OPC UA wird in einer Reihe aufeinander aufbauender Parts (Teile) spezifiziert. Die Beschreibung erfolgt dabei bewusst abstrahiert (technologie- und sprachunabhängig), um eine lange Lebensdauer von OPC UA über die Lebensdauer einer Basistechnologie wie DCOM hinaus zu gewährleisten. Lediglich in ausgewählten Abschnitten wird ein konkreter Bezug zu einer bestehenden Technologie hergestellt, auf der OPC-UA-Software entwickelt werden kann. Die Parts der OPC UA Specifications sind in drei zentrale Themenbereiche unterteilt: – Core Specifications (Kernspezifikationen) – Access Type Specifications (Zugriffstypspezifikationen) – Utility Specifications (Dienstespezifikationen) Core Specification Parts Wie in der Grafik 1 dargestellt, besteht die Core Specification aus sieben Parts, die im Folgenden erläutert werden. Part 1 – Overview and Concepts Dieser Abschnitt erläutert die Zielsetzung von OPC UA und führt in die Modelle ein, die zur Erreichung dieses Zieles dienen. Part 2 – Security Model OPC UA trifft Maßnahmen zur Abwehr von Risiken, denen Systeme ausgesetzt sein können, in welchen die OPC-UA-Technologie verwendet wird. Es wird beschrieben, auf welche Weise sich OPC UA auf andere Sicherheitsstandards z.B. die des World Wide Web (w3c) Konsortiums oder der Oasis Organisation stützt. Die vorgeschlagene Architektur setzt sich aus einer Anwendungs- und einer Kommunikationsschicht zusammen. Die eingeführten Sicherheitsverfahren (Security Policy) sind Teil einer Endpoint Description und legen die zu verwendenden Sicherheitsmechanismen fest. Part 3 – AddressSpace Model Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Informationstechnologie und die Prozessleittechnik integriert werden müssen. Auf diese Weise können Vorteile aus der Optimierung von Prozessen sowie Synergieefferkte, die sich aus der Integration ergeben, genutzt werden. Entsprechend der Spezifikation wird eine Reihe von Objekten, die ein unterlagertes (Echtzeit-) System repräsentieren, von einem OPC-UA-Server als sogenannter AddressSpace veröffentlicht. Die besondere Funktion des AddressSpace-Konzepts ermöglicht, dass sowohl die reale Prozessumgebung als auch ein (Echtzeit-) Prozessverhalten repräsentiert werden können – und zwar auf einheitliche Weise, die für verschiedene Systeme verständlich ist. Dazu besteht der AddressSpace aus einem Satz von Nodes (Knoten), die über References (Referenzen) miteinander verbunden sind. Part 4 – Services Bei den OPC UA Services handelt es sich um eine Reihe abstrakter Remote Procedure Calls (RPCs), die durch die Server implementiert und durch die Clients aufgerufen werden. Die Services werden als abstrakt bezeichnet, da in diesem Abschnitt keine bestimmte Implementierung in einer konkreten Technologie definiert wird. Die Trennung von Definition und Implementierung der Services ermöglicht die problemlose Verwendung neu entstehender Technologien, indem entsprechende neue Mappings erstellt werden. Part 5 – Information Model Um die durch den AddressSpace veröffentlichten Daten für unterschiedliche Systeme verständlich und nutzbar zu machen, werden die Informationen im Abschnitt für das Information Model in standardkonforme, computeroptimierte Daten konvertiert. Zur Verbesserung der Interoperabilität definiert das Information Model den Inhalt des AddressSpace eines leeren OPC UA Servers. Die in diesem Abschnitt bereitgestellten Definitionen werden als abstrakt angesehen, da sie keine bestimmte Repräsentation in der Umsetzung definieren. Part 6 – Mappings Dieser Abschnitt definiert die Abbildung (Mapping) abstrakter Definitionen in der Spezifikation (z.B. in den Abschnitten Information Model, Services, Security Model), auf reale Technologien, die für deren Implementierung verwendet werden können. Mappings sind in drei Gruppen unterteilt: Datenkodierungen, Sicherheits- und Transportprotokolle. Verschiedene Mappings werden zusammengefasst, um sogenannte Stack-Profiles zu erstellen. Part 7 – Profiles Die OPC UA Profiles werden hier als Gruppen von Services oder Funktionen dargestellt, die für die Konformitätsebenen-Zertifizierung verwendet werden können. Einzelne Funktionen werden in Konformitätseinheiten gruppiert, die wiederum weiter in Profiles unterteilt werden. Alle OPC-UA-Anwendungen müssen mindestens ein Stack-Profile implementieren. Sie können ausschließlich mit anderen OPC-UA- Anwendungen kommunizieren, bei denen das gleiche Stack-Profile implementiert wurde. Server und Clients werden anhand dieser