Bei einem intelligenten Stromnetz handelt es sich um ein Netz zur Bereitstellung von Elektrizität, mit dem man Strom effizienter, verlässlicher und mit einem höheren Maß an Sicherheit verteilen und nutzen kann. Die intelligenten Stromnetze ermöglichen zusätzlich die Installation von Messgeräten. Diese können den Stromverbrauch aus der Ferne ablesen, Stromausfälle und Manipulationen feststellen, den Dienst aus der Ferne aktivieren oder deaktivieren. Mit diesen intelligenten Messgeräten haben Energieversorgungsunternehmen jederzeit Zugriff auf die aktuellen Daten, um den Strombedarf des Netzes besser kalkulieren zu können. In Zeiten mit hohem Strombedarf muss entweder die Stromerzeugung z.B. in einem Kohlekraftwerk aufgestockt werden, oder aber der Stromverbrauch der Kunden muss reduziert werden. Eine beliebte Vorgehensweise, um dieses Problem zu lösen, ist die Verlagerung des Strombedarfs von Spitzenlastzeiten auf Schwachlastzeiten. Hierbei gibt es zwei wichtige Kriterien: Das erste umfasst die Erfassung und Darstellung der Energieverbräuche an zentraler Stelle auf sogenannten \’In-Home Displays\‘ auf dem auch die aktuellen Energiekosten sichtbar sind. Da weltweit immer mehr Messgeräte installiert werden, können die Energieversorgungsunternehmen ihre Strompreise an Verbrauchsmuster der Kunden anpassen. Zu Spitzenbedarfszeiten kann der Verbrauch durch die EVUs gesenkt werden, indem sie den Strom zu diesen Zeiten verteuern, um den Verbrauch stattdessen auf Schwachlastzeiten zu verlagern. Über das Display haben Kunden jederzeit Einblick in ihren aktuellen Stromverbrauch, um so ihr Verbrauchsverhalten auch wirklich ändern zu können. Der Haken an dieser Strategie ist jedoch, dass sie nur dann funktioniert, wenn der Kunde zuhause proaktiv seinen Energieverbrauch überwacht. Das zweite Kriterium umfasst die Entwicklung einer neuen Produktgeneration, die in der Lage sein wird, sich automatisch an Veränderungen im intelligenten Stromnetz anzupassen. Unabhängige Studien haben gezeigt, dass Spitzenlasten an manchen Tagen um bis zu 50% reduziert werden können, wenn gewisse Anwendungen, wie z.B. Umwälzpumpen, oder Boiler automatisch ausgeschaltet werden. Aktuell wird eine neue Generation von Verbraucherprodukten entwickelt, die sich so konfigurieren lassen, dass sie sich automatisch an Änderungen im intelligenten Netz anpassen. Energieeffiziente Produkte, wie Klimaanlagen, Heizungen, Boiler, Fernseher und Beleuchtung sollen den Stromverbrauch messen und damit die Energiekosten anzeigen können. Außerdem lassen sich bei diesen Produkten mehrere Energieprofile hinterlegen, um den Betrieb des Produkts je nach Wunsch anzupassen. Verbraucher, die sich für eine sehr sparsame Einstellung entscheiden, wählen eventuell eine aggressive Energiesparstrategie, bei der zu Hauptlastzeiten sämtliche Geräte abgeschaltet werden. Intelligente Steckdosen werden es den Verbrauchern ermöglichen, die Last von PC-Zubehör oder Geräten der Unterhaltungselektronik einzeln zu regeln, um den Verbrauch im Standby-Modus zu verhindern. Dadurch verfügt man über die Flexibilität, wichtige Geräte wie etwa digitale Videorecorder angeschaltet zu lassen und gleichzeitig die Stromversorgung für sämtliche Geräte im Schlafzustand, wie Flachbildfernseher, DVD-Player, Receiver usw. abzustellen. Automatisierungstechnik für den Durchschnittshaushalt Die Installation intelligenter Messgeräte wird zu einer Flut von intelligenten Produkten führen, die in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren und Informationen in einem \’Heimnetz\‘, einem sogenannten Home Area Network (HAN), auszutauschen. Ein HAN wird im Gegensatz zu einem lokalen Netz, einem Local Area Network (LAN), dazu verwendet, um Verbraucherprodukte, wie Thermostate, Geräte, Lichtschalter, Steckdosen, Solarbatterien und andere Energieverbraucher miteinander zu verbinden. Geräte, die in ein HAN integriert sind, können wiederum mit LAN oder einem Computernetzwerk verbunden werden, sodass Verbraucher die Möglichkeit erhalten, Zeitpläne zu erstellen, den Stromverbrauch zu überwachen und von unterwegs auf die Geräte zuzugreifen, wobei der Computer in der Regel nicht alle Geräte im Netz steuert. Sehr effektiv können die Geräte in einem HAN mit den in jedem Haushalt bereits vorhandenen Stromleitungen vernetzt werden. Jedes Gerät, das an eine Steckdose angeschlossen wird, lässt sich somit einfach in das HAN integrieren. Alle