nanoLine von Phoenix Contact: Modulare Flow-Chart Steuerung

Versucht man die Eigenschaften der neuen Kleinststeuerung von Phoenix Contact mit wenigen Worten zu beschreiben, könnte das ungefähr so lauten: modular, hochkommunikativ und echt smart bei der Programmierung. Die \’Kleine\‘ unterstützt die individuelle Zusammenstellung einer Station aus den jeweils benötigten Erweiterungs-Komponenten. Zahlreiche Kommunikationsschnittstellen zur einfachen Einbindung der Applikation in das Unternehmensnetzwerk sowie zur Fernbedienung und -überwachung stehen dem Anwender zur Verfügung. Besonders macht die nanoLine jedoch die einfach erlernbare Flowchart-Programmierung, die eine schnelle und unkomplizierte Programmerstellung möglich macht. Modulares Konzept Als Basiseinheiten stehen allein fünf Varianten zur Verfügung, die sich hinsichtlich ihrer Eingänge (sechs oder acht), Ausgänge (Transistor oder Relais) sowie ihrer Versorgungsspannung unterscheiden. Alle Basiseinheiten verfügen über eine Echtzeituhr, Zähler und Timer. Als E/A-Erweiterungen stehen sowohl analoge als auch digitale Module zur Verfügung mit jeweils sechs (digital) bzw. vier (analog) E/As. Maximal drei Erweiterungen können an das Basismodul angereiht werden. Kommunikationsschnittstellen Wird die Basiseinheit um das Ethernet-Kommunikationsmodul oder ein serielles Modul (RS232 oder RS485) erweitert, fungiert die nanoLine als Modbus-TCP- oder RTU-Server. Auf diese Weise können alle E/A-Punkte, Register, Timer, Counter und System-Flags dezentral sowie unabhängig vom Programm gelesen und überschrieben werden. Modbus-TCP wird auch genutzt, um die Steuerung aus der Ferne über den Leitrechner, eine zentrale Steuerung oder ein Bedien- und Beobachtungs-Gerät zu überwachen oder an das Unternehmensnetzwerk zu koppeln. Über Modbus-RTU lassen sich weitere lokale Steuerungen oder zusätzliche HMI-Geräte anbinden. Eine mehrstufige Passwort-Zugangskontrolle sowie Watchdog-Timer runden das Leis­tungsspektrum ab. Das Ethernet-Kommunikationsmodul wird auf der linken Seite der nanoLine-Steuerung installiert. Die seriellen Kommunikationsmodule werden direkt in die Basis-Einheit integriert. Zur Konfiguration, Programmierung und Simulation wird ferner ein USB-Modul angeboten, das während der Entwicklungs- und Testphase die Kommunikation über Modbus-RTU ermöglicht. Mensch-Maschine-Interface Die Bedieneinheit der nanoLine besteht zunächst aus einem hinterleuchteten 32mm-Grafikdisplay, auf dem maximal vierzeilige Meldungen mit 20 Zeichen pro Zeile angezeigt werden können. Auf dem Panel kann sich der Mitarbeiter den Status aller E/A-Punkte, Register, Timer, Counter sowie Programm- und System-Flags anzeigen lassen. Über das Display erteilt die Steuerung ferner Anweisungen und erfragt Informationen. Zur einfachen Eingabe von Parametern verfügt die Bedieneinheit über eine numerische Tastatur. Jede der 14 Tasten kann innerhalb der Flowchart-Programmierung zur Erstellung individueller Menüs verwendet werden. Das Bedienpanel lässt sich direkt in die Steuerungseinheit integrieren oder in die Tür des Schaltschranks montieren, um eine Bedienlösung in Schutzart IP65 zu erhalten. Darüber hinaus kann es als Handheld-Gerät eingesetzt werden, das sich im laufenden Betrieb austauschen lässt. Wird das Bedienpanel als Handheld-Gerät verwendet, kann eine beliebige Anzahl von nanoLine-Steuerungen angeschlossen werden. Sind die Projekt-Parameter an der jeweiligen Steuerung gesetzt, wird das Panel einfach entfernt, um nachträgliche Änderungen zu verhindern. Programmierung mit dem nanoNavigator Die Flowchart-Sprache nanoNavigator lässt sich ohne großen Aufwand erlernen, da sie lediglich auf sechs verschiedenen Anweisungen basiert. Die Software wird kostenlos von der Phoenix Contact-Homepage herunter geladen, sodass der Anwender seine Programme bereits erstellen und über eine Simulation testen kann, bevor die bestellte Hardware eingetroffen und installiert ist. Dies spart Zeit und Kosten. Fazit Mit der nanoLine steht nun ein weiteres Steuerungssystem in der Leistungsklasse \’Logo!\‘ von Siemens oder \’Easy\‘ von Moeller zur Verfügung. Das System ist modular, kommunikativ und die vielen kleinen Details, wie das absetzbare Display, zeigen, dass hier nicht vorrangig ein \’MeToo-Produkt\‘ entstehen sollte, sondern eine Lösungsplattform für eine bestimmte Art von Applikationen. Die Flow-Chart-Programmierung macht das System einzigartig und wird sicher schnell viele Anwender finden. Die Einstiegshürde in die professionelle Steuerungstechnik ist dank nanoLine wieder ein Stück weit niedriger. (kbn)