Im Jahr 2007 wurden weltweit 114.365 neue Industrieroboter installiert. Das sind 3% mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 11% auf fast 6Mrd. US-$. Das schließt im allgemeinen nicht die Kosten von Software, Peripherie und Systementwicklung mit ein. Der Wert des Robotersystemmarktes ist zwei- bis dreimal größer. Der tatsächliche Wert kann deshalb auf rund 18Mrd. US-$ geschätzt werden. Wie schon in den Jahren davor war die Entwicklung in den drei großen Regionen unterschiedlich: Rückgang in Asien, Erholung in Amerika und fortgesetztes Wachstum in Europa. Rund 59.300 Industrieroboter wurden 2007 in die asiatischen Märkte (inklusive Australien) geliefert, 4% weniger als 2006. Die wichtigsten Märkte Japan und Südkorea mussten einen Rückgang hinnehmen – wie auch Taiwan. Auf der anderen Seite konnten die Wachstumsmärkte China und Indien sowie andere südostasiatische Märkte erneut einen starken Anstieg der Roboterlieferungen verbuchen. Die Elektro-/Elektronikindustrie, die 2005 massiv investiert hatte, hat ihre Roboterkäufe im Jahr 2006 um die Hälfte reduziert und kaufte auch 2007 weniger Industrieroboter. Die Lieferungen in die Automobilindustrie gingen ebenfalls weiter zurück. Die Lieferungen in alle anderen Industrien sanken leicht. In Japan, dem größten Robotermarkt in Asien und in der Welt, gingen die Lieferungen um 3% auf 36.100 Einheiten zurück. Nach starken Investitionen in die Automobil- und Elektro-/Elektronikindustrie im Jahr 2005, gingen die Roboterkäufe 2006 und 2007 zurück. Der Rückgang wurde teilweise durch eine starke Nachfrage der chemischen sowie der Gummi- und Kunststoffindustrie und der Medizintechnik kompensiert. In Südkorea, dem zweitgrößten asiatischen Markt, sanken die Roboterlieferungen 2007 um 6% auf 10.100 Einheiten. Ein Einbruch der Bestellungen aus fast allen Industrien – besonders der Fahrzeugindustrie – wurde durch stärkere Investitionen der Elektronikindustrie und der Autoteilehersteller teilweise ausgeglichen. China drittgrößter asiatischer Robotermarkt Die Roboterinvestitionen boomen weiter in China, dem drittgrößten asiatischen Robotermarkt. Mit 6.600 Einheiten wurden 14% mehr Roboter als im Vorjahr installiert. Die steigende Nachfrage kommt hier aus vielen Branchen, insbesondere aus der Automobilindustrie. Die Roboterlieferungen nach Indien stiegen um 11%, nach Taiwan sanken sie um 44%. Die Lieferungen in alle anderen asiatischen Märkte, einschließlich Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam, schnellten um 25% in die Höhe. Die Roboterverkäufe nach Australien stiegen um 2%. Starke Nachfrage der Automobilindustrie Rund 19.600 Industrieroboter wurden im vergangenen Jahr nach Amerika geliefert, 9% mehr als 2006. Eine starke Nachfrage von der Autoindustrie im hart umkämpften US-Markt und in Kanada waren die Gründe für das solide Wachstum. Die Verkäufe und die Produktion von PKW stagnierten oder gingen in den vergangenen Jahren sogar zurück. Das führte zu Verschiebungen der Marktanteile der einzelnen Hersteller. Die Detroit 3, General Motors, Ford und Chrysler, mussten 2007 erneut die Produktion kürzen. Japanische und koreanische Hersteller haben hingegen Marktanteile gewonnen und ihre Produktionskapazitäten weiter ausgebaut. Der Anstieg der Roboterlieferungen in die Automobilindustrie basierte damit auf ausländischen Investitionen. Die General Industry, alle Anwenderbranchen außer Automotive, reduzierten ihre Bestellungen um 4%. Obwohl erwartet wurde, dass Roboterlieferungen nach Mexiko 2007 steigen, gingen sie zurück. Möglicherweise wurden angekündigte Investitionen auf 2008 verschoben. Ein starker Anstieg der Nachfrage nach Industrierobotern