
Harting arbeitet seit vielen Jahren mit D-Sub-Miniatur-Steckverbindern und präsentiert nun eine Weiterentwicklung dieser etablierten Schnittstelle. Die Push-Pull-Technik wird auf das D-Sub-Format übertragen und ergänzt damit das bestehende Portfolio der PushPull-Steckverbinder. Hintergrund ist ein Markt, der auf standardisierte, aber zugleich weiterentwickelbare Lösungen setzt.
Potenzial des D-SubSteckverbinders
Der D-Sub-Steckverbinder gehört zu den klassischen, in vielen Industriebereichen verwendeten Schnittstellen. Er ist in zahlreichen Normen verankert und wird weiterhin in neuen Anlagen und Geräten spezifiziert. Entsprechend hoch schätzt Harting das Anwendungspotenzial ein. Als langjähriger Anbieter in diesem Segment will das Unternehmen mit der neuen Ausführung sowohl bestehende Kundenanforderungen adressieren als auch künftige Projekte unterstützen.
Ansatz der Push-PullVerriegelung
Die Idee, die Push-Pull-Verriegelung auch für D-Sub-Schnittstellen verfügbar zu machen, folgt dem Trend zu anwenderfreundlichen und prozesssicheren Stecklösungen. Push-Pull-Systeme sind bereits in anderen Schnittstellen verbreitet, etwa bei der Push-Pull Variante 4 oder bei M12-Rundsteckverbindern. Die Integration in D-Sub ermöglicht ein einheitliches Verriegelungskonzept über verschiedene Schnittstellen hinweg. Zudem sind in den vergangenen Jahren vermehrt Steckverbinder mit Schnellverriegelung anderer Anbieter am Markt erschienen. Anwender äußerten daher den Wunsch nach einer kompatiblen Lösung aus dem Harting-Portfolio. Die nun vorgestellte Ausführung zielt darauf ab, die Handhabung zu vereinfachen, Montagezeiten zu reduzieren und gleichzeitig die Kompatibilität zu anderen Systemen sicherzustellen – ein Aspekt, der gerade im Hinblick auf Second-Source-Fähigkeit an Bedeutung gewinnt.
Technische Besonderheiten
Der Push-Pull-Mechanismus beruht auf einem Federprinzip: Zwei Federn rasten auf speziellen Verriegelungsbolzen ein und verhindern ein unbeabsichtigtes Lösen der Verbindung. Zum Entriegeln wird der bewegliche Teil des Gehäuses zurückgezogen, wodurch sich die Federn öffnen und der Steckverbinder entfernt werden kann. Die Verriegelungsbolzen bilden dabei das zentrale Element des Systems, da sie eine einfache Nachrüstung bestehender D-Sub-Schnittstellen ermöglichen. Zusätzlich zum PushPull-Mechanismus sind weitere Funktionen integriert. So können – je nach Gehäusetyp – Kodierrahmen eingesetzt werden, mit denen sich bis zu 36 verschiedene Steckpositionen mechanisch unterscheiden lassen. Dies reduziert das Risiko von Fehlsteckungen, die zu Störungen oder Beschädigungen führen können. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Auch Konfektionierung und Verpackung wurden neu konzipiert. Die D-Sub PushPull-Gehäuse benötigen keine Deckelschrauben, sondern lassen sich nach der Kabelkonfektionierung einfach miteinander verrasten. Für die Kabelbefestigung stehen eine interne Kabelklemme sowie optional eine externe Kabelklemme zur Verfügung, die größere Kabeldurchmesser und mehr Anschlussspielraum ermöglicht. Darüber hinaus wurde die Verpackung so gestaltet, dass weitgehend auf Kunststoff verzichtet wird und die Bauteile leicht zugänglich sind.

Anwendungsvielfalt und Verfügbarkeit
Der Push-Pull-Mechanismus ist rückwärtskompatibel zu bestehenden D-Sub-Lösungen. Für die Nachrüstung bietet Harting sogenannte Upgrade-Pins an, die anstelle der üblichen Schraubbolzen auf der Geräteseite montiert werden. Damit entsteht die erforderliche Verriegelungsebene für die Push-Pull-Verbindung. Dieser Schritt erfolgt einmalig und erfordert keine Anpassungen am Gerätedesign. Darüber hinaus werden unterschiedliche Varianten der Verriegelungsbolzen bereitgestellt, um verschiedenen Einbausituationen gerecht zu werden – zum Beispiel für Front- oder Rückwandmontage sowie für unterschiedliche Paneelstärken. So lässt sich die Push-Pull-Technik in eine breite Palette von industriellen Anwendungen integrieren.
