Derzeit erhöht sich der Stellenwert des ökonomischen Prinzips der Effizienz rasant, auch im Bereich der Sicherheitstechnik. Ein Beispiel für ein modernes Sicherheitssystem, mit dem sich in vielen Applikationen ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen lässt, ist das \’AS-Interface Safety at Work\‘-Konzept. Hier lassen sich die sicheren Signale auf demselben Kabel übertragen wie Standarddaten. In vielen Applikationen? Genau hier stellt sich natürlich die Mutter aller Anwenderfragen: In welchen Fällen rechnet sich denn nun die Umrüstung auf AS-i Safety ganz konkret – und wann lohnt es sich eher nicht, die konventionelle Sicherheitstechnik auszumustern? Ein mit realen Zahlen von Bihl+Wiedemann-Kunden erstellter Kostenvergleich (siehe auch Tabelle) liefert die Antwort auf diese Fragen. Einsparpotenzial schwer einzuschätzen Dass die exakte Definition des Break-even in diesem Kontext gar nicht so leicht fällt, liegt in der Natur der Sache. Denn nicht alle Faktoren, die in eine wirklich aussagekräftige Vergleichsrechnung einfließen müssten, lassen sich so eindeutig in Euro und Cent ausdrücken wie die reinen Bauteilkosten. Bereits beim Installationsaufwand tauchen die ersten Fragezeichen auf, weil der kalkulatorische Wert pro Arbeitsstunde natürlich von Unternehmen zu Unternehmen oft schon erheblich differiert. Aber vor allem: Wie soll man die teilweise beträchtlichen Einsparungen bewerten, die AS-i Safety durch seine vielfältigen systematischen und funktionellen Vorteile ermöglicht? Da ist zum einen die Einfachheit des Systems, die sich für die Finanzabteilung eben nicht nur bei der schnelleren und damit kostengünstigeren Erstinstallation, sondern auch bei jeder einzelnen Veränderung an der Anlage – sei es durch Umbau, Erweiterung oder Update – bemerkbar macht. Außerdem reduziert sich dank AS-i Safety auch der Aufwand für die Schulung der Mitarbeiter sowie für die Dokumentation des Systems. Und da sind zum anderen die verbesserten Diagnosefunktionen, die dem Anwender nicht nur die konkrete Fehlersuche erheblich erleichtern, sondern ihn generell bei der zustandsbezogenen Instandhaltung unterstützen. In einer Disziplin also, die nach den Ergebnissen der Studie \’Intelligent Maintenance\‘ längst nicht mehr als Kostenfaktor, sondern immer mehr als vitales Wettbewerbskriterium gilt. Oder, wie es ein an der Marktuntersuchung beteiligtes Unternehmen auf den Punkt brachte: \“…als echte Gelddruckmaschine\“. Sogar noch schwieriger wird der Versuch, den geldwerten Vorteil des Effizienzgewinns durch AS-i Safety at Work exakt zu beziffern, bei einem so komplexen Thema wie der Zukunftssicherheit. Z.B. stellt die neue Maschinensicherheitsrichtlinie, die in Europa am 29. Dezember 2009 endgültig in Kraft tritt, für die konventionelle Technik eine sehr ernst zu nehmende Hürde dar: AS-i Safety dagegen springt absolut mühelos über die höhere Messlatte – bis hinauf zur Sicherheitskategorie 4, SIL3 versteht sich. Auf der sicheren Seite ist der Anwender mit Safety at Work auch im Hinblick auf seine zukünftigen Entscheidungen über die Gesamtstruktur seiner Anlage auf der Leit- und Geräteebene. Ganz gleich, ob er schon bald von der enormen Leistungsfähigkeit des innovativen Industrial Ethernet profitieren möchte oder ob er noch längere Zeit auf einen der bewährten Feldbusse vertrauen will: AS-Interface spricht bekanntlich fast alle Sprachen der Automatisierung. Deshalb lässt sich ein AS-i Master auch so einfach wie ein ganz normaler Slave in nahezu jede beliebige Steuerung einbinden. Viele der Gateways zu den übergeordneten Systemen gibt es inzwischen sogar als Hightech-Tandem mit einem integrierten Sicherheitsmonitor der zweiten Generation. \’Weiche Faktoren\‘ weitestgehend unberücksichtigt Zugunsten der Verständlichkeit blieb noch mehr unberücksichtigt, was für AS-i Safety spricht. Unterm Strich würden all diese weicheren Faktoren den kalkulatorischen Vergleich zwischen AS-Interface Safety at Work und konventioneller Sicherheitstechnik ganz erheblich zugunsten von AS-i beeinflussen. Da ihre konkrete Bewertung aber eben nur subjektiv möglich wäre, finden sich in der Berechnungstabelle für drei verschiedene Anlagen – mit einer Ausnahme – nur objektiv messbare, von Bihl+Wiedemann-Kunden zur Verfügung gestellte Daten: die reinen Bauteilkosten und die Installationskosten auf Basis des durchschnittlichen Werts je Arbeitsstunde in den einzelnen Unternehmen. Nur ein einziger, im Gegensatz zu vielen anderen relativ kleiner geldwerter Vorteil wurde in Euro und Cent angesetzt: der geringere Platzbedarf im Schaltschrank. Um die Tabelle so leicht verständlich wie möglich zu gestalten, bleibt darin noch ein weiterer wichtiger Aspekt unberücksichtigt: Die Kalkulation geht nämlich davon aus, dass die Aktoren und Sensoren in keiner der drei betrachteten Anlagen über das \’normale\‘ AS-Interface verdrahtet sind. Käme AS-i schon im Standardnetz zum Einsatz, würde die Rechnung für Safety at Work logischerweise noch deutlich positiver ausfallen. \“Mit Blick auf die neue Maschinensicherheitsrichtlinie\“, so bilanzierte ein Bihl+Wiedemann-Kunde, \“rechnet sich der Einsatz von AS-i Safety dann sogar schon bei der kleinsten Funktionseinheit.\“ Resümee – Bei kleinen Funktionseinheiten mit extrem geringem Sicherheitsbedarf lohnt es sich nicht, die konventionelle Technik auszumustern. – Selbst wenn nur die objektiv zu beziffernden Kosten betrachtet werden, realisiert AS-i Safety schon bei kleineren Maschinen mit geringem Sicherheitsbedarf eindeutig quantifizierbare Vorteile. – Bei größeren Maschinen mit relativ hohem Sicherheitsbedarf hat konventionelle Technik gegen AS-i Safety selbst unter reinen Kostenaspekten keine Chance – vor allem, weil der prozentuale Kostenanteil der Positionen \’Installation an der Maschine\‘ und \’Installation im Schaltschrank\‘ mit dem Sicherheitsumfang steigt. – Mit beliebigen sicheren Kleinsteuerungen oder modularen Sicherheitssystemen am Markt reduziert sich der Installationsaufwand im Schaltschrank ebenfalls. AS-i hat jedoch zusätzliche Vorteile, da die einzelnen Module frei im Schaltschrank verteilt werden können. – Wenn bei Sicherheitsteuerungen die Signale zwischengeklemmt und über Klemmen verteilt aufgelegt werden müssen, bietet AS-i weitere Kostenvorteile, da sich die AS-i Module im Schaltschrank ohne Zwischenklemmen installieren lassen. Somit spart man die Klemmleisten und die Arbeitszeit für das Zwischenklemmen.
Eiskalt kalkuliert: Kostenvergleich Sicherheitstechnik
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