Marktübersicht: Große SPSen

Letztlich spielt es für den Anwender natürlich keine große Rolle, wie viele verschiedene Steuerungen es am Markt gibt. Hauptsache, er findet eine, die für seine Applikation passt. Aber gerade diese Beurteilung wird heute immer schwerer, schließlich sind die Steuerungen nur eine Komponente in einem Automatisierungssystem. Und neben der Hardware, die für den Betrieb die entscheidene Rolle spielt, gewinnt die Software für die Engineering-Phase zunehmend an Bedeutung, denn hier gilt es für Maschinen- und Anlagenbauer noch Einsparpotenziale zu heben. Wiederverwertbarkeit von Funktionen spielt hier eine wichtige Rolle. Aber auch vorgefertigte Funktionsbausteine für verschiedene Funktionen oder gar Branchen können den Anwendern das Leben deutlich erleichtern. Immer häufiger findet man in den Programmiertools der Steuerungshersteller Funktionen, die keine Zeile Code mehr benötigen. Sie werden mittels einer komfortablen Windows-Oberfläche lediglich konfiguriert. Doch auch die Funktionen aus der \’zweiten Reihe\‘ spielen eine wichtige Rolle, so z.B. das Versionsmanagement. Viel Zeit kann man verplempern mit der Suche nach dem richtigen Softwarestand an einer Maschine oder Anlage, und schon so mancher hat hier böse Erfahrungen gemacht. Visualisierung Eine natürliche Beziehung haben SPSen Zeit ihres Lebens zu Visualisierungswerkzeugen gehabt. Fast schon vergessen sind die Zeiten, in denen die Anzahl der Treiber für ein Visualisierungssystem kaufentscheidend war. OPC hat diesem Tun ganz schnell und fast selbstverständlich ein jähes Ende bereitet. Hier hat Microsoft unfreiwillig bedeutende Teilhabe an der Entwicklung gehabt, denn auf seiner Basis ist OLE for Process Control entstanden. Lange Zeit war dies auch (außer der manches Mal mangelhaften Performance) einer der größten Wermutstropfen von OPC. Das \’neue\‘ OPC UA hat mit dieser frühen Form von OPC nicht mehr viel gemeinsam. Es erweitert die Kommunikation bis in die MES- und Unternehmensebene. Und – es ist plattformunabhängig, denn es basiert auf XML. Performance Neben der Funktionalität spielt natürlich auch die Geschwindigkeit einer Steuerung heute eine entscheidende Rolle. Schließlich ist der Maschinentakt direkt an den \’Output\‘ einer Maschine gekoppelt und die Qualität ist entscheidend von der Regelgüte einer Steuerung abhängig. Natürlich hat die Performance der Steuerungen weiter zugenommen. Im Vergleich zu den schnellen industrielle Ethernet-Systemen ist die Performance der Steuerungen allerdings etwas ins Hintertreffen geraten, schickt sich jedoch gerade an, durch Technologien wie z.B. Multithreading und Multi-Core-Systeme wieder einen Quantensprung zu machen. Freilich profitieren zunächst die PC-basierten Systeme von den Entwicklungen im PC-Bereich. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Technologien in die Embedded Welt und schließlich in die \’klassische\‘ SPS Einzug halten. Übrigens ist mir derzeit auch kein PC-basiertes Steuerungssystem bekannt, das die Vorteile eines Mehrprozessor-Systems für den Steuerungstask nutzen kann. Wohlgemerkt: Es gibt natürlich Systeme, die Echtzeit- und Visualisierungstask auf zwei unterschiedlichen Kernen laufen lassen können. Es existieren auch Sys­teme, die zwei CPUs für Redundanzaufgaben nutzen. Allerdings gibt es bereits einige inoffizielle Ankündigungen für Dual-Core SPSen. Spätestens zur SPS/IPC/ Drives diesen Jahres wird man solche Systeme sehen können. Übersicht Unsere Marktübersicht stellt diesmal 70 mittlere und große Steuerungssysteme vor. Noch mehr technische Daten über die Geräte erhalten Sie wie immer im Internet. (kbn)