Ein Roboter nimmt Maß: Bei Polytec in Waldbronn vermisst ein Kuka-Roboter Autokarossen

Polytec entwickelt berührungslos arbeitende, laserbasierte Schwingungsmesssysteme sowie Längen- und Geschwindigkeitsmessgeräte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 250 Mitarbeiter und ist mit Töchterunternehmen in Großbritannien, Frankreich, USA und Japan sowie zahlreichen Vertretungen weltweit tätig. Für die Schwingungsmessung an Fahrzeugen und Karosserieteilen wird mit drei Laserstrahlen gemessen, die durch Kippspiegel (sogenannte Scannerspiegel) abgelenkt werden können. Die Laserstrahlen werden jeweils auf einem Punkt der Fahrzeugoberfläche zur Deckung gebracht. Das zurückgestreute Licht wird ausgewertet. Durch die Schwingung der Oberfläche ändert das Licht minimal seine Farbe: Das wird als Doppler-Effekt bezeichnet. Die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Farbänderungen werden durch ein Interferometer gemessen und jeweils der momentanen Geschwindigkeit zugeordnet. \“Wichtig ist, das Fahrzeug von allen Seiten zu messen\“, erklärt Matthias Schüssler, Leiter der Abteilung Entwicklung und Neue Technologien bei Polytec. Genau hier kommt der Kuka-Roboter ins Spiel. Messgenauigkeit und Effizienz Das vorhandene Messsystem Polytec PSV-400-3D kann auch ohne Roboter betrieben werden. Jede Umpositionierung der Messköpfe erfolgt dann manuell. Danach muss das System wieder eingemessen werden – das dauert mindestens 30 Minuten. Werden die drei Messköpfe auf den Roboter montiert, benötigt das Umpositionieren weniger als eine Minute. Durch die Genauigkeit der Positionierung ist ein Einmessen nicht nötig. Das Messsystem kann sofort verwendet werden. Darüber hinaus ermöglicht der Roboter einen vollautomatischen Messablauf, der bei Bedarf wiederholt werden kann. Mit zwei Robotern der Serie KR 200 L 140 comp, die jeweils auf eine Kuka-Lineareinheit KL 1500 montiert sind, kann ein komplettes Fahrzeug von allen Seiten erfasst werden. Zur Kommunikation mit den Messsystemen hat Polytec eine Software entwickelt, die den Ablauf von Roboterbewegungen und Schwingungsmessungen steuert. Die Kommunikation erfolgt über Netzwerk und den Kuka-OPC-Server. Alle Messergebnisse von allen Roboterpositionen werden automatisch zusammengefasst und können gemeinsam ausgewertet werden. Ein System mit Potenzial