Profinet: Wachstum trotz Krise

Auf ihrer Pressekonferenz stellte die Profibus Nutzerorganisation (PNO) die aktuellen Geschäftszahlen des Jahres 2009 vor. Laut der notariellen Zählung, die die PNO seit einigen Jahren durchführen lässt, wurden im vergangenen Jahr im schwierigen Umfeld 3,1Mio. neue Profibus-Knoten verkauft. Damit stieg die Anzahl der installierten Basis auf nunmehr 31,4Mio. Stück. \“Die Automatisierungsindustrie wurde durch den Abschwung 2009 hart getroffen. Dennoch hat sich die installierte Basis an Profibus-Geräten im Vergleich zum Vorjahr 2008 erneut um 11% erhöht\“, kommentierte Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender der PNO, die Knotenzahlen. Von den insgesamt 31,4Mio. Geräten haben 5,4Mio. in Anlagen der Prozessautomatisierung Einzug gefunden. Nach Ansicht der PNO wird das PA-Profil V3.02 die Verbreitung in der Prozessautomatisierung nochmals erheblich beschleunigen, da es eine Reihe von wichtigen, anwenderseitig geforderten Funktionen enthält. Wachstum bei Profinet Das Wachstum von Profinet lag bei 500.000 neuen Geräten, gegenüber 460.000 im Jahr 2008. Dadurch kletterte die installierte Basis jetzt auf 2,1Mio. Geräte. Diese Entwicklung zeigt, dass der Absatz von Profinet vom Abschwung nicht betroffen war. Die PNO wertet dies als großen Erfolg und Freitag sieht auch weiterhin großes Wachstumspotenzial: \“in diesem wirtschaftlich schwierigen Umfeld einen um fast 10% höheren Verkauf verglichen mit dem Jahr 2008 zu erzielen, zeigt die herausragende Akzeptanz von Profinet. […] Es gibt keinen Zweifel, dass Profinet eine starke Zukunft hat.\“ Marktstudie von IMS Diese Zuversicht von Freitag bezüglich Profinet wird gestützt von einer Marktstudie der IMS Research. Danach liegt der Marktanteil von dieser Technologie derzeit bei 28% und wird damit lediglich von Ethernet/IP übertroffen. Das größte Wachstum sagt die Studie der Profinet-Technologie mit 8,3% voraus. Stand bei IO-Link Der IO-Link-Arbeitskreis, der innerhalb der PNO die IO-Link-Technologie weiterentwickelt, vermeldet Neuheiten. So ist die bisherige Beitrittsgebühr seit dem 1.1.2010 weggefallen. Zudem habe Rockwell Automation seine Mitarbeit dem IO-Link-Arbeitskreis gegenüber geäußert. \“Nachdem auch Mitsubishi bekanntlich an der IO-Link-Technik mitarbeitet, sind wir auf dem besten Wege, mit IO-Link einen Weltstandard zu erreichen\“, erklärte Freitag. Profienergy – nächster Schritt Um ein abgestimmtes und standardisiertes Vorgehen beim Thema Energiemanagement zu erreichen, hat die PNO vor rund einem Jahr begonnen, eine Lösung zu entwickeln. Dabei können die Anlagen nicht nur in produktionsfreien Zeiten, wie am Wochenende oder in den Werksferien, abgeschaltet werden. Vielmehr soll es mit Profienergy möglich werden, einzelne Anlagenteile oder ganze Anlagen in kurzen sowie in ungeplanten Pausen abzuschalten. Zudem ist das Erfassen, Übertragen und das Format von Energiemesswerten festgelegt – wichtige Basis für ein aktives Energie-Management. In Zusammenarbeit verschiedener Firmen und Universitäten wurde jetzt die Definition von Profienergy zum geplanten Termin im Januar 2010 erfolgreich abgeschlossen. Geräte- und Systemhersteller entwickeln erste Produkte und werden diese schon auf der Hannover Messe 2010 zeigen. \“Dies ist möglich, da Profienergy schnell, einfach und rückwirkungsfrei auch in vorhandene Geräte implementiert werden kann\“, heißt es in der Presseerklärung. Des Weiteren haben Anwender bereits begonnen, auf Basis von Prototypen Profienergy in ihre Anlagenkonzepte zu integrieren, so dass noch in 2010 mit ersten Referenzen zu rechnen ist. Die PNO unterstützt die Verbreitung von Profienergy durch mehrere Maßnahmen: So bietet ein Whitepaper \’The Profienergy Profile\‘ einen umfassenden Überblick über das neue Energiesparprofil, seine Funktionsweise, Vorteile und Einsparpotenzial sowie eine Erläuterung der Use Cases. Die neue Publikation liegt zum kostenlosen Download auf der Website der PNO bereit (siehe Ende des Beitrages). Neue Asics für Profinet