Wenn der Takt den Ton angibt

 Anhand der Taktanzeige von Peakboard können die Mitarbeiter beim Erntemaschinenhersteller Claas jetzt ihre verbliebene 
Montagezeit genau ablesen.
Anhand der Taktanzeige von Peakboard können die Mitarbeiter beim Erntemaschinenhersteller Claas jetzt ihre verbliebene Montagezeit genau ablesen.Bild: Peakboard GmbH

Am Hauptsitz des Landtechnikherstellers Claas im westfälischen Harsewinkel ist die Montage hochgradig automatisiert. Fahrerlose Transportsysteme (AGVs) bringen Komponenten zu den Arbeitsplätzen entlang der Fertigungslinie. Um den Montageprozess noch transparenter zu gestalten, sollte ergänzend eine digitale Taktanzeige eingeführt werden. Ziel war es, den Mitarbeitenden Informationen zur verbleibenden Bearbeitungszeit sowie zu aktuellen Systemzuständen bereitzustellen – unmittelbar und verständlich.

Auch die Logistik sollte davon profitieren: Für Verladung und Warenausgang war geplant, die zur Auslieferung freigegebenen Aufträge auf Großbildschirmen darzustellen. Bisher setzte Claas auf eigenentwickelte Visualisierungstools. Diese waren jedoch in die Jahre gekommen. Neben einem hohen Wartungsaufwand war vor allem die fehlende Erweiterbarkeit problematisch – neue Funktionen ließen sich nur mit erheblichem Aufwand integrieren. Für ein wachsendes Unternehmen ein klarer Hemmschuh.

 Das Dashboard von Peakboard bietet einen Überblick über den Status der Aufträge im Warenausgang.
Das Dashboard von Peakboard bietet einen Überblick über den Status der Aufträge im Warenausgang.Bild: Peakboard GmbH

Flexible Visualisierung per Low-Code

Die neue Lösung musste deshalb skalierbar, schnittstellenoffen und einfach in der Handhabung sein. Die Entscheidung fiel auf die Visualisierungsplattform von Peakboard. „Die Lösung musste schnell einsetzbar sein, um Systemmeldungen und Taktinformationen der AGVs darzustellen, aber auch so flexibel, dass zukünftig weitere Datenquellen integriert werden können“, erklärt Carsten Warzecha, Project Engineer bei Claas Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH.

Peakboard kombiniert eine Hardwarekomponente – die Peakboard Box – mit dem Softwaretool Peakboard Designer, das die Erstellung individueller Dashboards ermöglicht. Die Hardware ist optional: Claas nutzt teilweise auch eigene Geräte nach dem Prinzip „Bring Your Own Device“. Der entscheidende Vorteil lag in der Schnittstellenvielfalt und der damit verbundenen Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen gebündelt darzustellen – ohne umfangreiche Programmierung.

Integration bestehender Systeme

Zunächst wurden über REST-Schnittstellen strukturierte Taktinformationen aus dem Leitrechner der AGVs in die Visualisierung eingebunden. Die Daten liegen im JSON-Format vor und geben Auskunft über Zeitfenster, Sollzeiten und Statusinformationen je Arbeitsplatz. Im weiteren Verlauf wurde das System um MQTT-Daten erweitert – darunter etwa Fehlercodes der AGVs – sowie um eine SAP-Anbindung. Letztere liefert Produktions- und Qualitätsdaten, die im Takt zur jeweiligen Montageeinheit abgefragt werden.

Der Peakboard Designer konnte mit Unterstützung des Support-Teams so angepasst werden, dass auch dynamische Inhalte, wie sich häufig ändernde Zustände und Zeitinformationen, zuverlässig angezeigt werden. In der Visualisierung wird bewusst auf eine schlichte, aber strukturierte Darstellung gesetzt: Minütlich aktualisierte Taktinformationen, farbliche Kennzeichnungen bei Abweichungen und Zustandsmeldungen werden so aufbereitet, dass Mitarbeitende ohne Umwege reagieren können.

Die Monitore sind entlang der Montagelinie in drei bis vier Metern Höhe angebracht – sichtbar für alle Teams. Je nach Position geben sie entweder Auskunft über Restlaufzeit und Qualität oder über den Logistikstatus im Warenausgang. Die Darstellung erfolgt in Echtzeit, Änderungen werden ohne merkliche Verzögerung übernommen.

Mehr Orientierung, weniger Rückfragen

Die Einführung der Visualisierungslösung hat spürbare Effekte auf den Fertigungsalltag. Die Taktanzeige ermöglicht den Mitarbeitenden eine direkte Einschätzung des aktuellen Produktionsstands – etwa, ob der vorgesehene Takt eingehalten wird oder Nacharbeit droht. Besonders in stark synchronisierten Prozessen ist diese Transparenz entscheidend, um Fehler frühzeitig zu erkennen oder Zeitpuffer zu nutzen.

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