Robuste und leistungsfähige Tablet-PCs Stillstandszeiten und Verwaltungsaufwand reduziert

Sicher werden Produktionshallen nicht mit iPads ausgestattet werden. Denn die Geräte wurden entwickelt, um dem Nutzer ein Höchstmaß an Unterhaltung in ansprechendem Design zur Verfügung zu stellen. Industrielle Anforderungen wie eine robuste und schmutzunempfindliche Ausführung sowie hohe Verfügbarkeit sind Kriterien, die bei ihrer Konzeption und Umsetzung keine Rolle gespielt haben. Dem breiten Einsatz von Tablet-PCs in der Industrieumgebung standen zudem bis vor Kurzem zu geringe Akku-Laufzeiten für den mobilen Acht-Stunden-Betrieb entgegen. Energieeffiziente Prozessoren verbessern Akku-Laufzeit Die neue Generation kompakter Tablet-PCs mit Intel-Atom-Prozessoren ermöglicht nun ausreichend lange Akku-Laufzeiten, sodass die Geräte unbegrenzt sowie vielseitig verwendet werden können. Die Intel-Atom-Prozessoren erweisen sich dabei als besonders für mobile Anwendungen geeignet, da sie aufgrund ihrer geringen Verlustleistung die Laufzeit der Akkus entsprechend erhöhen. Der Prozessor, der mit einer Frequenz von 1,6GHz getaktet wird, hat mit einer Thermal Design Power (TDP) von 2,5W einen niedrigen Energieverbrauch. Phoenix Contact nutzt den Atom-Prozessor deshalb nicht nur in seinen industrietauglichen Tablet-PCs, sondern im gesamten Industrie-PC-Portfolio. Auf diese Weise kann der Anwender den Ressourcenbedarf der von ihm eingesetzten Bedienen-und-Beobachten-Geräte weiter verringern. Darüber hinaus kommt dem Tragekomfort der Tablet-PCs eine große Bedeutung zu, weil der Nutzer sie meist kontinuierlich mit sich führt. Die leichten Mobilgeräte von Phoenix Contact erfüllen hier selbst mit dem 13,3\“ großen Widescreen-Display höchste ergonomische Ansprüche in puncto Handhabung. Software-Tool Netcap ermöglicht Remote-Bedienung In der Automatisierung können Tablet-PCs in vielen Anwendungsszenarien verwendet werden. Als Beispiel seien Wartungsarbeiten sowie die Lagerlogistik genannt. Die Geräte erfreuen sich außerdem in Nutzfahrzeug-Parks, Produktionsbetrieben sowie zum Bedienen und Beobachten einzelner Maschinen und Anlagen immer größerer Beliebtheit. Alle Einsatzbereiche erfordern ein robustes Gehäuse, das Schlägen und Vibrationen standhält sowie der Schutzart IP65 entspricht, sodass Flüssigkeiten und Staub keine Störung verursachen können. Für den täglichen Acht-Stunden-Betrieb in Produktionshallen ist ferner eine erweiterte Akku- sowie Energiemanagement-Funktion notwendig. Insbesondere in verketteten Anlagen und Prozessen bieten sich Tablet-PCs zudem zur Fernsteuerung und -überwachung in Echtzeit via WLAN an. Das auf einem Remote-Protokoll basierende Software-Tool Netcap von Phoenix Contact erlaubt hier eine Bildschirm- und Eingabereaktion ohne Zeitverzögerung (Bild 2). Netcap stellt dem Tablet-PC nach dem Master/Slave-Prinzip Bildschirm-Informationen sowie Tastatur und Maus im Netzwerk zur Verfügung. Die Bedienrechte lassen sich über ein Konfigurations-Tool verwalten. Sämtliche Funktionen sorgen für einen stets definierten und sicheren Zustand der Maschine. Die Bedienrechte werden über eine Token-Weitergabe gesteuert, wodurch eine Fehlbedienung der Anwendung verhindert wird. So entstehen Bedien- und Beobachtungsstationen, die durch die sinnvolle Nutzung der Remote-Bedienung sowohl kostengünstig als auch energieeffizient arbeiten. Langzeitverfügbare Bauteile erhöhen die Nutzungsdauer In der Lagerverwaltung und Materialwirtschaft müssen geeignete Tablet-PCs neben WLAN und Mobilfunk über industrietaugliche Schnittstellen für Peripherie-Geräte – beispielsweise RFID- oder Barcode-Scanner – sowie die immer noch weit verbreiteten seriellen Interfaces verfügen (Bild 3). Stellen die industriellen Tablet-PCs darüber hinaus einen abgestimmten Teil der Maschine oder Anlage dar, sollten die Geräte und ihre