jetzt haben wir uns schon so an diesen Mitarbeiter gewöhnt….\“. Der Punkt ist: Trotz aller Tests und Probearbeiten kann man falsche Entscheidungen treffen. Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmern ist der, dass die erfolgreichen Unternehmer falsche Entscheidungen so schnell wie möglich korrigieren. Dabei ist ein klar definiertes und kommuniziertes Paket an Trennungskriterien hilfreich. Ein Mitarbeiter muss am Ende der Probezeit eben bestimmte Dinge in einer bestimmten Qualität können. Die offene Kommunikation (möglichst auch vor den anderen Mitarbeitern) zwingt einen, sich daran zu halten, weil man sonst restlos unglaubwürdig würde. Mitarbeitersuche unter Druck Das Problem bei der Personalsuche ist: Die meisten Unternehmen suchen erst dann neue Mitarbeiter, wenn es nicht mehr anders geht. Wenn man selbst 70 Stunden pro Woche arbeitet und unter immensem Druck steht. In solch einer Situation beraubt man sich tatsächlich sämtlicher Alternativen. Man ist gezwungen, von zwei Kandidaten den weniger schlechten zu nehmen und diesen auch zu behalten, ganz egal, wie schlecht dieser dann ist. Das heißt: Unternehmer sollten sich die Bedeutung der Mitarbeiterauswahl klarmachen und sich die Zeit dafür nehmen, wenn sie noch nicht unter Druck stehen. Die Rechnung ist einfach: Ein falsch angestellter Mitarbeiter kostet Unmengen an Geld (aufgrund von Gehältern, Fehlern, Ablenkung der übrigen Mitarbeiter während der Einarbeitung, Zeitverzögerung beim Unternehmensaufbau, Abfindungen, Suche von Ersatz etc.). Und er kostet sicher mehr Zeit als sich ein paar zusätzliche Bewerber anzuschauen. In der Gründungsphase kann ein falscher Mitarbeiter auch kurz mal die Existenz der ganzen Firma kosten. Vergleicht man dies mit dem oft höchst komplizierten Auswahlprozess für ein Softwareprodukt oder eine Maschine für einige Tausend Euro, so herrscht hier klar ein krasses Missverhältnis. Und wer schon unter solchem Druck steht, sollte innehalten und erst einmal seine Firma so umbauen, dass sie mit weniger Aufwand profitabel ist. Das bedeutet zumeist die Arbeit an der Strategie, an der Vision und an der eigenen Persönlichkeit. Erst wenn der Druck auf ein Maß gesunken ist, bei dem man es sich leisten kann, auch Kandidaten oder Mitarbeiter in der Probezeit wegzuschicken, sollte man mit der Personalsuche beginnen.
(Teil 3) Mitarbeitersuche: Von der Kunst, Adler statt Enten einzustellen
-
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als passive Komponente behandelt. Dabei zeigen SPS-Anbindung, IO-Link und Signalfunktionen: Intelligentes Licht kann längst mehr als…
-
HMI, Steuerung, Safety und Security
So wird Maschinenautomatisierung zukunftssicher
Mehr Daten, stärkere Vernetzung, wachsende Software und höhere Anforderungen an Cybersecurity machen Maschinen immer komplexer. Für den Anwender muss jedoch das Gegenteil gelten: Maschinen sollen einfach zu bedienen,…
-
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard, in der SPS-Programmierung bisher kaum umsetzbar.
-
Anzeige
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard,…
-
Importpreise im Juli: +6,8% gegenüber Juli 2025
Die Importpreise waren im Juli um 6,8% höher als im Juli 2025.
-
Anzeige
Wie intelligent ist Licht?
Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als…
-
TQ-Prüflabor bekommt neue Doppelspitze
Die TQ-Group stellt die Führung ihres Prüflabors TQ-PCC (TQ-Product-Compliance-Center) neu auf.
-
Maschinensicherheit mit großer Reichweite
Laserscanner überwacht Sicherheitsbereiche bis 10m
Datasensing erweitert sein Portfolio um den Sicherheits-Laserscanner SLS10 mit einer Sicherheitsreichweite von bis…
-
Unternehmen geben nur knapp 10% ihrer Investitionen für Klimaschutz aus
Unternehmen in Deutschland gaben im Jahr 2025 durchschnittlich 9,3% ihrer Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen…
-
Berührungslose Übertragung: Die Alternative zu Schleifring und Steckverbinder
Wenn Daten und Energie ohne Kontakt fließen
Die industrielle Automatisierung befindet sich im Umbruch. Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die…
-
Induktive Wegsensoren
In Serienanwendungen müssen Sensoren häufig nicht nur präzise messen, sondern sich nahtlos in…
-
Gateway für Modbus und MQTT
Mit dem Universal Gateway JUG 25 stellt Janitza ein Produkt vor, das UMG-Geräte…
-
Stromversorgung für Labor und Service
Kompakte Netzgeräte mit AC-, DC- und Akkubetrieb
Voltcraft erweitert sein Angebot um die CSP-Netzteilserie mit zwölf kompakten Modellen für Labor,…
-
Vom Feldgerät bis zur Cloud
Vorkonfigurierte IIoT-Systeme vereinfachen die Integration
IoTmaxx entwickelt projektspezifische IIoT-Komplettlösungen.
-
Geprüft für hohe Reinraumanforderungen
Kabeldurchführungen für sensible Produktionsbereiche
Icotek bietet geprüfte Kabeldurchführungen und Kabelmanagement-Lösungen für Reinraumanwendungen.
-
Schulung mittels Augmented Reality
Vom digitalen Zwilling zum digitalen Trainer
Durch immer kürzere Innovationszyklen wird der Druck zur Weiterbildung und Wissensvermittlung immer größer.…
-
Werma erreicht wichtigen Meilenstein bei Standorterweiterung in Rietheim-Weilheim
Bei der Erweiterung des Werma-Stammsitzes in Rietheim-Weilheim wurde ein weiterer bedeutender Meilenstein erreicht:…
-
Profinet V2.5 wird durch Sicherheitsstufen und Zertifikate zum durchgängigen Sicherheitsstandard
Security serienmäßig
Mit der Version 2.5 unterstützt Profinet die digitale Transformation. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Xaver…
-
Whitepaper zur Wirtschaftlichkeit von Maschinensicherheit
Viele Industriebetriebe beschäftigen sich derzeit intensiv mit den regulatorischen Anforderungen der neuen EU-Maschinenverordnung.
-
Autonome Produktion mit digitalen Zwillingen und Agentensystemen
Wie die SmartFactory-KL die Fabrik der Zukunft neu denkt
Automatisierung sorgt seit Jahrzehnten für zuverlässige und reproduzierbare Produktionsabläufe. Doch steigende Variantenvielfalt, volatile…
-
Interview zu 60 Jahre Steckverbinderkompetenz
Warum moderne Steckverbinder längst intelligente Systemschnittstellen sind
Steckverbinder gelten oft als unscheinbare Standardkomponenten. Tatsächlich sind sie längst zu hochentwickelten Systemschnittstellen…
das könnte sie auch interessieren
-
-
Lokale KI-Agenten als Assistenz zur SPS
Der intelligente ServiceTechniker an der Maschine
-
Dezentrale Automatisierung im Praxis-Check vor Ort
Reallabor statt Showroom
-
Industrial Metaverse & AI
Die Fabrik im digitalen Raum
















