Totgesagte leben länger

Totgesagte leben bekanntlich länger. Das gilt offensichtlich auch für die Technik der SPS. Gleich zwei anerkannte Technologie-Marktforscher haben dies just diesen Sommer unabhängig voneinander festgestellt. Demnach wird der Markt für Speicherprogrammierbare Steuerungen in den kommenden fünf Jahren jährlich zwischen 5 (IMS) und 7% (ARC) wachsen. Letzteres entspräche einem Jahresumsatz von 8,3Mrd. US$ im Jahre 2011. Ende des Glaubenskrieges Zugegeben: Der Glaubenskrieg zwischen SPS und IPC tobt längst nicht mehr so heftig wie noch vor wenigen Jahren. Das mag auch daran liegen, dass weder die SPS noch der IPC, der für schnelle Steuerungsaufgaben verwendet wird, heute noch das gleiche Gerät ist wie vor zehn Jahren. Beide Konzepte haben sich viele Talente des jeweils anderen abgeschaut und integriert. Dennoch bleiben Unterschiede, die dafür sorgen, dass die klassische SPS noch lange Zeit die Steuerungstechnik deutlich dominieren wird, auch wenn der IPC weiter an Bedeutung gewinnt. Wachstumsmarkt Asien Der Grund für das starke Wachstum liegt zum Teil an dem anhaltenden Wachstum der Asien-Pazifik-Region. Selbst bei den etwas defensiveren IMS-Zahlen soll auf diesen Teil der Welt ein Wachstum von fast acht Prozent auf SPSen entfallen. Obwohl Europa, der mittlere Osten und Afrika (also die so genannte EMEA-Region) im Jahre 2006 den größten Markt für SPSen darstellten muss nach Ansicht von IMS der Asien-Pazifik-Region in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, da regionale Anbieter für Kunden häufig preislich interessanter seien. Die großen Anbieter setzen – wie in ihren Heimatmärkten auch – verstärkt auf Komplettsysteme. Schöne Aussichten Anwender profitieren derzeit von dem Wettbewerb und der Vielfalt von Technologien und Anbietern bei gleichzeitig anhaltendem Preisverfall. Da die SPS heute in der Regel nur eine Komponente eines ineinandergreifenden Automatisierungssystem ist, wird der Wettbewerb um die Kunden eher zunehmen, um dafür das Komplettsystem in die Anwendung zu verkaufen. Beim Feilschen um den letzten Euro sollte man nur nicht vergessen, dass die Engineeringkosten die Hardwarekosten häufig um ein Vielfaches übersteigen. Wer also in ein System investiert, mit dem er schneller am Ziel ist, spart leicht viel Geld und ist schneller am Markt. Viel Spaß beim Lesen der vorliegenden Ausgabe wünscht Kai Binder