konnte in Argentinien und Brasilien registriert werden. Die Installationen in diesen Ländern verdoppelten sich fast. Die Verkäufe von Industrierobotern in Europa stiegen um 15% auf 34.900 Einheiten. Das ist die höchste Anzahl von Industrierobotern, die je in einem Jahr registriert wurden. Das war das Ergebnis einer massiven Nachfrage von Branchen außerhalb der Automobilindustrie, aber auch der Autohersteller selbst. Deutschland als Motor für das Wachstum in Europa Deutschland – der größte Markt für Industrieroboter in Europa – war der Motor für das Wachstum in Europa. Die Lieferungen von Industrierobotern schnellten um 30% auf 14.900 Einheiten in die Höhe und erreichten die höchste Anzahl von Industrierobotern, die je für ein Jahr im Land registriert wurden. Das war das Resultat eines signifikanten Anstiegs der Nachfrage aus fast allen Industrien, besonders von den Autoherstellern, der Metall- und metallverarbeitenden Industrien, der Glasindustrie, der Elektro-/Elektronikindustrie und der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Italien, der zweitgrößte Markt in Europa, stieg um 14% auf 5.800 Einheiten. Eine starke Nachfrage der Automobilindustrie sowie ein bemerkenswerter Anstieg der Lieferungen in fast alle anderen Industrien waren die Gründe für das gute Wachstum. Die Lieferungen von Industrierobotern nach Frankreich gingen um 11% auf 2.700 Einheiten zurück. Wie auch 2006 sanken die Verkäufe in die Automobilindustrie stark. Die chemische Industrie bestellte ebenfalls weniger Roboter als im Jahr 2006. Eine beginnende Erholung der Roboterlieferungen in die Maschinenbauindustrie, ein starker Anstieg der Nachfrage aus der Metallindustrie sowie eine starke Zunahme der Roboterlieferungen in die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie konnten den Rückgang insgesamt etwas ausgleichen. Die Lieferungen nach Spanien und Großbritannien gingen zurück. Die Verkäufe in die mittel- und osteuropäischen Länder stiegen um 61%. Besonders in Tschechien, Polen und Russland konnte ein hoher Anstieg von Roboterlieferungen festgestellt werden. Roboterdichte als Gradmesser für Automation Die Anzahl von Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie oder alternativ die Anzahl von Mehrzweckindustrierobotern pro 10.000 Produktionsarbeitern in der Verarbeitenden Industrie zeigen den Grad der Automatisierung in einem Land. Mit 310 Industrierobotern im Einsatz pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie ist Japan das Land mit der höchsten Roboterdichte der Welt. Deutschland folgt mit einer Roboterdichte von 234 Industrierobotern im Einsatz pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie. Danach kommt Südkorea mit einer Roboterdichte von 185. Italien und die USA haben jeweils 116 und Schweden 115 operierende Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie. Alle anderen betrachteten Länder haben eine Roboterdichte von unter 100. In der Automobilindustrie, dem wichtigsten Kunden von Industrierobotern, ist die Roboterdichte wesentlich höher als in allen anderen Industrien. Japan und Italien liegen an der Spitze mit 2.100 bzw. 1.772 Robotern pro 10.000 Produktionsarbeiter in der Automobilindustrie. Danach folgen Deutschland mit einer Roboterdichte von 1.439, die USA mit 997, Frankreich mit 929, Großbritannien mit 794, Spanien mit 763 und Schweden mit 600. Technische Trends: Die Zukunft von Industrierobotern Es gibt einen weltweiten Trend zur Automatisierung in der General Industry, in den Anwenderbranchen außerhalb der Automobilindustrie: Die Roboterhersteller bieten vermehrt kundenspezifische Lösungen für diese Branchen an. Die Metallindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Glasindustrie, die