
Bei jeder Neuinstallation oder Erweiterung einer Anlage mit Explosionsgefahr ist im Projektplan eine mehr oder weniger lange Reihe von gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen zu finden. Sie reicht vom speziell ausgewählten Feldgerät über verschiedene Kommunikationsmodule über passende Gehäuse bis zur abschließenden Zertifizierung des Gesamtsystems. Dabei müssen zahlreiche Regeln beachtet werden, die nicht unter die Rubrik ‚überflüssige Bürokratie‘ fallen, sondern für den wirksamen Schutz von Mensch, Material und Umwelt sorgen sollen. Sie zu erfüllen erfordert beträchtlichen Aufwand und hochqualifizierte Fachkräfte.

Pioniererfahrung im Ex-Schutz
Pepperl+Fuchs hat in den 1950er-Jahren als erster Anbieter Trennbarrieren für gefährdete Bereiche auf den Markt gebracht und ist seitdem im elektrischen Explosionsschutz für die Prozessautomation eine feste Größe. Bis heute ist das Unternehmen bei diesem Gerätetyp weltweit und mit großem Abstand der führende Hersteller. Die ständige Weiterentwicklung und Erweiterung des Unternehmensportfolios im Bereich Ex-Schutz sind die Quellen für das umfassende Knowhow, das die Mannheimer auf diesem Gebiet aufgebaut haben. Ihr Angebot für die Prozessautomation reicht über den gesamten Kommunikationsweg – angefangen bei Remote I/O, über Feldbus und APL-Komponenten, Interfacetechnik, HMI-Systeme, Purge-Komponenten bis zu ex-geschützten Klemmenkästen, Steuerungen und Verteilungen für die Zonen 1/21 und Zonen 2/22 und vielem mehr. Die eigenen Produkte und Lösungen kommen bereits mit den nötigen Zertifikaten auf den Markt, in der Regel für alle relevanten Märkte und Regionen.

Zündschutzarten und Gehäuselösungen für alle Zwecke
Das breite Portfolio enthält Produkte und Lösungen mit verschiedenen Zündschutzarten, die passend zu den jeweiligen Anforderungen gewählt werden können. Das sind unter anderem druckfest gekapselte Gehäuse (Ex d) und Erhöhte Sicherheit (Ex e) für Klemmenkästen, Befehls- und Meldegeräte, Steuerkästen, Steuerungen und Verteilungen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Eine weitere Zündschutzart, die Überdruckkapselung (Ex p), kommt in den Gesamtlösungen der Solution Engineering Centern (SEC) von Pepperl+Fuchs ebenfalls häufig zum Einsatz. Sie bietet beim Explosionsschutz besonders große Flexibilität und hohe Kosteneffizienz: Überdruckgekapselte Gehäuse können praktisch beliebig groß – und klein – maßgeschneidert werden. Darin lassen sich unterschiedliche Geräte und Technologien unterbringen, die dann keine eigene Ex-Zulassung benötigen. Dabei kann es sich zum Beispiel um SPS-Steuerungen, HMI-Monitore, Labeldrucker oder Analysegeräte handeln. Bei Lösungen mit hoher Verlustleistung kann man bei Bedarf ein Kühlsystem am Gehäuse platzieren, dasselbe gilt für eine Heizung im Einsatz bei tiefen Temperaturen. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Digitalisierung und IIoT
Neben der klassischen Steuerungstechnik spielt die Kommunikationsinfrastruktur eine zunehmend wichtige Rolle im Explosionsschutz. Die industriellen Prozesse erleben hier ebenso wie in den nichtgefährdeten Bereichen eine zunehmende Digitalisierung sowie die Integration von HMI-Systemen im Feld. Daraus ergeben sich spezifische Anforderungen, denn die Systeme müssen nicht nur den Vorgaben des Explosionsschutzes genügen, sondern auch möglichst reibungslos in das jeweilige Anlagenkonzept integriert werden. Zu den Gesamtlösungen von Pepperl+Fuchs gehört daher auch ein differenziertes Angebot zur Digitalisierung und Standardisierung der Kommunikationswege. Hier ist in erster Linie Ethernet-APL zu nennen, das eine durchgängige Ethernet-Kommunikation zwischen allen Ebenen möglich macht und auch in der Prozessindustrie immer häufiger zum Einsatz kommt. Hier kann man einen gewissen Hype beobachten: Viele Anlagenbetreiber bestellen Prototypen für Testzwecke, um APL im täglichen Betrieb zu testen. Mit dieser Technologie gelangen Echtzeitdaten aus dem Feld ohne Umwege zu allen beteiligten Instanzen, Diagnoseinformationen lassen sich gezielt nutzen, standardisierte Schnittstellen erleichtern die Systemintegration.



