Bestandteile so lange erhältlich sein, wie die Lebensdauer der Applikation angedacht ist. Das bedeutet für die Hersteller der Tablet-PCs, dass sie nur Komponenten verbauen dürfen, die den industriellen Anforderungen genügen und mindestens fünf bis zehn Jahre als Ersatzteil bezogen werden können. Ein Vergleich mit Apple-Produkten, deren Lebenszyklus in der Regel maximal zwei Jahre beträgt, verdeutlicht den Unterschied zwischen Lifestyle-Consumer- und Industrie-Geräten. Besonders offenkundig werden die erhöhten Anforderungen an industrielle Tablet-PCs beim Service- und Wartungs-Management von Cold-Climate-Windparks (Bild 4). In diesen extremen Umgebungsbedingungen ist jeder außerplanmäßige Einsatz mit hohen Kosten verbunden. Daher müssen die Parkbetreiber auf robuste Hardware setzen, die alle wichtigen Prozesse im Feldeinsatz überwachen kann und den widrigen Umwelteinflüssen trotzt. Durch die Verwendung industrieller Tablet-PCs lässt sich außerdem der Verwaltungsaufwand in zentralen Service-Leitstellen minimieren. Statt schwere Unterlagen mitführen zu müssen, können die Techniker sämtliche Betriebsdokumente auf dem mobilen Gerät einsehen und bei Fragen direkt mit dem zentralen technischen Support Kontakt aufnehmen. Der Tablet-PC liest am Einsatzort die Maschinendaten aus, überprüft die Fehlercodes und liefert sofort Handlungsanweisungen oder Checklisten. Die digitale Verfügbarkeit der Einsatzdaten macht den Mehraufwand durch Doppeleingaben überflüssig. Vor diesem Hintergrund gestaltet sich die Wartung und Instandhaltung der Maschinen und Anlagen vor Ort deutlich effizienter und schneller. Teure Ausfallzeiten werden vermieden oder verkürzt. Fazit Mit seinem iPad hat Apple die Vorzüge mobiler Bediengeräte aufgezeigt. Wie viele Trends des Consumer-Marktes hält der Tablet-PC aufgrund seiner unbestrittenen Vorteile nun auch Einzug in die Automatisierungsindustrie. Allerdings müssen hier besondere Anforderungen beachtet werden, um Prozesse im industriellen Umfeld zuverlässig bedienen und beobachten zu können. Tablet-PCs von Phoenix Contact tragen bereits heute in den unterschiedlichsten Bereichen zur Minimierung der anfallenden Kosten und des Zeitaufwands bei. Somit lassen sich Prozesse wirtschaftlicher umsetzen. Zukünftig werden noch weitere Anwendungsszenarien hinzukommen, denn es ist abzusehen, dass auch die Bedienfunktionalität aus dem Consumer-Markt – Multitouch – in die Automatisierung mit Tablet-PCs einfließen wird. Die Anwender dürfen also gespannt sein, was die Zukunft für das Bedienen und Beobachten von Applikationen noch bringen wird. Kasten: Einfach in das Netzwerk integrierbar Industrielle Tablet-PCs von Phoenix Contact bieten ein Touch-Display von 13,3\“. In der Basisausstattung können die Geräte über das gemäß IEEE802.11 a/b/g standardisierte WLAN oder via Bluetooth Class 1 und Class 2 per Funk in das vorhandene Netzwerk eingebunden werden. Durch eine optionale Erweiterung lässt sich das UMTS-Netz erreichen oder GPRS-Signale empfangen. Dabei arbeitet der Tablet-PC wahlweise mit einem Intel-Atom-Prozessor Z530 mit 1,6GHz sowie für rechenintensive Anforderungen mit einem Dual-Core-Prozessor mit 1,2GHz. Das robuste Gehäuse in Schutzart IP65 erlaubt den Einsatz im Innen- und Außenbereich. Angeschlossen wird das Gerät über wasserdichte USB-, Audio- sowie RJ45-Schnittstellen. Zur Verwaltung der Warenbestände kann es mit einem Barcode-Scanner oder RFID-Funkerkennung nachgerüstet werden. Aufgrund von Handstraps oder Schultergurt liegt der leichte Tablet-PC gut in der Hand oder am Körper, sodass keine Ermüdungserscheinungen an den Armen auftreten (Bild 5). Zwei Lithium-Ionen-Smart-Akkus stellen den flexiblen Betrieb unabhängig vom Stromnetz sicher. Das Zero-Power-Management, das die Akku-Entladung im Ruhezustand minimiert, versorgt das Gerät mit stets ausreichend Energie (Bild 6).