Das Messprinzip der Absolutwertgeber von Lenord + Bauer basiert auf der magnetischen Abtastung einer ferromagnetischen Maßverkörperung, die eine hohe Präzision und Genauigkeit magnetischer Absolutwertgeber ermöglicht. Die Codescheibe trägt drei Spuren, die jeweils der Noniusregel folgend unterschiedliche Stegzahlen haben. Die Spuren werden mittels Giant-Magneto-Resistance-(GMR)-Elementen abgetastet und erzeugen Sinussignale, deren Phasen mit den Stegen korrespondieren. Aus der eindeutigen Phasenbeziehung der Sinussignale zueinander wird mittels Nonius-Berechnung die Absolutposition bestimmt, da der auf 360° eindeutige Phasenversatz die Ermittlung einer Absolutposition ermöglicht. Dieses Verfahren ist anderen magnetischen Absolutwertgebern, die nur die Feldlinienorientierung eines Stabmagneten abtasten können, überlegen. Nonius-Maßverkörperung Das Oberflächenprofil der ferromagnetischen Codescheibe wird mittels konventioneller Belichtungs- und Ätzverfahren erzeugt, wobei die kleinsten relevanten Strukturgrößen im Bereich einiger 10 bis 100µm liegen – bei einem Stegscheibendurchmesser von ca. 50mm. Diese Strukturgrößen werden durch moderne Verfahrenstechniken aus der Halbleitertechnik beherrscht. Bei diesen Verfahren wird die gesamte Oberflächenstruktur der Stegscheibe in einem Schritt erzeugt, wodurch eine hohe Maßhaltigkeit, Strukturtreue und Homogenität erreicht werden. Relevante Strukturgrößen auf der Stegscheibe können deutlich größer dimensioniert werden. Die metallischen Stegscheiben sind daher unkritisch in der Handhabung. Für die Abtastung der Noniusscheiben wurden Sensoren eingesetzt, die den Giant-Magnetor-Resistance-Effekt (dt. Riesenmagnetowiderstand, GMR) nutzen. Der GMR-Effekt ist ein Grenzschichteffekt, der durch eine symmetrische Magnetfeldmodulation relativ zu dessen parallelen Grenzschichten in einer symmetrischen Änderung des elektrischen Widerstandes resultiert. Die auch von Computerfestplatten bekannten GMR-Sensorelemente weisen eine hohe Empfindlichkeit und Linearität auf. Sie sind kompakt gebaut und haben einen geringen Temperaturdrift. Lenord + Bauer realisierte den grundsätzlichen Aufbau eines Magnetkreises zur Abtastung einer magnetisch passiven Maßverkörperung durch einen Stützmagneten, ein Sensorelement und eine Maßverkörperung. In einem Abstand von wenigen 100µm sind Maßverkörperung und Sensorelement zueinander angeordnet, sodass das Oberflächenprofil der rotierenden Maßverkörperung das permanente Magnetfeld des Stützmagneten moduliert. Jeder Magnetkreis erzeugt in Kombination mit den Spuren der Stegscheibe Sinussignale mit abweichender Phasenlage. Ein hochintegriertes ASIC führt neben der Nonius-Auswertung auch den Abgleich der GMR-Sensoren elektronisch durch. Mechanische Fertigungstoleranzen werden so ohne manuelles Eingreifen abgeglichen. Der GEL 235 errecht in der Serie eine Genauigkeit von besser 0,1° bzw. 11Bit und bei selektierten Geräten eine Genauigkeit bis zu 13Bit bzw. 0,04°. Durch die hohe Gesamtauflösung von 28Bit (16Bit Singleturn/12Bit Multiturn) werden Bewegungsprozesse sicher erfasst. Der Anwender profitiert von einer dynamischen Regelung und der hoch reproduzierbaren Signalqualität. Mithilfe dieses magnetischen Messprinzips leiden die \’Nonius-Absolutwertgeber\‘ nicht unter Alterungseffekten. Bei wechselnden Umgebungstemperaturen, Feuchteschwankungen, starke Vibrationen usw. können die Geber dauerhaft eingesetzt werden. Eine hohe Auflösung und Genauigkeit, die man sonst nur von optischen Gebern kannte, sind durch diese Innovation vorteilhaft mit den Eigenschaften der langlebigen und robusten magnetischen Absolutwertgebern kombiniert worden. Merkmale der Standard-Baureihe Die Sensorik der Baureihe GEL 235 hat eine hohe Auflösung und Genauigkeit und enthält ein mechanisches