Sollte ein stabiles, zuverlässiges drahtloses Netzwerk aufgebaut werden, konnte man bisher immer Hardware finden, die selbstverständlich rüttelfest, wasserdicht und besonders langlebig war. Zusätzlich wurden die notwendigen Normen erfüllt, die den Einsatz der Geräte im jeweiligen Umfeld erst ermöglichen, beispielsweise die EN50155 für Züge. Auch die eingesetzten Antennen und Kabel sowie das Zubehör sind von besonderer Qualität. Und trotzdem kam es immer wieder vor, dass ein WLAN-Netz nicht so funktionierte, wie man es sich erhoffte. Alles im grünen Bereich – oder doch nicht? Ein Beispiel dafür ist eine Installation am Hamburger Hafen. Dort war die Aufgabe, Funkverbindungen von Ufer zu Ufer sowie zu anlegenden Schiffen aufzubauen. Es herrschten beinahe ideale Bedingungen. Deshalb konnte die Montageorte so gewählt werden, dass die Antennen und Access-Points sich gegenseitig ohne Hindernisse \’sehen\‘ konnten. Zudem war die Strecke von Sender zu Empfänger nicht sonderlich weit. Bei der Planung des Netzwerks wurde korrekt vorgegangen und dabei zunächst geprüft, ob es bereits vorhandene konkurrierende WLAN-Netze gab. Daraufhin wurden die besten freien Kanäle ausgewählt. Die eingesetzten Antennen waren so dimensioniert, dass die Strecke mit hoher Bandbreite laut Berechnungsformeln bestens überbrückt werden konnte. Ähnliche Installationen wurden schon hundertfach zwischen Gebäuden, als DSL-über-die-Luft-Anbindung von Gemeinden oder auf Bergen installiert, und zwar jedes Mal ohne Probleme. Zunächst sah in Hamburg auch alles gut aus. Die Geräte zeigten eine physikalisch einwandfreie Verbindung. Und das empfangene Signal war stark genug, um die erwünschte Bandbreite erreichen zu können. Alles war sozusagen im grünen Bereich. Und doch zeigte sich, dass die eigentliche Datenübertragung nur schlecht und mit vielen Unterbrechungen funktionierte. Denn auf der Strecke gingen sehr viele Datenpakete verloren oder kaputt. Insbesondere wenn ein Schiff kurzfristig angebunden werden sollte, konnte in der verfügbaren Zeit nicht die gewünschte Datenmenge übertragen werden. Die erfahrenen Installateure waren mit ihrem Latein am Ende. Schließlich war alles so geplant, aufgebaut und konfiguriert worden, wie vom Hersteller vorgegeben. Zur Fehlersuche wurde eine komplette, aufwendige Frequenzanalyse durchgeführt, die nicht nur den Frequenzbereich untersuchte, innerhalb dessen sich das WLAN befindet (das sogenannte ISM-Band im 2,4GHz-Bereich), sondern das gesamte Frequenzspektrum, in dem unter anderem auch Radar, Handynetze und Radiostationen senden. Schnell war klar, dass es sich beim Hamburger Hafen doch um ein recht anspruchsvolles Umfeld handelt. WLAN wird im 2,4GHz-Band auf eine maximale Sendeleistung von 100mW und im 5GHz-Band auf eine Leistung von 1.000mW begrenzt. Damit ist es im Vergleich mit den in unmittelbarer Nachbarschaft sendenden Technologien die schwächste. Da WLAN-Antennen nicht nur das WLAN-Signal empfangen, sondern alles, was an elektromagnetischen Wellen vorhanden ist, wird der gesamte Signalwirrwarr zum WLAN-Empfänger weitergeleitet. Dieser ist dann damit beschäftigt, daraus das richtige Signal herauszufiltern. Aus Kostengründen und weil bisherige WLAN-Funkschnittstellen nicht für diese Situationen konzipiert worden sind, ist der im Chipsatz integrierte Frequenzfilter nur sehr schwach. WLAN sendet jedoch nur mit 1W, während andere Funksysteme rechts und links des WLAN-Frequenzbereichs mit bis zu 10 oder gar 30kW senden. Abhilfe wurde geschaffen, indem zwischen Access-Point und Antenne ein zusätzlicher Bandpassfilter montiert wurde, der die störenden Nachbarfrequenzen gar nicht erst in Richtung des Empfängers durchlässt. So konnte der Noise-Level deutliche gesenkt und damit die Paketempfangsrate auf normale Werte gesteigert werden. Reibung erzeugt Entladungen Eine weitere Erfahrung aus der Praxis wurde in einem Tagebau gemacht. Dort waren WLAN-Geräte installiert, um entlang der Förderbänder eine mobile Netzwerkverbindung aufzubauen. Die Installation und die Datenübertragung funktionierten nach Abnahme des Netzwerks einwandfrei. Doch nach einigen Monaten Betriebszeit verloren die Geräte nach und nach an Sendeleistung und schafften es schließlich nicht mehr, die geforderte Datenübertragung zu gewährleisten. Die betreffenden Geräte wurden im Labor untersucht. Ein Blitzeinschlag oder ein ähnlicher Schaden hatte nicht stattgefunden. Die Geräte waren ja auch vorschriftsmäßig installiert, mit einer stark