Profiles zertifiziert. Server und Clients tauschen während des Verbindungsaufbaus die von ihnen unterstützten Profiles als Teil ihres Software Zertifikats aus. Access Type Specification Parts Im folgenden werden die Access Type Specification Parts erläutert, die aus insgesamt vier Teilen bestehen. Part 8 – Data Access Das Information Model, das für den Zugriffstyp Data Access (DA) vorgesehen ist, enthält vor allem eine zusätzliche Definition von Variablentypen sowie eine ergänzende Beschreibung von AddressSpace-Objekten. Neben der Darstellung dieses Modells enhält der Abschnitt Erläuterungen zu den für DA benötigten Node-Klassen und Attributes sowie eine Beschreibung der DA-spezifischen Verwendung von Services für den Zugriff auf Prozessdaten. Part 9 – Alarms and Conditions Alarms and Conditions beschreibt die Repräsentation von konfigurierten Zuständen im OPC UA AddressSpace. Es werden die Konzepte Condition, Dialog, acknowledgeable Condition (quittierbare Bedingung), confirmable Condition (bestätigbare Bedingung) und Alarm vorgestellt. Zur Veröffentlichung dieser Informationen wird das in anderen Teilen der OPC UA Specification definierte Information Model erweitert und auf die alarmspezifische Verwendung der Services eingegangen. Part 10 – Programs In diesem Abschnitt wird das Konzept der Programs als komplexe, zustandsgesteuerte Funktionen in einem Server oder unterlagertem System eingeführt, die durch OPC UA Clients aufgerufen und verwaltet werden können. Die bereitgestellten Definitionen beschreiben die Standardrepräsentation von Programs im AddressSpace eines Servers. Es werden Methoden dargelegt, mit denen Programs verwaltet werden können. Part 11 – Historical Access Das Information Model für Historical Access (HA), das in diesem Abschnitt erläutert wird, enthält vor allem zusätzliche und ergänzende Definitionen der Repräsentation historischer Seriendaten sowie historischer Eventdaten. Außerdem behandelt dieser Abschnitt die HA-spezifische Verwendung von Services für die Ermittlung und den Zugriff auf historische Daten und Events. Utility Specification Parts Im folgenden werden die Utility Specifcation Parts erläutert, die aus insgesamt zwei Teilen bestehen. Part 12 – Discovery Die wichtigste Zielsetzung dieses Abschnitts ist die Behandlung des Discovery-Prozesses, der es Clients ermöglicht, zunächst Server im Netzwerk zu ermitteln, um dann eine Möglichkeit zur Herstellung einer Verbindung zu finden. Es wird dargelegt, wie UA Clients und Server zusammenarbeiten, um Informationen auszutauschen, die in einem Netzwerk verteilt, auf verschiedenen Ressourcen vorhanden sind. Zur Erreichung dieses Ziels werden zwei Konzepte vorgestellt: Ein Discovery Server, der allgemeine Informationen verwaltet, sowie ein lokaler Discovery Server, dessen Hauptaufgabe in der Bereitstellung von Informationen liegt, die für lokale Ressourcen von Bedeutung sind. Abschließend wird auf die Erkennung von OPC-UA-Anwendungen bei Verwendung allgemeiner Verzeichnisdienstprotokolle wie UDDI oder LDAP eingegangen. Part 13 – Aggregates Dieser Abschnitt spezifiziert das Information Model für Aggregates (Berechnungen) und beschreibt die Berechnung und Rückgabe von Aggregates wie Minimum, Maximum, Durchschnitt usw. Aggregates können sowohl mit Basis- (Live-) Daten als auch mit historischen (HA) Daten verwendet werden. Außerdem wird die aggregatspezifische Verwendung von Services behandelt. Kasten 1: Artikelserie im SPS-MAGZIN Ausgabe Thema 3 Status OPC UA 4 OPC UA: Entstehung und Ziele HMI Special 10 Gründe für OPC UA 5 OPC-UA-Spezifikationen 6 OPC UA Companion Standards 7 OPC UA Compliance Test 8 OPC UA Toolkits 9 OPC-UA-Ausblick Kasten 2: Buchtipp Grundlagen, Implementierung und Anwendung von Classic OPC und OPC UA werden in diesem Buch umfassend beschrieben. Anwendern und Herstellern von OPC-Produkten bietet dieses Buch den idealen Einstieg, die OPC-Technologie zu verstehen und effizient zu nutzen. Lange/Iwanitz/Burke, OPC. Von Data Access bis Unified Architecture. XXIII, 494 pages. Kart. Mit CD-ROM. VDE Verlag, ISBN 978-3-8007-3217-3, Preis 58e,
Teil 4 von 8: OPC-UA-Spezifikationen
-
IIoT / Edge Computing
Edge-Modul für durchgängige IIoT-Daten
Turck erweitert seine IIoT- und Service-Plattform Turck Automation Suite um das Modul TAS Edge.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im April: +0,4% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber März saison- und kalenderbereinigt um 0,4% gestiegen.
