Profibus & Profinet International (PI) haben mit Profisafe vor über 10 Jahren eine Technologie für eine Kosten sparende funktionale Sicherheit entwickelt. Die Anzahl der in den Markt gebrachten Profisafe-Knoten beträgt mehr als 1Mio. und es sind 100.000 Systeme aktiv, etwa 10% davon in der Prozessautomatisierung. Profisafe ist damit führend in der Sicherheitstechnik. Profisafe wurde für Profibus und Profinet definiert. Profisafe hat als erste sicherheitsgerichtete Lösung die Endpunkt-zu-Endpunkt-Sicherung bei der Übertragung von sicherheitsbezogenen Nachrichten realisiert und sowohl Technik als auch den Begriff des \’Black Channel\‘ geprägt. Demzufolge sichert das Profisafe-Protokoll auch Kommunikationskanäle in Rückwandbussen von z.B. Steuerungen oder Remote-I/O bis hin zum einzelnen Ein/Ausgabemodul. Zu Profisafe gehört aber auch eine Menge anderer Mechanismen, um nur die Parametrierung unter Nutzung der typischen Engineering-Mittel von Profibus und Profinet wie GSD zu nennen. Hinzu kommen die Testmittel und die Zertifizierung. PI ist die Organisation, in der sich die renommierten Sicherheitsfirmen eine \’Policy\‘ (Verhaltenskodex) verordnet haben und die sich um die Pflege der Technologie kümmert. Großes Einsatzsspektrum Das Spektrum der einsetzbaren Geräte reicht von sicheren Ein- und Ausgabe-Modulen der Remote I/O über Lichtvorhänge, Laserscanner und Transmitter bis hin zu Antrieben mit integrierter Sicherheitsfunktion und Robotern. Die Profisafe-Technologie ist sehr stabil und seit Jahren unverändert. Alle wichtigen Aspekte wie \’Wireless\‘, IT-Sicherheit (Security), Aufbaurichtlinien, EMV für funktionale Sicherheit, Test und Zertifizierung sind durch Spezifikationen bzw. Richtlinien abgedeckt. Dies erleichtert den Herstellern die Entscheidung für die Profisafe-Kommunikation, wie die ständig steigende Zahl von unterschiedlichsten Sicherheitsgeräten mit Profisafe am Markt bestätigt. Schulung mit Zertifikat Demzufolge liegt einer der Schwerpunkte der Profisafe-Aktivitäten bei PI derzeit in der Schulung und im Aufbau internationaler Kompetenz- und Testzentren. Eine dreitägige Schulung zusammen mit TÜV-Süd vermittelt \’Insiderwissen\‘ am ersten Tag über das Profisafe-Protokoll, seine Sicherungsmechanismen und die Einbindung in das Engineering, am zweiten Tag über die notwendigen Maßnahmen für eine IEC 61508-gerechte Entwicklung eines Sicherheitsgerätes und am dritten Tag Details über den Umgang mit dem Profisafe-Entwicklungskit samt Test und Zertifizierung. Die Schulung findet in deutscher bzw. englischer Sprache statt. Nach bestandener schriftlicher Prüfung gibt es ein gemeinsames Zertifikat von der PI und TÜV-Süd. Die nächsten Schulungen finden Mitte Mai und Mitte Oktober 2011 statt. Neben Kompetenz- und Testzentren in Deutschland sind Kompetenzzentren in Belgien, den USA und in Tschechien aktiv. Weiterhin wurden Aktivitäten gestartet, ein Kompetenz- und Testzentrum in China einzurichten. Der Test von Geräten und Steuerungen mit Profisafe-Kommunikation ist weitgehend automatisiert. Entwickler können das Test-Equipment nach Anmeldung bei einem der Testzentren günstig erwerben und damit entwicklungsbegleitend verwenden. Umfangreicher Zertifizierungsprozess Gerätehersteller schätzen Profisafe wegen der einfachen und universellen Software-Lösung, der komfortablen Entwicklungsunterstützung und den Zertifizierungs-Prozessen. Voraussetzung für den Einsatz von Produkten in Sicherheitsanwendungen ist ein Safety-Zertifikat einer der einschlägig bekannten Prüfstellen wie TÜV bzw. IFA. Voraussetzung für den Erwerb eines solchen Zertifikats ist wiederum die Erteilung eines Zertifikats durch PI. Ein solches Profisafe-Zertifikat