Ethernet hat sich seit den 1980-er Jahren als Projekt 802 der IEEE beispiellos verbreitet als Medium zur Vernetzung von Computern und Geräten. Erfolgsrezept war möglicherweise sein Ansatz: Zur Basisdefinition der beiden Layer 2-Protokollschichten MAC (Medium Access Control, IEEE802.3) und LLC (Logical Link Control, IEEE802.2) kommen nach Bedarf höhere Steuerungsprotokolle hinzu (IEEE802.1 u.a. mit den Spanning Tree Protokollen, VLAN oder portbasierender Zugangskontrolle), bzw. anwendungsorientierte Erweiterung (IEEE802.4 und höher). Hierbei wird die Nummerierung zwanglos gehandhabt: IEEE802.11 definiert z.B. Wireless LAN MAC (als Ergänzung zu 802.3 LAN MAC), inklusive passender schnurloser Layer 1 Protokollschichten (Physical Layer). Alle Funktionen eines Ethernet Switches basieren auf dem Ethernet-Nachrichtenformat und lassen sich als Ethernet/Bridging-Protokolle (bzw. Layer 2 Protokolle) bezeichnen. Hierzu gehören weiter Link Aggregation (802.3ad), V-LANs (802.1Q), Spanning Tree (802.1D, 802.1w), QoS (802.1p), Flusskontrolle (802.3x), sowie GVRP (Dynamic V-LAN Registration) und GMRP (Dynamic L2 Multicast Registration). Ethernet-Switches ermöglichen üblicherweise den blockierungsfreien Betrieb aller Ports, d.h. alle Ports können mit voller Geschwindigkeit betrieben werden. Lokale Netze werden typischerweise als IP-Subnetze betrieben. In einem Heimnetz bzw. Firmennetz können so beispielsweise lokale IP-Adressen an die Geräte vergeben werden. Das Netz lässt sich so auf Niveau des Internet Protokolls (auf Layer 3) flexibel strukturieren. In einem solchen Netz finden sich dann IP Routing-Protokolle. Höherwertige Ethernet Switches unterstützen auch solche Protokolle, z.B. OSPFv2, RIPv2, VRRP, IGMP Snooping, IPv4 Forwarding, DiffServ, ARP, ICMP, sowie DCHP Client/Server zum Empfang oder zum Verteilen lokaler IP Adressen. Wegen der zahlreichen Möglichkeiten zur Konfiguration benötigen solche höherwertigen Switches eine Benutzerführung, die über Kommandozeile (CLI), Terminalkonsole (TELNET), Browser (Web-Server) oder Management-Software (SNMP) zugänglich ist. Geräte mit diesen Einstellmöglichkeiten werden auch als Managed Switch geführt. Wegen der für die Konfiguration erforderlichen Adressierung als Host erhalten sie eine eigene IP Adresse. Funktionsweise der Switches Unabhängig von der Vielfalt der Protokolle ist die Funktionsweise jedes Ethernet-Switches grundsätzlich gleich. Vergleichbar mit einem Postamt werden Nachrichten von einem Port (Eingang) empfangen, das Adressfeld analysiert, und die Nachricht an einen geeigneten Port (Ausgang) weitergeleitet. Die Quelladressen aus dem Adressfeld werden für das bereits beschriebene Lernen von Adressen an Ports in einer Tabelle geführt (Switch Route Table). Ist ein Port zu einer Zieladresse bekannt, wird die Nachricht direkt an diesen Port weiter geleitet (Bild 1). Der Paketkopf (Header) einer Ethernet-Nachricht (eines IEEE802.3-Rahmens) enthält außer der Quelladresse und Zieladresse noch weitere Informationen, die für die gezielte Weiterleitung einer Nachricht verwendet werden können. Hierzu gehören Markierungen für V-LANs, bzw. Markierungen für unterschiedliche Verkehrsklassen. Auf diese Weise kann die Zugehörigkeit einer Nachricht zu einer Kategorie bzw. Gruppe gekennzeichnet werden. Auf Basis der Zugehörigkeit zu einer Kategorie kann eine Nachricht z.B. bevorzugt behandelt bzw. weiter geleitet werden. Eine weitere Kennzeichnung wäre die Zugehörigkeit von Adressen zu einer Multicast-Gruppe, also einer Gruppe von Empfängern, an die eine Nachricht kopiert werden soll. Auch Informationen eines im Datenbereich der Ethernet Nachricht befindlichen IP-Paketkopfes lassen sich für die Kennzeichnung und Behandlung einer Nachricht verwenden. In diese Kategorie gehört das für die Abbildung von IP-Multicasts in Multicasts