Partnerschaft mit Rückenwind: Windkraftanlagen profitieren von moderner Automatisierung

Seit 2007 gehört AMSC Windtec zur American Superconductor Corporation (AMSC). Es entwickelt komplette Design-Lösungen für Windkraftanlagen und liefert die Technologie und das Know-how für die Windkraftanlagenbauer. Im Design- und Engineering-Zentrum in Klagenfurt (Österreich) arbeitet ein Team von mehr als 110 technischen Experten an der Entwicklung von Lösungen und am Technologietransfer für die Kunden. Insgesamt beschäftigt AMSC Windtec 130 Mitarbeitende am Standort Klagenfurt. AMSC Windtec baut selbst keine eigenen Windkraftanlagen, sondern vermarktet Technologie und Komponenten in einem Konzept. \’Build your own wind turbine\‘ ermöglicht es Unternehmen (OEMs), unter Lizenz eigene Windkraftanlagen aufzubauen. Was ist der Vorteil dabei für Ihre Kunden? Martin Fischer: AMSC Windtec liefert die Technologie, wobei der Entwicklungsfokus auf der optimalen Kombination von Maschinenbau, Elektrotechnik und Software liegt. Aktuell gibt es am Windmarkt keine Firma, die eine vergleichbare Leistung nach dem Prinzip \’alles aus einer Hand\‘ anbieten kann. Daneben bieten wir Unterstützung beim Aufbau einer lokalen Supply Chain, wo entweder unsere Kunden große Komponenten wie Rotorblätter, Getriebe, Generatoren und Türme selber herstellen oder Zulieferer direkt bei unseren Kunden Produktionsstätten aufbauen. So entstehen Wind-Energie-Cluster. Teilweise planen wir auch die Logistik von den Fertigungshallen bis hin zu den entsprechenden Prozessen. Und wir bieten unseren Kunden das Know-how für Zusammenbau, Test, Errichten, Inbetriebnahme und Wartung unserer Windkraftanlagen. Sie entwickeln inzwischen die Technologien für 10MW-Windkraftanlagen. Wie sehen Sie die weitere leistungsmäßige Entwicklung der Turbinen? Gibt es Grenzen? Martin Fischer: Betrachtet man die Leistung von Windkraftanlagen aus der Position des Maschinenbaus, so werden die Anlagen überproportional schwerer und teurer bezogen zur Anlagenleistung. Der Grund dafür ist, dass die maximale Blattspitzengeschwindigkeit nahezu konstant ist, und dann das Drehmoment (was in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit den Kosten ist) sich quadratisch zur Leistung steigert. Diesem Umstand kann man mit ausgefeilter Steuerungs- und Regelungstechnik, optimaler Auslegungen und durch den Einsatz neuer Materialien entgegenwirken. Dazu kommt, dass für den Projektentwickler die Kosten für Transport und Errichten der Infrastruktur für wenige große Anlagen geringer sind als für viele kleine Turbinen. Durch die fortschreitende Technik werden also auch größere Anlagen immer attraktiver werden. Es spricht bis jetzt nichts dagegen, dass es auch kommerzielle 20MW-Anlagen geben wird. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Windkraft in Europa und global? Martin Fischer: Unabhängig von allen Szenarien und Prognosen müssen wir uns der Tatsache stellen, dass die Ressourcen an fossilen Brennstoffen zu Ende gehen. Derzeit werden 79% des weltweiten Energiebedarfs daraus gedeckt. Das ist auch der Marktanteil, der den Alternativenergien noch zur Verfügung steht und den wir noch bearbeiten können. Denn neben der Wasserkraft ist momentan die Windenergie die einzig wirtschaftlich relevante Alternative. Das Global Wind Energy Council geht von Szenarien in der Windenergie aus, die selbst im moderaten Szenario eine jährliche Wachstumsrate von 12,5% und im Referenzszenario von 7,5% prognostiziert. Der beste Markt für die Windbranche ist in den kommenden Jahren sicher China. Dort sind wir mit einem Marktanteil von 25% bereits etabliert. Wir erwarten mittelfristig auch Märkte in Südamerika, den GUS, dem Mittleren Osten – längerfristig auch in Afrika. Bachmann electronic liefert die Systemkomponenten zur kompletten Automatisierung Ihrer Windkraftanlagen. Seit rund drei Jahren arbeiten Sie dazu mit dem Unternehmen zusammen. Welche Kriterien waren bei der Auswahl von Bachmann als Technologie-Partner entscheidend? Martin Fischer: Für diese Auswahl gab es aus meiner Sicht vier wesentliche Argumente. Erstens: Bachmann electronic hat als Unternehmen selbst einen Schwerpunkt im Windmarkt. Damit haben wir einen Partner, der unsere Anforderungen versteht. Zum Zweiten sind die Bachmann-Steuerungen qualitativ hochwertig. Auch wenn der Preis der Komponenten einige Prozent höher liegt als bei anderen Systemen, rechnet sich Qualität durch die höhere Verfügbarkeit der Anlagen. Als Drittes sehe ich Österreich als ein sehr gutes Land für Hightech-Entwicklungen. Wir verfügen alle über kreative und mitdenkende Mitarbeiter. So erachten wir es als einen Vorteil, gemeinsam mit einem anderen österreichischen Unternehmen als Partner den Weltmarkt zu erobern. Und letztlich ist es sehr positiv, mit einem Hauptzulieferer auf einem globalen Markt die gleichen kulturellen Hintergründe zu haben. Ihre Windkraftanlagen zeichnen sich durch Innovation und stetige Weiterentwicklung aus. Welche Aufgabe fällt dabei Bachmann electronic als einem Technologiepartner zu? Martin Fischer: Bachmann electronic ist wie AMSC Windtec auch Systemlieferant. Wir sehen beide das \’größere Ganze\‘. Daher ergibt sich in der Kommunikation mit Bachmann nie die Frage wer, warum, was machen müsste. Sondern es steht immer der Erfolg für den Endkunden im Zentrum. In der Entwicklung profitieren wir voneinander, denn es gibt ausgezeichnete Ideen auf beiden Seiten.