Integration wächst

Die Weiterentwicklung von OPC UA ist eine der Technologien, die in der Lage wäre, das Engineering und den Integrationsaufwand von heterogenen Systemen deutlich zu reduzieren. Die Titelstory bringt das provokant mit der These \“Nichts tun ist alles\“, die Sie ab S.6ff. lesen können, zum Ausdruck. Hier wird beschrieben, wie eine rein webbasierte Visualisierungslösung mit Hilfe von OPC UA das Engineering verändert. Die Vorstellung, man könne eines Tages ohne große Anpassungen oder aufwändige Entwicklungsarbeit mit quasi jeder beliebigen Software aus der Management- auf die Steuerungsebene zugreifen, unabhängig vom Softwareproduzent und Steuerungshersteller klingt zwar sehr verlockend, noch ist es allerdings nicht so weit. In unserem Interview mit Jürgen Lange von Softing (\“Das Neue in OPC Unified Architecture\“, S.68ff.) stellen wir die Grundzüge von OPC UA und die nächsten Entwicklungen noch einmal vor. Noch ist das Angebot an OPC UA-Geräten spärlich, doch das könnte sich schon auf den bevorstehenden Herbstmessen (z.B. \“Motek bündelt zum 30. Mal Montage und Handhabungstechnik\“, S.38ff.) ändern, wie auch unser Beitrag Markt – Trends – Technik zeigt (\“OPC UA: Platzt jetzt der Knoten?\“, S.10ff.). Dass OPC UA auch für die Steuerungen von industriellen Anwendungen beispielsweise über das Betriebssystem Android von ­Google geeignet ist, unterstreicht noch einmal die Richtung, die die Automatisierung seit vielen Jahren eingeschlagen hat: Aus der Nutzung offener IT-Standards Vorteile generieren, durch die Adaption der Technologien an die industriellen Anforderungen. Dieser Trend ist seit der Einführung des Industrie-PCs ungebrochen und nimmt immer weiter zu (\“25 Jahre PC-Geschichte bei Beckhoff\“, S.25ff.). Dies hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Automatisierung und damit auch auf das Engineering, wie unser Bericht \“Die virtuelle Maschine – Versuchslabor der Zukunft\“ ab S.33ff. zeigt. Die Autoren gehen hier der Frage nach, wie man sich der Thematik des Model-Based-Designs von Maschinen und Anlagen nähern kann. Es bleibt also spannend in der Automatisierungstechnik. Neben den hier erwähnten Themen haben wir in dieser Ausgabe viele weitere interessante Beiträge und Übersichten für Sie zusammengestellt. Bei der Lektüre wünsche ich Ihnen viel Spaß. Ihr Kai Binder kbinder@sps-magazin.de