über Ethernet Ports verwendetet IGMP-Snooping, das beispielsweise für Multicast Angebote in Telekommunikationsnetzen interessant ist (siehe IPTV). In diesem Fall wird Information aus dem IP Management Protokoll IGMP verwendet. Eine solche Zuordnung kann ein Ethernet-Switch übernehmen, der Layer 3-Funktionen unterstützt. Allen bisher genannten Leistungsmerkmalen ist gemeinsam, dass keine Zustandsinformation benötigt wird, die über die aktuelle Nachricht hinausgeht. Ob eine Nachricht zu einer speziellen Verbindung gehört (beispielsweise SIP-Session oder HTTP-Session), kann sich ein reiner Ethernet-Switch nicht merken. Auch eine Sequenznummer für eine Nachricht aus einer Folge von Nachrichten merkt sich ein reiner Ethernet-Switch nicht (Bild 2). Managed Switches Solche zustandsbasierenden Entscheidungen gehören eher in den Bereich der Router bzw. Layer 3-Switches. Traditionell werden Router als Software-Lösungen auf einem regulären Prozessor implementiert, beispielweise auf Basis einer Linux-Distribution. Managed Switches verfügen über einen eigenen Prozessor, der die Benutzerschnittstellen für die Konfiguration verwaltet. Auf diesem Prozessor lassen sich dann Layer 3 Funktionen realisieren. In diesen Bereich gehört auch die in Heimnetzen und Privatnetzen bei IPv4 übliche Network Address Translation (NAT, bzw. Network Address Port Translation), die private IP-Adressen in TCP-Ports bzw. UPD-Ports der öffentlichen IP-Adresse abbildet. Die Verkehrsleistung (in Transaktionen bzw Durchsatz) ist je nach Leistungsfähigkeit des für den Switch Controller eingesetzten Prozessors unterschiedlich: DHCP-Server bzw. NAT sind in begrenztem Umfang möglich. Für leistungsstärkere Anforderungen wie VPN, Verschlüsselung oder Firewalls (Deep Packet Inspection) benötigt man leistungsfähige Prozessoren, wie sie auch für Server und Embedded Server eingesetzt werden. In diesem Fall trennt man die Funktionen auf Layer 3 und Anwendungsebene vom Ethernet Switch (Bild 3). Nachrichten weiterleiten Das Weiterleiten von Nachrichten an eine Gruppe von Teilnehmern zeigt Bild 4. Hier wird vom Absender eine Nachricht an die Adresse der Multicast-Gruppe geschickt. Der Ethernet-Switch löst die Multicast Adresse in die MAC-Adressen der zugehörigen Geräte auf und schickt die Nachricht direkt an die zugehörigen Ports. Auf diese Art wird der Verkehr effizienter, da mehrfache individuelle Sendungen vermieden werden. Mithilfe von Markierungen (V-LAN-Tags) im Paketkopf lassen sich größere lokale Netze in einzelne Segmente unterteilen. Bild 5 illustriert diesen Fall mit Farbmarkierungen für die Ethernet-Rahmen und zugehörigen LAN-Segmente. In diesem Fall ordnet der Ethernet-Switch Ports einzelnen LAN-Segmenten zu und markiert die von diesen Ports eingehenden Pakete. Pakete verteilt er nur an passende Ports. Für Verkehr aus unterschiedlichen LAN-Segmenten lassen sich Ports als Verbindungsleitung (Trunks) definieren. Die LAN-Segmente ließen sich auch physikalisch mit mehreren Ethernet-Switches realisieren. In diesem Fall geschieht die Segmentierung jedoch einfach durch Konfiguration der Switches, daher der Name Virtuelle LANs. Den genannten Leistungsmerkmalen auf Layer 2 ist gemeinsam, dass hierfür keine zustandsbasierende Information benötigt wird. Jede Information wird aus den Paketköpfen der einzelnen Ethernet-Rahmen gewonnen, bzw. der Konfiguration der Ports, bzw. den Adresstabellen. Eingebettete Systeme Ethernet Switches für eingebettete Systeme werden unterschiedlichen Umgebungsbedingungen angepasst. Sie unterstützen einen erweiterten Temperaturbereich und arbeiten beispielsweise bei Temperaturen von -40 bis +75°C. Weitere Anforderungen sind erhöhte elektromagnetische Einstrahlungen, Einhaltung von Grenzen für die elektromagnetische Abstrahlung. Außerdem müssen beispielsweise in Fahrzeugen, Flugzeugen