Bereits etwas mehr als ein halbes Jahr später war es so weit: Im Jahre 1980 wurde mit der unicontrol hs (hs steht für Highspeed) die erste SPS vorgestellt. Im Inneren werkelte eine ICU, die mit 200kHz getaktet war und neun relevante verschiedene Befehle beherrschte. Der Speicher betrug 1kBit (man beachte nicht kByte!) RAM, das bereits batteriegepuffert war. Bis zu 4.000 Instruktionen konnten damit gespeichert werden. Wichtigstes Merkmal der unicontrol hs war die konstante Programmausführzeit. Multicontrol, Midicontrol, Minicontrol Im Jahre 1983 wurde die Produktfamile Multicontrol, Midicontrol und Minicontrol auf den Markt gebracht (wird aufgrund ihres Aussehens häufig \’Schwarze Steuerung\‘ genannt). Wie der Name bereits andeutet stand hier ein skalierbares Steuerungssystem zur Verfügung, das für die jeweilige Anwendung die passende Leistung bot. Der wesentliche Vorteil gegenüber Wettbewerbsprodukten war die durchgängige 8Bit-Architektur, durch die man analoge und digitale Signale gleichermaßen schnell bearbeiten konnte. Ein Hitachi 6303 mit bis zu 3MHz Taktrate machte dies möglich. Zudem wurde auf dieser Basis ein echtes Multiprozessorsystem realisiert, das die damals im Maschinenbau üblichen Steuerungssysteme in den Schatten stellte. Die zentrale SPS wurde mit diesem Konzept nicht durch zusätzliche Aufgaben wie Kommunikation, Antriebe usw. belastet. Auf diese Weise konnte auch Regelungstechnik einfach in eine Applikation integriert werden. So war das System für viele Maschinenbauer die richtige Wahl, weil es sowohl einfach als auch leistungsfähig war. Maestro Im Jahre 1987 stellte B&R das erste Steuerungssystem der Welt mit integrierter Computertechnologie vor. Dieses System war datentechnisch vollständig in die SPS-Architektur integriert, verfügte jedoch zusätzlich über alle Merkmale damaliger Computersysteme. Er basierte auf einem 68000er-Prozessor von Motorola und hatte Schnittstellen wie Arcnet- und Ethernet, einen Grafikcontroller mit einer Auflösung von 800×600, ein OS9-Multitasking-Betriebssystem mit der Möglichkeit der Hochsprachenprogrammierung usw. Während sich bei damals üblichen Computern stets das Problem der Datenintegration stellte, war bei Maestro der große Vorteil, dass dieses Problem bereits von den Entwicklern bei B&R erledigt worden war. Für die Qualitätssicherung, die statistische Prozesskontrolle, Optimierungsberechnung, die Batch-Verarbeitung und viele andere Anwendungen, die bisher nur deutlich komplizierter hatten gelöst werden können, stand damit eine neue Lösung zur Verfügung. Auch hier verhalfen die Leistungsfähigkeit, aber auch die einfache Anwendbarkeit durch den Maschinenbauer dem Produkt zum Erfolg. Im Jahre 1989 ergänzte B&R das Maestro-System mit einem Achscontroller, dem MAC1, der mit einer Zykluszeit von 2ms arbeitete. Damit war der Schritt in die Antriebstechnik bei B&R vollzogen. Lediglich der Leistungsteil wurde damals von Partnerunternehmen bezogen. Die Leistungsfähigkeit dieses System war für damalige Verhältnisse verblüffend: Auf Basis des MAC1 wurden bereits CAM-Profile und sämtliche CNC-Funktionen in Software abgebildet. Das 2000er-System In den Steuerungen der 2000er Serie, also der 2005 und 2010 wurden die Funktionen, die bisher von SPS und Maestro getrennt übernommen wurden, unter einem Dach vereint. Flaschenhälse wurden beseitigt und eigene sogenannte Schaufelprozessoren implementiert, die die zentrale Recheneinheit von organisatorischen Aufgaben befreite. Mit dieser Steuerungsgeneration tat B&R den Schritt der Hardwareabstrahierung. Damit war man fortan unabhängig von der eigentlichen CPU, so konnten beispielsweise künftige Prozessorabkündigungen nicht für Unruhe bei B&R und seinen Anwendern sorgen. Diese Abstraktion ist die Basis für das, was B&R später \’One Tool – Many Targets\‘ nennt. Ab der 2000er-SPS stand ein deterministisches Multitasking-Betriebssystem zur Verfügung, das von den Anwendern in den Applikationen genutzt werden konnte. Damit waren komplexe Datenmanipulationen in der CPU möglich. B&R 2003 Nach unten abgerundet wurde das Steuerungssystem von B&R im Jahre 1995 mit der Einführung der B&R 2003. Wie man sich vielleicht denken kann, war das 2003er-System von der Funktionalität eng mit den Steuerungen 2010 und 2005 verwandt. Allerdings war es im Gegensatz zu seinen Familienmitgliedern darauf ausgerichtet, in dezentralen Automatisierungsstrukturen außerhalb des Schaltschranks eingesetzt zu werden. Kommuniziert wurde auf Basis von CAN. Automation Studio Ebenfalls im Jahre 1995 begann man übrigens mit der Entwicklung des Automation Studio, der Engineeringsoftware des heutigen Automatisierungssystems. Vorgestellt wurde Automation Studio im Jahre 1998. Die oben angesprochene Hardware-Abstraktion kam mit der Einführung des Automation Studio auch den Anwendern zugute. Damit war das System nicht nur skalierbar, sondern auch Quellcode kompatibel. Ein Jahr später stellte das Unternehmen seinen ersten rein digitalen Servoantrieb unter dem Namen Acopos vor. Die erste PC-basierte Steuerung auf Basis eines Intel-Prozessors folgte im Jahre 2000. Diese offene Plattform zeichnete sich durch die Integration IT-orientierter Technologien aus wie FTP-Server, Webserver, VNC-Server, Ethernet, USB-Schnittstelle usw. Powerlink Mit der Einführung der Powerlink-Technologie im Jahre 2002 ändert sich die Performance der Kommunikation im B&R-System drastisch. Dieses offene industrielle Ethernet-System, das heute von der EPSG vertreten wird, war das erste am Markt verfügbare, auf Ethernet-basierende System, das dem Anwender eine extrem schnelle und deterministische Lösung zur Verfügung stellte. Die Tatsache, dass die Powerlink-Stacks in Software realisiert sind, macht das System zukunftsfähig z.B. für GBit-Ethernet. Power Panel Mit dem im Jahre 2003 eingeführten Powerpanel wurde die Visualisierung mit der Steuerung auf ein Gerät verheiratet. Damit steht die Steuerungstechnik, Visualisierung, Antriebstechnik und Kommunikation in einer Hardware zur Verfügung. Die Power Panel werden mit dem Automation Studio konfiguriert und programmiert. Automation PC Der Automation PC (APC) wurde im Jahre 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser PC ist speziell auf die Aufgaben als Steuerungsrechner hin optimiert, d.h. geringe Abwärme, hohe Leistung, einfache Erweiterbarkeit und Langzeitverfügbarkeit sind hier die wichtigsten Stichworte. Eine weitere Besonderheit: Das von B&R eingeführte Smart Display Link (SDL) erlaubt Entfernungen zwischen Bildschirm und Steuerung von bis zu 4 mal 40m. Zusammenfassung
B&R-Steuerungen im Wandel der Zeit: Leistungsfähig und einfach
-
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell für Machine-Vision-Anwendungen ausgelegt ist.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
das könnte sie auch interessieren
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
















