Roboter palettieren Honig, Holz und Marmeladen

Kawasaki Robotics bietet Industrieroboter mit Traglasten von 3 bis 700kg an. Die Anwendungstechnologien reichen von Punkt- und Lichtbogenschweißen, über Handhabungs- und Montageanwendungen, bis hin zu Palettieren, Bedienung von Maschinen, Lackieren und Reinraumanwendungen. Welche Branchen welche Anwendungen mit diesen Robotik-Lösungen realisieren, verdeutlichen die folgenden Beispiele. Roboter für die Honigproduktion Der Bremer Honigimporteur Walter Lang GmbH hat ein neues Abfüllsystem installiert, das auf der Robotertechnik von Kawasaki Robotics basiert. Das Angebot des Unternehmens umfasst über 50 Honigsorten sowie verschiedene Honigspezialitäten, die in unterschiedlichen Chargengrößen weiterverarbeitet werden. Dabei variieren die Füllmengen von 50g stufenlos gestaffelt über das 500g-Standardglas, unterschiedliche Squeezerflaschen, bis hin zu größeren Gebinden. Um den unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden, hat sich das Unternehmen für eine neue Produktionslinie entschieden, die mit der Kawasaki-Robotertechnologie effizient unterschiedliche Glasgrößen und -formen befüllen, etikettieren und verpacken kann. Nach Anlieferung der gereinigten Weithalsgläser, die auf einer Europalette schichtweise gestapelt sind, kommt für die Depalettierung zunächst ein vierachsiger Kawasaki Knickarmroboter vom Typ ZD250S zum Einsatz. Nun findet eine Vereinzelung der Gläser von vier auf eine Spur statt und ein Transportband befördert sie in Richtung Abfüllstation. Nach der Befüllung wird das Glas verdeckelt und durchläuft danach eine automatische Etikettierungsanlage. So unterschiedlich wie die Inhalte der Gläser, so unterschiedlich können auch die Umverpackungen sein. Hierzu wird zunächst ein vorab definierter Tray gefaltet, verklebt und zur Aufnahme der Produkte bereitgestellt. Die abgefüllten und etikettierten Gläser werden auf einem Transportband entsprechend der gewünschten Stückzahl vereinzelt. Nun kommt ein Setzroboter zum Einsatz, der sechs bzw. zwölf Einheiten in ein bereitstehendes Tray befördert. Hierzu wird ein sechsachsiger Kawasaki Knickarmroboter vom Typ FS030L eingesetzt, der die Gläser ansaugt und vom Band in die jeweiligen Verpackungen befördert. Kurze Umrüstzeiten, große Flexibilität und eine Produktionsgeschwindigkeit von 20 Trays (6er-Trays) pro Minute ermöglichen einen effizienten Ablauf der gesamten Honigproduktion. Zentis-Marmeladen palettieren Für den Bereich Konfitüren und Brotaufstriche entschloss sich Zentis, bei der Palettierung der fertigen Produkte das veraltete dreiachsige Setzpackersystem durch eine neue Roboteranlage von Kawasaki zu ersetzen. Ein wichtiger Beweggrund für diese Entscheidung war der sprunghafte Anstieg der Produktvielfalt sowie der Glasformen. Hier bieten die Roboter durch den schnellen Werkzeugwechsel Vorteile und reduzieren so die Umrüst- und Stillstandzeiten. Zentis verfügt über vier Verpackungslinien, bei denen Roboter vom Typ FS45N für Kleingebinde und ein Roboter des Typs ZD130S zur Palet- tierung von Eimern eingesetzt werden. Milch & Quark verpacken Seit 1972 wird in Georgsmarienhütte im großen Stil Milch verarbeitet. Um täglich 1,2Mio. Liter Milch zu Quark und Käse zu verarbeiten, werden Kawasaki Roboter eingesetzt. Um das sensible Lebensmittel Quark so schnell wie möglich versandfertig zu machen, nutzt Humana drei Linien mit vierachsigen Kawasaki Palettier-Robotern. Nach der Verarbeitung der Milch zu Magerquark wird der Rohstoff je nach Kundenwunsch mit Sahne, Kräutern, Früchten und anderen Zutaten veredelt, in 200g-, 250g- oder 500g-Packungen abgefüllt und der Kawasaki-Palettieranlage zugeführt. Beim Palettieren kommt es nun darauf an, die Produkte schnell, exakt und sicher aufeinander abzusetzen. Nach einer Analyse der Problemstellung wurde für den Kawasaki-Roboter ein spezieller Greifer entwickelt, der mit Zentrierblechen ausgerüstet ist. Jeweils fünf Trays lassen sich auf einer Formationsbahn sammeln, die direkt in den bereitstehenden Greifer geschoben werden. Die Zentrierbleche richten dann die Reihen exakt aus. Um die Sicherheit der Stapelebenen zu gewährleisten, gibt es Stapelkartons, die durch Haltenasen miteinander verbunden