oder der industriellen Fertigung eingesetzte Produkte eine hohe Festigkeit gegen Schock und Vibrationen einhalten. Die Bauweise bezüglich des Schutzes vor Schmutz und Feuchtigkeit, bzw. die Steckverbinder müssen an das jeweilige Einsatzgebiet angepasst werden. Für eingebettete Systeme sind häufig auch Anpassungen an anwendungsspezifische Vorgaben erforderlich. Der Aufbau eingebetteter Switches folgt grundsätzlich dem in Bild 4 gezeigten Muster. Je nach Anwendungsgebiet ergeben sich anwendungsindividuelle Anforderungen an die Leistungsmerkmale, sowie an die Bauweise (Anzahl Ports, Umgebungsbedingungen). Diese Anforderungen werden abgebildet auf die Software-Roadmap der Switch Control Software, sowie an die Roadmap der für den Switch eingesetzten Hardware (Switching Silicon und Prozessor für den Switch Controller). Hieraus entstehen dann Produkte mit einer für den jeweiligen Einsatzzweck sowie an kundenindividuelle Anforderungen angepassten Bauform. www.kontron.de
Ethernet in der industriellen Praxis – Teil 1 von 3: Vom Multiport-Repeater zum Ethernet Switch
-
B&R und ABB trauern um CEO
B&R und ABB trauern um Florian Schneeberger, Division President von Machine Automation (B&R), der am 20. April bei einem Unfall in Salzburg, Österreich, ums Leben gekommen ist.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Februar: +1,0% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Februar gegenüber Januar saison- und kalenderbereinigt um 1,0% gestiegen.
-
Seit 18 Monaten: Stillstand beim Frauenanteil in den Vorständen
Am 1. März waren die Vorstände der 160 deutschen Börsenunternehmen in DAX, MDAX und SDAX mit 554 Männern und 136 Frauen besetzt.
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
UL Solutions zertifiziert Cyberresilienz von Ethercat
Das Gutachten und die Zertifikate von UL Solutions bestätigen nach Prüfung gemäß IEC62443 die Aussagen der ETG: Die Ethercat-Technologie erfüllt bereits ohne Änderungen die Anforderungen an Systeme, die…
-
Neuwahlen der PNO
Am ersten Tag der Hannovermesse fand die jährliche Mitgliederversammlung der Profibus Nutzerorganisation statt.…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
75-jähriges Jubiläum 2026
Wago startet mit Plus und Investitionen ins Jubiläumsjahr
Wago feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Jubiläum. Auch der Blick auf die…
-
Sick steigert Umsatz um 6,5%
Der Umsatz von Sick im Geschäftsjahr 2025 stieg trotz des herausforderndem Marktumfelds an…
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI…
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in…
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu…
-
TÜV Nord: Zertifizierung für sichere Entwicklungsprozesse
Bachmann Electronic erlangt IEC62443-4-1 – ML 3
Bachmann Electronic hat die Zertifizierung nach IEC62443-4-1 auf Maturity Level 3 erreicht.
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
78,6% durch Iran-Krieg verunsichert
Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich…
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
R&M entwickelt durchgängige Infrastrukturlösungen für industrielle Datennetze – von der Feldebene bis zur…
-
Hannover Messe mit Besucherrückgang zu 2025
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe…
-
NewGen Multitouch-HMIs
Volle Visualisierungspower
Mit der NewGen-Serie bietet Sigmatek leistungsfähige Web-Panels für anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben.
-
Embedded-Modul
Multiprotokoll-Modul für cybersichere industrielle Kommunikation
Hilscher stellt mit dem comX 90 ein neues Embedded-Modul für industrielle Kommunikationsschnittstellen vor.
-
CleverReader
Kompakter Codeleser für schnelle Anwendungen
Mit dem CleverReader von Pepperl+Fuchs steht ein stationärer 1D-/2D-Codeleser für zuverlässige Identifikationsaufgaben in…
