Produkte im HAN sollten auch unabhängig von einem Computer oder einem zentralen Kontrollgerät miteinander kommunizieren können. Dadurch werden zusätzliche Kosten eingespart, und die Komplexität und Unzuverlässigkeit herkömmlicher Haushalts-Automatisierungssysteme ist Vergangenheit. Industrienormen für das Home Area Network Um sicherstellen zu können, dass die Produkte der verschiedenen Hersteller miteinander kompatibel sind, ist eine offene Industrienorm notwendig. Die am häufigsten verwendeten Normen für HANs auf Leitungsbasis sind in den USA die Norm ANSI/CEA709.1 und in Europa die Norm EN14908. Beide Normen unterstützen ein zuverlässiges Protokoll, das heutzutage bereits in über 100Mio. intelligenten Geräten verwendet wird, darunter auch mehr als 28Mio. Energiezähler in Italien, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Österreich und in den USA. Allianz für die Entwicklung von Verbraucherlösungen Ob sich HANs auf dem allgemeinen Verbrauchermarkt durchsetzen werden, wird von der Verfügbarkeit der Produkte und der Bedienungsfreundlichkeit abhängen. 2006 startete die Industrie eine Initiative mit dem Namen Digital Home Alliance (DHA), um führende Hersteller, Dienstleistungsanbieter und Integratoren zusammenzuführen, die allesamt offene, vollständig kompatible Lösungen für den digitalen Haushalt anbieten. Die DHA erweitert momentan die Normen ANSI/CEA709.1 und EN14908 mit zusätzlichen Bestimmungen. So sollen sich intelligente Geräte automatisch selbst im HAN installieren und auch von den In-Home Displays im Haushalt erkannt werden. Der Europäische Dachverband der Hausgerätehersteller CECED entwickelte eine Norm zur intelligenten Vernetzung von Verbraucheranwendungen in einem Haushalt. Diese Norm wird in dem innovativen ISI-Protokoll (Interoperable Self Installation) berücksichtigt, das von den DHA-Mitgliedern benutzt wird. Damit haben Hersteller die Möglichkeit, Produkte zu entwickeln, die sich eigenständig installieren und automatisch erkennen, wenn neue Produkte im Haushalt hinzugefügt werden. Diese werden dann sofort ins Netzwerk integriert – selbst wenn sie von einem anderen Hersteller stammen. Einfache Elemente, wie etwa Haushaltsgeräte, können von vornherein so konfiguriert werden, dass sie sich mit anderen intelligenten Geräten zu einem Netzwerk verbinden. Selbst komplexe Anwendungen, wie z.B. Lichtszenen, können einen Selbst-Installations-Prozess verwenden, um eine logische Verbindung zu anderen Geräten im Netzwerk aufzubauen. Weiterhin stehen Softwaretools zur Verfügung, die eine Integration in professionelle Automatisierungssysteme ermöglichen. Eine weitere von der DHA unterstützte Neuerung ist eine API (Application Programming Interface), die in Hardware- und Softwareplattformen integriert werden kann und so eine neue Generation intuitiver Benutzerschnittstellen ermöglicht. Plattformen für Benutzerschnittstellen könnten Computer, Fernseher, Gateways, digitale Videorecorder, Telefone, Laptops, Mobiltelefone, Thermostate und In-Home Displays im Haushalt sein. Durch die vielseitige Architektur der Benutzerschnittstellen werden die Verbraucher aus einer Vielzahl von Produkten auswählen können, die ihnen bei der Verwaltung und Interaktion mit ihren energiebewussten Produkten helfen. Fazit Die Automatisierungstechnik gibt es zwar bereits seit vielen Jahren in Zweckgebäuden, doch sie konnte sich bislang im Privatbereich nicht durchsetzen. Durch die hohen Kosten und die Komplexität sind solche Lösungen bislang nur in großen, teuren Wohnungen oder Häusern zu finden. Da die Zahl der intelligenten Stromnetze schnell steigt, wird auch eine Flut an intelligenten Produkten auf den Markt drängen. Diese neue Generation von Produkten wird den Verbrauchern einen bewussten Umgang mit Energie ermöglichen und gleichzeitig einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Stromversorgungsunternehmen setzen schon heute auf intelligente Stromnetze, um die hohen Kosten für den Bau neuer Kraftwerke zu umgehen. Die wirtschaftlichen Anreize, die Versorgungsunternehmen und der Staat bieten, werden den intelligenten Produkten zum Durchbruch auf dem Markt verhelfen. Die Mitglieder der Digital Home Alliance arbeiten an einer neue Generation von Produkten, die in der Lage sind, das intelligente Netz zu nutzen. Einige sind bereits heute verfügbar und die Markteinführung einer Vielzahl neuer Produkte steht unmittelbar bevor.