sind. Der Roboter setzt nun die Trays genau auf die bereits abgestapelten Ladungsträger, sodass die Haltenasen der unteren Lage in die Ausstanzungen der oberen Lage passen. Auf diesem Weg lassen sich pro Roboterlinie in einer Stunde bis zu 14.000 Becher verarbeiten. Das Ergebnis: drei homogene Produktions- und Verpackungslinien, die rund um die Uhr im Einsatz sind. Holzhandling für Palettenfertigung Ein weiteres Beispiel bietet die Dörpener Palettenfabrik (DPF), die mit Robotertechnik bis zu 6.000 Paletten täglich produzieren kann. \’Just in time\‘ heißt das Zauberwort bei der Produktion von Paletten für die Papierindustrie. Bevor ein Papierwerk mit der Produktion einer Partie beginnt, wird die dazu passende Palette bestellt. Diese muss dann innerhalb von 24 Stunden produziert und ausgeliefert werden. Da je nach Papiergröße auch unterschiedliche Palettengrößen benötigt werden, ist die Anlage in der Lage, unterschiedliche Formate von 460x580mm bis 1.900×1.900mm herzustellen. Die genauen Maße für die Palette werden online übermittelt, und gehen direkt in die Produktion. Bevor mit der Fertigung der Paletten begonnen werden kann, müssen die einzelnen Teile auf Maß geschnitten werden. Hierzu wird das Holz auf fahrbaren Containern der Produktion zugeführt. Im Zuschnitt entstehen dann die einzelnen Teile für die Deckenfläche der Palette, die sodann auf einem Förderband zusammengestellt werden. Holzabschnitte, die nicht für die aktuelle Produktion benötigt werden, befördert ein Roboter vom Typ ZX130U sortengenau in ein Holzlager. Die zusammengestellten Deckenflächen werden dann ebenso wie der Unterbau auf einem Förderband der eigentlichen Palettenfertigung zugeführt. Ein weiterer Kawasaki-Roboter vom Typ ZD130S, ausgestattet mit einem Sauggreifer, setzt die Deckenflächen in die genaue Position. Danach werden die beiden Bestandteile der Palette durch eine automatische Nagelanlage miteinander fixiert. Die fertigen Paletten verlassen die Produktion. Ein Roboter ZX130L stellt die jeweiligen Kommissionen zusammen, die dann im Auslieferungslager zum Weitertransport direkt auf den LKW gehen. In nur knapp einem Jahr wurde diese komplexe, modular aufgebaute Produktionsanlage realisiert, die dem Anwender durch eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Vorgehensweise ein hohes Maß an Automatisierung bietet. Farben in schweren Gebinden Die Relius-Gruppe gehört zum Unternehmensbereichs Coatings der BASF, die als Global Player der Farben- und Lackindustrie über eine starke Marktstellung in Europa, Nord- und Südamerika sowie in der Region Asien/Pazifik verfügt. In Memmingen im Allgäu werden wasserlösliche Farben, Putze und Lacke in Eimer bis zu 25kg abgefüllt und kommissioniert. Ein Roboter vom Typ ZD130S sorgt dafür, dass die Ware versandfertig palettiert wird. Ausgestattet mit einem Multifunktionsgreifer, der ohne Werkzeugwechsel auskommt, erfolgt die Palettierung in vier Schritten: Der Roboter entnimmt aus der Palettenstation eine Europalette und platziert sie mit hoher Geschwindigkeit punktgenau auf dem Förderband. Im zweiten Schritt erfolgt durch eine Höhenabfrage eine genaue Justierung, die eine exakte Arbeitsweise des Roboters gewährleistet. Danach legt der Roboter eine Auflage zur Unterstützung der Stabilität und der Ladungssicherung auf die Palette. Im vierten und letzten Schritt beginnt der Roboter mit dem eigentlichen Palettierungsvorgang. Der Roboterarm nimmt das Gebinde und platziert es mit einer Punktgenauigkeit von plus minus 0,5mm entsprechend dem gewünschten Packbildschema. Eine intelligente Software ermöglicht unterschiedliche Palettier-Varianten. Diese sind in der Robotersoftware bereits integriert und können je nach Bedarf ohne Programmierkentnisse vom Kunden modifiziert werden. Weit über 3Mio. Gebinde wurden bei der BASF-Tochter Relius in Memmingen bislang im Ein-Schicht-Betrieb mithilfe der Kawasaki Roboter ohne Menschenkraft palettiert. Dies sind nur einige Beispiele für den Einsatz in verschiedenen Industrien und auch Applikationsbereichen in Deutschland. Kawasaki unterstützt seine Partner und Systemhäuser – wenn nötig – von der Auswahl des Roboters bis hin zur Programmierung bei schwierigen Applikationen oder Aufgabenstellungen.