Industrial Ethernet für raue Umgebungsbedingungen: Profinet-konforme M12-Cat.6A-Steckverbinder

Weidmüller hat die Trends, die zur Realisierung der achtadrigen M12-X-Type-Steckverbinder geführt haben, begleitet und maßgeblich mitgeprägt. Für die Profinet-konforme Gigabit-Verkabelung vermissten die Anwender M12-Steckgesichter, denn wegen ihres Bedarfs zum Anschluss von Sensoren favorisieren sie M12. Die Profinet-Nutzerorganisation (PNO) hat im November 2011 die neue Profinet-Verkabelungsrichtlinie, die auch eine achtadrige Verkabelung und das M12-Steckgesicht X-Type vorgestellt. Zur Hannover Messe 2012 präsentierte Weidmüller ein M12-X-Type Programm. Generell steigt das Datenvolumen in industriellen Netzwerken ständig an – etwa durch Anwendungen wie kameragestützte Qualitätskontrollen. Heute gilt es mehrere Hochleistungssteuerungen, verschiedene Highspeed-Kamerasysteme und diverse Automation Islands untereinander zu vernetzen. Die bislang definierten Datenleitungen, die 100MBit/s über vier Adern übertragen, reichen hierzu nicht mehr aus. Hochperformante Netzwerke sind im Automobilbau, der Prozessindustrie, dem allgemeinen Maschinenbau oder dem Energiesektor gefragt. Weidmüller bedient drei Anwendergruppen: jene mit vorrangigen Verkabelungen mit vier Leitungen, jene mit acht Leitungen und Anwender mit Mischbedarf, beispielsweise OEM, die aus einem Schaltschrank heraus eine Netzanbindung mit achtadriger Leitung benötigen. M12-X-Type Steckgesicht Die PNO (Profibus Nutzerorganisation) hat sich bei der achtpoligen M12-Verkabelung für das Steckgesicht \’X-coded\‘ entschieden, da es für den Anschluss von acht Adern eine ähnliche Baugröße und zudem Cat. 6A-Übertragungsleistungen bietet. Die Bezeichnung \’X-coded\‘ entstand aufgrund des Kreuzaufbaus der vier paarigen Kammern. Der seit Ende 2009 existierende weitere technologische Ansatz namens \’H-Coding\‘ ordnet die Kontakte orthogonal an, um das Nahnebensprechen zu reduzieren – in der aktuellen Profinet-Richtlinie ist dieser Ansatz nicht vorgesehen. Für die achtpolige Verkabelung in Profinet-Netzwerken entwickelte Weidmüller M12-X-Type Steckverbinder, umspritzte Leitungen und Leiterplattenbuchsen – zur Datenübertragung bis 10GBit/s. Die M12-X-Type-Steckverbinder für Industrial Ethernet von Weidmüller erfüllen die Cat.6A-Anforderungen. Ihre elektrischen und mechanischen Eigenschaften ermöglichen eine sichere und echtzeitfähige Datenübertragung bis 10GBit/s mit hoher Signalreserve. Die in Schutzart IP67 ausgelegten Steckverbindergehäuse sind verschmutzungs- und feuchtigkeitsresistent und haben einen 360°-Schirmanschluss. Die M12-X-Type-Steckverbinder bieten eine sichere Anschlusstechnik, die sich ohne Spezialwerkzeug im Feld konfektionieren lässt. Die grünen Patchkabel sind mit einer Umspritztechnologie versehen und somit manipulationssicher. Zudem ermöglicht das kompakt konstruierte, robuste Metallgehäuse der Steckverbinder sowie der 360°-Schirmanschluss eine sichere Anwendung unter indust­riellen Umgebungsbedingungen. Kontakte von Steckverbinder und Leiterplattenbuchse sind aus CuZn mit vergoldeten Kontaktoberflächen gefertigt, sie widerstehen mehr als 100 Steckzyklen. Stecker und Buchse sind gemäß IEC61076-2-109 konstruiert und für den Betrieb bei Umgebungstemperaturen von -25 bis +85°C geeignet. End-to-End-Link Bei der konventionellen Channel-Messung wird der erste und letzte Steckverbinder der Übertragungsstrecke nicht bewertet. Um die Übertragungsqualität und -leistung auf der gesamten Strecke der Profinet-Verkabelung im Netzwerk beurteilen zu können, wurde von der PNO deshalb eine Channel \’+\‘-Übertragung, der End-to-End-Link, erarbeitet. Die beteiligten Messgerätehersteller integrieren nun einen Algorithmus in ihre Geräte, der die gesamte Profinet-Verkabelung berücksichtigt, was zu einer nachweislich hochwertigen Verkabelung zweier Profinet-Geräte führen soll.