In der Anwendung
Ein wesentlicher Vorteil von Push-Pull-Steckverbindern ist die einfache und schnelle Handhabung. Das Verriegeln und Lösen erfolgt ohne Werkzeug, was den Montageaufwand reduziert. Dieser Effekt wird insbesondere dann relevant, wenn mehrere D-Sub-Verbindungen in einer Anwendung vorhanden sind oder Steckvorgänge regelmäßig wiederholt werden müssen. In solchen Fällen kann der Zeitbedarf im Vergleich zu herkömmlichen Schraubverbindungen deutlich sinken. Darüber hinaus entfällt das Anziehen definierter Drehmomente, das im industriellen Umfeld zunehmend gefordert wird. Die Push-Pull-Verriegelung bietet stattdessen ein akustisch und mechanisch spürbares Klick-Signal, das dem Anwender die korrekte Verbindung bestätigt. Erste Rückmeldungen aus der Praxis bewerten dies als eine spürbare Vereinfachung im Montageprozess. MK|Ware schafft Transparenz in der Fertigung: Maschinenzustände, Auftragsdaten und Rückmeldungen stehen in Echtzeit bereit. ‣ weiterlesen
Shopfloor-Daten sinnvoll nutzen
D-Sub-Steckverbinder werden traditionell in seriellen Kommunikationsschnittstellen wie Profibus, RS232 oder CAN-Bus eingesetzt. Aufgrund ihrer mechanischen Robustheit und breiten Verfügbarkeit finden sie jedoch auch in vielen anderen Anwendungen Verwendung. Harting bietet hierfür verschiedene Ausführungen an, darunter D-Sub-Mixed-Varianten, bei denen unterschiedliche Kontaktarten kombiniert werden können – etwa für höhere Ströme, höhere Spannungen, Koaxialsignale oder sogar pneumatische Anschlüsse. Die Kombination dieser Varianten mit dem neuen Push-Pull-Gehäuse erweitert den möglichen Einsatzbereich und ermöglicht angepasste Lösungen für unterschiedliche Applikationsanforderungen.
Markteinführung
Zum Start umfasst das Portfolio Kunststoffgehäuse und metallisierte Kunststoffgehäuse in den Größen 1, 2 und 3, entsprechend 9-, 15- und 25-poligen Standard-D-Sub-Ausführungen. Die Gehäuse sind zudem mit Varianten wie D-Sub High Density oder D-Sub Mixed kombinierbar. Ergänzend werden Zubehörteile bereitgestellt, darunter Upgrade-Pins zur Nachrüstung bestehender Geräteanschlüsse und verschiedene PushPull-Schraubbolzen für unterschiedliche Einbausituationen. Für Anwendungen, die eine mechanische Kodierung erfordern, stehen Gehäusevarianten mit Aufnahme für Kodierrahmen zur Verfügung. Damit lassen sich bis zu 36 Schnittstellen eindeutig unterscheiden und Fehlsteckungen vermeiden.
Synergieeffekte
In industriellen Anwendungen kommen unterschiedliche Steckverbinderarten nebeneinander zum Einsatz. Da Harting sowohl im Bereich der Push-Pull-Technik als auch bei D-Sub-Steckverbindern über langjährige Erfahrung verfügt, ergeben sich daraus Schnittpunkte für zukünftige Produkt- und Geräteentwicklungen. Mit der Einführung der Push-Pull-Verriegelung für D-Sub fügt das Unternehmen eine weitere Option in ein etabliertes Schnittstellenformat ein. Die Weiterentwicklung zeigt, wie bestehende Standards an aktuelle Anforderungen angepasst werden können und liefert zugleich Ansatzpunkte für ein einheitliches Verriegelungskonzept über verschiedene Steckverbinderfamilien hinweg.



