-
Best Managed Companies Award 2026: Schmersal mit Goldstatus geehrt
Die Firma K.A. Schmersal wurde erneut mit dem Best Managed Companies Award ausgezeichnet.
-
Smartes Engineering für funktionale Sicherheit
In der modernen Softwareentwicklung gehören Versionskontrolle mit Git, mehrsprachige Codebasen, KI-gestützte Assistenten, Extensions statt monolithischer Toolchains mittlerweile zum Standard.
-
Auftragseingang im Maschinenbau: Keine Belebung in den Mai-Orderbüchern
Der Maschinenbau wartet weiter auf eine Belebung ihrer Orderbücher.
-
Leitungstechnik
Torsionsfeste Devicenet-Leitung für Roboter
Igus erweitert seine Roboterleitungsserie CFRobot8.Plus um eine Devicenet-Leitung für hochdynamische Anwendungen mit Torsionsbewegungen…
-
Ringsensoren liefern Prozess- und Diagnosedaten
Induktive Ringsensoren mit IO-Link
Turck erweitert sein Portfolio um induktive IO-Link-Ringsensoren für die zuverlässige Erfassung kleiner metallischer…
-
Maschinenbau rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum bei der Produktion
Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real…
-
Technische Beschaffung
B2B-Katalog als Brücke zur digitalen Beschaffung
Conrad Electronic erweitert seine B2B-Strategie um einen neuen, 960 Seiten starken Katalog.
-
AC/DC-Hochleistungssicherungen
Mersen präsentiert seine neue Generation von Hochleistungssicherungen.
-
Cybersicherheit
Sicherer Entwicklungsprozess zertifiziert
Moxa hat gleich zwei Zertifizierungen nach IEC62443-4-1 Maturity Level 3 (ML3) erhalten –…
-
Industrie-PCs
Panel-PCs für HMI und Maschinensteuerung
Gett erweitert sein HMI-Portfolio um eine neue Serie industrieller Panel-PCs der Marke InduSmart.
-
Ormazabal baut neue Deutschlandzentrale
Ormazabal hat den offiziellen Spatenstich für seine neue Deutschlandzentrale in Krefeld gesetzt.
-
Analogmodul für Fußschalter
ASA Schalttechnik erweitert sein Portfolio um ein Analogmodul für Fußschalteranwendungen.
-
Potentiometer
Präzisionspotentiometer individuell angepasst
Megatron bietet Präzisionspotentiometer für Anwendungen in Medizin-, Labor-, Industrie- und Messtechnik an und…
-
Hima wächst in schwierigem Marktumfeld
Hima, Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen, ist im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen.
-
Deutsche Elektroexporte bleiben vorerst auf Wachstumskurs
Im April entwickelten sich die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter beschleunigt…
-
Vorstandswahlen bei PLCopen
PLCopen hat einen neuen Vorstand gewählt, nachdem drei Mitglieder zurückgetreten sind.
-
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing
Dr. Hannes Grubinger hat die Position des Chief Product & Marketing Officers bei R&M…
-
Linearführung für Extrembedingungen
Bosch Rexroth erweitert sein Portfolio an Kugelschienenführungen um den Führungswagen NRTVG für Anwendungen…
-
Prozessautomatisierung
Ethernet-APL-Switches verbinden bis zu zwölf Feldgeräte direkt mit dem Ethernet-Netzwerk
Phoenix Contact erweitert sein Ethernet-APL-Portfolio um zwei Managed-Switch-Varianten mit zwölf Ports für die…
-
Elektromechanischer Fügemodule
Kistler präsentiert elektromechanische Fügesysteme, die Messdaten mittels weiterentwickelter Telemetrie kabellos übertragen.
-
Neue Funktionen für Siemens KI-Agent
Siemens hat zwei neue Funktionen für den Eigen Engineering Agent, eine speziell für…
-
Antriebstechnik
Motor und Umrichter zu einer kompakten Antriebseinheit kombiniert
Mit Nordac Fusion stellt Nord Drivesystems ein integriertes Antriebssystem vor, das Motor und…
-
Steckverbinder – Docking-Systeme
Erweiterte Docking-Lösungen für automatisierte Andockprozesse und hohe Steckzyklen
Odu bietet mit seinen Docking-Lösungen auf Basis der Odu-Mac Silver-Line eine modulare Schnittstellenplattform…
das könnte sie auch interessieren
-
Kommunikationsfreudige Switches erleichtern die Modernisierung von Schaltanlagen
Weniger Kosten und Konfigurationsaufwand
-
SE Tylose setzt auf SAP PM und Argvis als durchgängige CMMS-Plattform
Schluss mit Insellösungen in der Instandhaltung
-
Kreislaufwirtschaft in der Robotik
Ein zweites Leben für Industrieroboter
-
Neue IO-Link-Komponenten bringen Innovationen in die Automation
Mehr Flexibilität auf den letzten Metern
