Getriebe. Durch intelligente Aufbau- und Verbindungstechnik ist daraus ein kompakter Standard-Drehgeber entstanden. Mit einer maximalen Auflösung von bis zu 28Bit (65.536 Schritte pro Umdrehung und 4.096 Umdrehungen) sind diese Systeme für viele Anwendungsfälle geeignet. Ausgestattet mit Standardschnittstellen wie SSI, Profibus und CANopen entsprechen sie den Erwartungen der heutigen Automatisierungswelt. Die Feldbusschnittstellen werden modular in der bewährten Bushaubentechnik ausgeliefert. Nach und nach werden die etablierten Feldbussysteme um die neuen Schnittstellen Ethercat, Profinet und andere Schnittstellen erweitert. Schnittstellenoptimierte Varianten Getrieben durch anwendungsspezifische Anforderungen entwickelte Lenord + Bauer einige Drehgeber-Varianten, die von der oben beschriebenen Standard-Baureihe abweichen. Basierend auf Nonius-Technologie wurden Gehäusebauformen verändert sowie weitere Schnittstellen entwickelt. Das in der Standard-Baureihe GEL 235 verwendete Getriebe wurde beispielsweise durch einen batteriegepufferten Zähler ersetzt. Dieser Zähler bietet bis zu 12Bit (4.096 Umdrehungen) und kann je nach Bedarf auf mehr Umdrehungen erweitert werden. Die Spannungs- und Stromschnittstelle wurde mit Intelligenz versehen. So ist es möglich, den Messbereich flexibel in Bezug auf das Ausgangssignal zu programmieren. Meist sind diese Systeme in Edelstahlgehäusen untergebracht. Somit wiederstehen sie rauen äußeren Einflüssen, die beispielsweise bei mobilen Arbeitsmaschinen Gang und Gäbe sind. Zudem verfügen sie über eine kompakte Bauform und bieten grundsätzlich M12-Steckverbindungen. Bauraumoptimierte Varianten Da mangelnder Bauraum für viele Drehgebersysteme eine kritische Größe ist, entstand die Idee einen flachen Einbaugeber zu konstruieren. Der hierdurch entstandene GEL 2310 zählt zu den flachsten existierende Absolutwertgebern am Markt. Der Drehgeber bietet 16Bit (65536 Schritte) Auflösung auf 360° bei einer absoluten Genauigkeit von <0,1°. Er besitzt eine Durchgangshohlwelle mit 15mm Wellendurchmesser und einen radialen Kabelabgang. Alternativ kann der Drehgeber mit offenen Lötkontakten ausgeliefert werden, um die Integration beim Anwender zu ermöglichen. Die Bauhöhe des Drehgebers bemisst 15mm. Dadurch ist es sogar möglich, zwei dieser Systeme miteinander zu kombinieren und dadurch ein redundantes Gebersystem mit zwei komplett galvanisch getrennten Einheiten zu erhalten. Der verwendete Bauraum ist somit noch immer geringer, als der eines normalen Standarddrehgebers. Die Ausgabe der Positionsdaten erfolgt über die SSI-Schnittstelle. Zusätzlich zum digitalen Positionssignal kann auch ein analoges sin/cos-Signal ausgegeben werden. Stegscheibentechnologie setzt sich durch Nach der Einführung der Nonius Stegscheibentechnologie vor drei Jahren haben sich die damit ausgerüsteten Produkte erfolgreich im Markt etabliert. Vor allem die Flexibilität der Basissensorik hat sich bei der Umsetzung von anwendungsspezifischen Projekten als Vorteil erwiesen. Dadurch konnten neben dem GEL 235 als Standardversion weitere schnittstellen- und bauraumoptimierte Varianten realisiert werden. Neben absoluten Drehgebern konnte mit der Stegscheibentechnologie ein inkrementeller Drehgeber entwickelt werden, der auf der SPS/IPC/Drives in diesem Jahr vorgestellt wird. Die magnetische Abtastung einer ferromagnetischen Stegscheibe kombiniert hohe Präzision und Genauigkeit mit hoher Robustheit. Für Kunden existiert damit ein Lösungsansatz, mit dem vormals existierende Problemfelder eliminiert werden können. SPS/Drives/ICP:
Nonius-Absolutwertgeber für die Antriebspositionierung
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
das könnte sie auch interessieren
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
-
