Pharmaindustrie, die Medizintechnik und die Photovoltaikindustrie haben ihren Robotereinsatz weiter verstärkt. Der Hauptkunde – die Automobilindustrie – ist im Wandel. Signifikante Zuwächse der Stückzahlverkäufe von Autos können nur noch in den Wachstumsmärkten Indien, Südostasien, Russland und anderen osteuropäischen Ländern erreicht werden. In den gesättigten Märkten Westeuropa, Nord Amerika, Japan und Südkorea ist ein Umsatzwachstum durch verbesserte Technologie möglich. Automobilzulieferer müssen restrukturieren, um die Anforderungen der Autohersteller zu erfüllen. In beiden Industrien wird sich Anzahl der Firmen konsolidieren. Die automatisierte Handhabung und Bereitstellung von Teilen gewinnt in allen produzierenden Bereichen an Bedeutung. Hersteller, die Werkzeugmaschinen einsetzen, erhöhen die Einsatzdauer in ihren Fabriken durch Automatisierung mit Robotern. Roboter ersetzen den Arbeiter als Bediener der Werkzeugmaschine durch Bereitstellung von Werkzeugen, Material und Teilen vom Lager nahe an der Werkzeugmaschine. Dadurch können Bearbeitungszentren bei Bedarf 24 Stunden an sieben Tagen laufen. Der Einsatz von Industrierobotern wird weiter wachsen Im laufenden Jahr lässt die Investitionsneigung in der Verarbeitenden Industrie nach. Nach Angaben der IFR Quartalsstatistik stieg der Robotermarkt im ersten Halbjahr 2008 weltweit um 8%. Während im ersten Quartal 2008 die Roboterlieferungen noch in allen Regionen anstiegen, verlor das Wachstum im zweiten Quartal an Schwung. Das IFR Statistical Department erwartet für 2008 einen moderaten Anstieg der weltweiten Industrieroboterlieferungen um 4%. Die sich verschlechternde Prognose der Weltwirtschaft wird die Roboterinstallationen in den Jahren 2009 und 2010 beeinflussen. Ein starker Rückgang wird jedoch nicht erwartet, denn Industrieroboter sind Schlüsselkomponenten für automatisierte Produktionsprozesse. Produktivität, Arbeitskräftemangel durch die demografische Entwicklung, hohe Qualitätsstandards, Regelungen für den Umweltschutz, die Reduzierung von gefährlicher und gesundheitsschädigender Arbeit, Energie- und Infrastrukturkosten, unflexible Produktion usw. stellen neue Herausforderungen an die Automationstechnologie und werden die Nachfrage nach Industrierobotern stimulieren. Investitionen in den Wachstumsmärkten Nicht zuletzt werden die Investitionen in den Wachstumsmärkten weiter gehen. Eine starke weltweite Erholung kann spätestens 2011 erwartet werden. Der Weltmarkt für Industrieroboter wird von 114.365 Einheiten im Jahr 2007 um 4% auf 118.900 Einheiten im Jahr 2008 wachsen. Ab 2009 wird er sich mit einem durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 4,1% auf 134.100 Einheiten im Jahr 2011 erhöhen. 2008 wird der Robotermarkt in Europa um weitere 6% auf einen neuen Spitzenwert kommen. In Nordamerika wird er um 1% schrumpfen, während er in Brasilien weiter erheblich wachsen wird. Amerika insgesamt wird auf einem hohen Level stagnieren. Die Nachfrage aus China, Indien, südostasiatischen Staaten, Mittel- und Osteuropa und Südamerika wird weiter überdurchschnittlich steigen. In Japan werden Roboterlieferungen stagnieren, während in Südkorea ein Wachstum von 8% erwartet wird. Lieferungen in die Region Asien/Australien werden sich insgesamt um 6% erhöhen. Weltweit kann zwischen 2009 und 2011 ein durchschnittliches Wachstum von Roboterlieferungen um 4% pro Jahr erwartet werden. In Europa und Amerika ist das durchschnittliche Wachstum jeweils 3% pro Jahr und in Asien/Australien 5% pro Jahr.
World Robotics 2008: 6,5Mio. Roboter weltweit im Einsatz
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