dimensionierten Erdung und einem vorgeschalteten Blitzschutz zwischen Antenne und Gerät. Und doch war eindeutig festzustellen, dass es eine schleichende Zerstörung von Bauteilen auf dem WLAN-Empfänger gegeben hatte, die auf elektrische Entladungen zurückzuführen war. Es stellte sich heraus, dass aufgrund der sich reibenden Luftmassen oberhalb des Tagebaus immer wieder kleine statische Entladungen stattfanden, die von den WLAN-Antennen empfangen und weitergeleitet wurden. Diese passierten den Blitzschutz, da sie unterhalb dessen Auslösespannung lagen. Aus Erfahrung bessere Produkte machen Sowohl im Hamburger Hafen als auch bei der Applikation im Tagebau wurden die Probleme durch Einzellösungen behoben, die ein vorgeschaltetes zusätzliches Bauteil erforderten. Dieses wurde in Form eines Bandpassfilters bzw. eines weiterentwickelten Überspannungsschutzes, der auch bei niedrigen Spannungen und Strömen funktioniert, realisiert. Beide Lösungen erhöhen jedoch die Installationskosten erheblich und brauchen zudem mehr Platz. Gerade in vielen Industrieanwendungen ist Platz aber ein sehr seltenes Gut, beispielsweise beim Einbau von WLAN-Geräten in Zügen. Außerdem müssten bei den Geräten der aktuellen Generation bis zu sechs solcher Überspannungsschutze und/oder Bandpassfilter pro Access-Point eingeplant werden, da es bis zu sechs Antennenanschlüsse gibt. Die Kosten dieser zusätzlichen Komponenten können den Preis eines einzelnen Access-Points schnell übersteigen. Deshalb hat Hirschman erstmals eine WLAN-Schnittstelle entwickelt, die konsequent die Ansprüche solcher Industrieanwendungen erfüllt. Dabei ist es gelungen, die Bauteile Überspannungsschutz und Frequenzbandfilter innerhalb des Access-Points unterzubringen. Die Miniaturisierung geht so weit, dass die Funktionen direkt auf dem WLAN-Funkmodul Platz gefunden haben. Somit bildet jedes Modul eine Funkschnittstelle, von denen bis zu drei in einem Access-Point eingesetzt werden können. Der integrierte Überspannungsschutz hat bei Tests Entladungen von bis zu 25kV standgehalten. Der ebenfalls integrierte Bandpassfilter funktioniert jeweils im 2,4GHz und im 5GHz-Band und befreit das WLAN so von einem störenden Rauschpegel. Fazit Die neue patentierte OpenBAT-Plattform von Hirschman ist die jüngste Generation von WLAN-Geräten, die eine neue Entwicklungsstufe der WLAN-Technologie repräsentieren und mit einer Steigerung der WLAN-Netzwerkgeschwindigkeit um bis zu 50% gegenüber den bisherigen Generation aufwarten. Darüber hinaus ermöglicht diese Plattform dem Kunden, seinen Bedarf aus einem nahezu unbegrenzten Angebot an Schnittstellen, Stromversorgungen, Gehäusetypen und spezifischen Zertifizierungen zu decken. Außerdem bietet OpenBAT zusätzliche Flexibilität durch die Möglichkeit, ein WLAN-Netzwerk entweder mit den OpenBAT-Geräten als Stand-alone-Access-Points zu konfigurieren oder es zentral über einen BAT-Controller zu verwalten. Kurzum: Die neue Plattform gestattet es, WLAN-Lösungen in Bereichen zu realisieren, in denen dies bislang nicht möglich war. Zudem kann der Kunde die passende Produktvariante für die optimale Lösung aussuchen, so dass er nur für die Features bezahlt, die er auch wirklich benötigt. Bei der Entwicklung von OpenBAT wurde vor allem auf ein Maximum an Flexibilität Wert gelegt. Deshalb eignet sich diese Plattform für Anwendungen in einer Reihe von Branchen. Dazu gehören insbesondere die Fabrik- und Prozessautomatisierung, die Energieübertragung und -verteilung, der Bergbau und die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Einen besonders wichtigen Bestandteil dieser Neuentwicklung bildet das patentierte WLAN-Funkmodul. Es ist nicht nur mit integriertem Bandpassfilter und ESD-Schutz ausgestattet, sondern zeichnet sich auch durch eine sehr geringe Leistungsaufnahme und einen extrem großen Temperaturbereich aus. Außerdem ist dieses Modul mit besonders robusten Antennensteckern mit geringer Signaldämpfung bestückt und lässt sich besonders rüttelfest montieren. So können erstmals stabile Funkverbindungen auch in schwierigsten Umgebungen zuverlässig realisiert werden.
Funkkommunikation der nächsten Generation Industrial WLAN geht mit vielen Verbesserungen in die nächste Phase
-
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell für Machine-Vision-Anwendungen ausgelegt ist.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
das könnte sie auch interessieren
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
