Intelligente Gebäudetechnologie für Privathaushalte
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern entwickeln sich zu dezentralen, datengesteuerten Systemen, die zunehmend davon abhängen, wie Informationen durch das System…
-
Führungswechsel bei der OI4 Alliance
Die Open Industry 4.0 Alliance stellt seine Führung um: Ab Juli übernimmt Michael Riester (l.), Industrieexperte und seit 2019 Mitglied der OI4 Alliance, die Position des Managing Directors.
-
Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März gegenüber Februar saison- und kalenderbereinigt um 0,7% gesunken.
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht
8,1% der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefährdet.
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei…
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart…
-
Assistenz für reproduzierbare Fertigungsschritte
Digitale Ordnung statt Papierstapel
Auch wenn viele Produktionen hochautomatisiert sind, spielt sich ein entscheidender Teil der Wertschöpfung…
-
Messevorschau Sensor+Test 2026
Starkes Rahmenprogramm auf dem Branchentreffpunkt
Die Sensor+Test 2026 bietet ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fachforen und Kongressen. Besucher erhalten…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Nachgefragt: Wie weit die Industrie bei Umsetzung, Security und Compliance ist – Teil 1
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
Automatisierung bedeutet heute mehr als präzise Bewegungsabläufe. Um zukunftsfähige Maschinen zu entwickeln und…
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
Kompakte Panel-SPS-Lösungen mit integrierter Steuerung und I/Os ermöglichen den wirtschaftlichen Ersatz klassischer Handbedienelemente,…
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
Der neue MX-System Designer von Beckhoff ermöglicht strukturierte und technisch validierte elektrische Auslegung…
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
Dezentrale Servomotoren kommen häufig bei räumlich verteilten Einzelachsen zum Einsatz. Die im Motor…
-
Cobots bringen mehr Effizienz in die EMS-Fertigung
Bestückung neu gedacht
Mit Cobots lassen sich auch komplizierte Prozesse teilautomatisieren, etwa die Bestückung von Leiterplatten…
-
Neue Ansätze und Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik
Mehr als nur nachhaltig
> Neue Ansätze & Geschäftsmodelle für zirkuläre Fluidtechnik. Bürkert unterstützt Transformationsprozess mit Lösungen…
-
Über 200 Artikel
Bedienen und Signalisieren
Mit einem umfangreichen Systembaukasten präsentiert Phoenix Contact neue Lösungen für das Bedienen und…
-
Für Ex-Bereiche
Magnetfreier IE6-Motor
ABB bietet einen IE6 Hyper-Efficiency-Motor anbietet, der nach Atex- und IECEx-Anforderungen für den…
-
Für Rechenzentren
Direct-to-Chip-Flüssigkühlung
Der steigende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), High-Performance-Computing (HPC) und beschleunigten Workloads führt…
-
Hohe Untersetzungen und Präzision
Kombinationsgetriebe
Dunkermotoren stellt mit den neuen WG-Kombinationsgetrieben eine wirtschaftliche Lösung für Anwendungen vor, die…
-
Erfassung analoger Signale
Analoges Mixmodul
Das analoge Mixmodul AM 821 aus der S?Dias?Serie von Sigmatek kombiniert acht analoge…
-
Was wurde eigentlich aus …
SafetyBridge Technology von Phoenix Contact?
In der Titelstory des SPS-MAGAZINs 5/2016 ging es unter dem Titel: ‚Die SafetyBridge…
















