Zum Jahresende wird die Anwendung der neuen Maschinenrichtlinie ISO13849 verbindlich. Nicht zuletzt aufgrund dieser Änderung der Normen fordern die Anwender eine durchgängige Automatisierungslösung mit integrierter Sicherheitstechnik. Deshalb kommt der Übertragung sicherheitsrelevanter Daten eine entscheidende Bedeutung zu. Standard und Safety integriert Der Echtzeit-Ethernet-Bus Varan eignet sich für Automatisierungssysteme, die SIL3 nach IEC61508 bzw. dem Performance Level PL e gemäß ISO13849 entsprechen müssen. Die sicherheitsrelevanten Daten und die Standarddaten werden im selben Bussystem übertragen – ohne Beeinträchtigung der Übertragsgeschwindigkeit bei kurzen Zykluszeiten. So erfordert beispielsweise der sichere Stopp (SS1) eines dynamischen Servoantriebes eine Reaktionszeit im Bereich weniger Millisekunden und damit einen noch schnelleren Austausch der sicherheitsgerichteten Daten. Der Varan-Bus arbeitet in harter Echtzeit mit Buszykluszeiten unter 100µs und einem Jitter unter 100ns. Bis zu 1.024 Safety-Teilnehmer können in ein Varan-Netzwerk eingebunden werden. Für die Kommunikation der Safety-Daten wird das \’Black-Channel\‘-Prinzip genutzt, bei dem der Bus keine sicherheitsrelevanten Aufgaben übernimmt, sondern nur als einkanaliges Übertragungsmedium dient, das nicht in die Sicherheitsbetrachtung einbezogen werden muss. Das Varan-Safety-Telegramm wird in den Standard-Varan-Frame eingebettet: Die Daten und Adressen sind doppelt angelegt und samt Zeitstempel durch eine Checksumme (CRC) gesichert. So wird eindeutig erkannt, wenn Daten bei der Kommunikation verfälscht wurden. Flexible Architektur Die sicheren Ein- und Ausgangsmodule können im Varan-Netzwerk beliebig verteilt angeordnet werden. In einem Netzwerk können mehrere Safety Controller eingesetzt werden. Durch das \’Black-Channel\‘-Prinzip stehen die gesamte Bandbreite der Varan-Komponenten und damit auch unterschiedliche Bustopologien für die Übertragung sicherheitsgerichteter Daten zur Verfügung. Übergreifende Not-Aus-Funktionen und gezieltes Stillsetzen von Anlagenteilen lassen sich somit problemlos realisieren, auch wenn diese an verschiedenen Stellen in der Maschine verbaut sind. Stern-, Baum- und Linienstrukturen können bei Varan beliebig kombiniert werden, da das Kommunikationssystem selbst nach dem \’Black-Channel\‘-Prinzip keine sicherheitsrelevanten Funktionen übernimmt. Die offene Architektur bietet dem Anwender Flexibilität – auch bei späteren Erweiterungen einer Maschine oder Anlage. So lassen sich beispielsweise ganze Bearbeitungszellen mithilfe der Hot-Plug-Fähigkeit von Varan nachträglich und im laufenden Betrieb in die Fertigungslinie einbinden bzw. entfernen. Die Netzwerke synchronisieren sich automatisch. Mittels Multi-Manager-Strukturen erfolgt der Datenaustausch zwischen den Netzwerksegmenten in harter Echtzeit bei einem maximalen Jitter von 100ns. Selbst unterschiedliche Zykluszeiten in den einzelnen Netzwerken sind möglich. Robust und fehlertolerant Insbesondere bei Antriebsverstärkern wirken starke elektromagnetische Störungen im kHz-Bereich auf die Busleitung ein. Bereits in der Grundfunktionalität von Varan sind alle erforderlichen Mechanismen für eine robuste Datenübertragung im rauen industriellen Umfeld enthalten. Varan arbeitet nach dem Manager/Client-Prinzip. Der Varan-Manager initiiert jede Kommunikation, wodurch Kollisionen am Netzwerk ausgeschlossen sind. Jede Anfrage des Varan-Managers an einen Client wird umgehend rückbestätigt. Fehlerhafte Telegramme werden dadurch sofort erkannt. Unbestätigte Telegramme werden noch im selben Buszyklus wiederholt. Am Ende des Bustaktes sind somit alle Prozessdaten garantiert konsistent. Varan verwendet kurze Paketlängen bis max. 128Byte Nutzdatenlänge, wodurch der Mechanismus der Nachrichtenwiederholung im selben Buszyklus möglich wird. Für die rückbestätigte Datenübertragung mit einem Drive benötigt Varan 5,05µs. Diese hohe Datensicherheit ist ein Vorteil gegenüber anderen Echtzeit-Ethernetsystemen, bei denen lange Ethernet-Pakete Verwendung finden. Diese bieten naturgemäß eine große Angriffsfläche für Störungen. Wird bei einem Summenrahmenverfahren die Nachricht zerstört, so gehen die Daten aller Teilnehmer für einen Bustakt verloren, da eine erneute Datenübertragung üblicherweise erst im nachfolgenden Buszyklus möglich ist. Das kann bei kritischen Abläufen Ausschussteile produzieren oder sogar die Maschine zerstören. Ein weiterer Aspekt für die nötige Sicherheit bei der Kommunikation ist die Verbindungstechnik. Auch unter rauen industriellen Bedingungen muss die Robustheit einer Steckverbindung gewährleistet sein. Die Varan-Bus-Nutzerorganisation (VNO) hat für die Schutzklassen IP20 und IP67 eine geeignete Verbindungstechnik spezifiziert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Schock- und Vibrationsfestigkeit einer Steckverbindung gelegt. Über Hybridkabel werden Bussignal und Leistungsversorgung für Busteilnehmer übertragen. Ganze Ventilgruppen können so mit nur einer Steckverbindung an den Varan-Bus angeschlossen werden. Der Verkabelungsaufwand, mögliche Fehlerquellen und nicht zuletzt die Kosten werden auf ein Minimum reduziert. Kosten senken Da für die Kommunikation der verschiedenen Peripheriekomponenten innerhalb einer Maschine mit Varan ein einheitliches System genutzt wird, ist eine aufwändige separate Verdrahtung nicht mehr erforderlich. So entsteht eine durchgängige Gesamtlösung, die die Sicherheitstechnik als integralen Bestandteil mit einschließt. Für den Anwender ergibt sich ein Wettbewerbsvorteil durch eine Vereinfachung des Engineerings der Maschinen und somit Kosteneinsparungen.
Integrierte Sicherheit: Varan spricht Safety
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Maßgeschneiderte Schwingungsüberwachung mit IO-Link
Gemeinsam zur Lösung
Steigende Anforderungen an die Überwachung von Schwingförder- und Siebmaschinen erfordern präzise und flexibel integrierbare Sensorlösungen. In einer Zusammenarbeit zwischen Hauber-Elektronik und der Jöst GmbH entstand auf Basis eines…
-
Kompakter Distanzsensor bis 150m
Mit dem OptoNCDT ILR1041-150-IO erweitert Micro-Epsilon sein Laser-Distanzsensoren-Portfolio um ein kompaktes Modell für Messbereiche bis zu 150m.
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten.…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
das könnte sie auch interessieren
-
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
