wird auf Basis eines positiven Prüfberichts gewährt, der durch ein durch PI akkreditiertes Prüflabor erstellt wurde. Getestet werden in den für Profisafe-Prüfungen zugelassenen Prüflaboren die Konformität der Kommunikationsfunktionen Profibus bzw. Profinet mit den Spezifikationen und die Einhaltung des Profisafe-Profils. Zur Verfügung steht die Zertifizierung für Geräte sowie für F-Hosts. Profisafe war auch die treibende Kraft bei der internationalen Standardisierung der Protokolle für funktional sichere Kommunikation in der IEC 61784-3 und IEC 62685. Dabei wurden die von Profisafe geprägten Prinzipien wie \’Black-Channel\‘, Endpunkt-zu-Endpunkt-Sicherung, 1%-Anteil an der Versagenswahrscheinlichkeit einer Sicherheitsfunktion, usw. übernommen. Im Zuge dieser Arbeiten konnten auch die bekannten Prüfgrundsätze für sichere Kommunikation (GS-ET-26) der Berufsgenossenschaften in diese Norm eingearbeitet und damit internationalisiert werden. Profisafe ist als IEC 61784-3-3 standardisiert. EMV für funktionale Sicherheit Derzeit wird daran gearbeitet, eine Fachgrundnorm für \’EMV für funktionale Sicherheit\‘ zu schaffen, die IEC 61000-6-7. Sie sorgt für einheitliche Testpegel und Testdauern im Bereich \’Maschinensicherheit\‘ bei allen Geräten, für die es keine entsprechenden EMV-Festlegungen in Produktnormen gibt. Funktional sichere Kommunikation verlangt auch einen ausreichenden Schutz vor Datenmanipulationen. Im Bereich der IT-Sicherheit (Security) ist das spezifizierte Konzept der PNO nach wie vor gültig. Die internationalen Standardisierungsaktivitäten konzentrieren sich in der ISA SP99 in Zusammenarbeit mit der IEC und machen allmählich Fortschritte. Die Ergebnisse gliedern sich in die Bereiche Terminologie und Konzepte, Personal und Vorgehensmodelle, generelle Anforderungen (SAL = \’Security Assurance Levels\‘) und spezielle Anforderungen an die Geräte. Eine erste IEC 62443-2-1 ist bereits erschienen. Erwähnt sei hier auch, dass die Arbeiten an den Profinet-Redundanzkonzepten abgeschlossen sind. Profisafe passt hier nahtlos und rückwirkungsfrei, so dass auch kombinierte hoch- bis höchstverfügbare und funktional sichere Lösungen auf Basis Profinet IO in Kürze möglich sein werden. Auch das wichtige Energieeinsparungskonzept \’Profienergy\‘ ist mit Profisafe verträglich. Für Profisafe selbst bleibt nur wenig Neues zu spezifizieren. Lediglich aus der Prozessautomatisierung kam die neue Forderung nach Konfiguration im laufenden Betrieb (\’CiR\‘), die nun zu einer neuen Version 2.5 der Profisafe-Spezifikation führen wird. Im durch Personal überwachten laufenden Betrieb kann für alle Geräte am Bus die normale Überwachungszeit (F_WD_Time) durch die Steuerung einmalig um eine \’F_WD_Time_2\‘ verlängert werden, wie Bild 2 zeigt. Im Zuge dieser neuen Version werden auch einige Klarstellungen und editorische Verbesserungen eingebracht. So werden sich vor allem die Entwickler über den einheitlichen Algorithmus für die GSD-Parametersicherung bei Profibus und Profinet freuen und die dazu gehörigen Beispiele. Universelles Protokoll In jüngster Zeit ist die Idee eines universellen Kommunikationsprotokolls für funktional sichere Übertragung von Nachrichten insbesondere auf Ethernet-Plattformen aufgetaucht. Diese Idee ist ja nicht neu. Als Profisafe 1999 seine erste Spezifikation auf der Hannover Messe vorstellte, kam der Vorschlag eines gemeinsamen Protokolls auf Feldbussen auf. Unter der Leitung des berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitssicherheit in St. Augustin bei Köln trafen sich sämtliche renommierten Hersteller und Sicherheitsorganisationen, um eine Lösung zu finden. Das Ergebnis waren in 2002 die \’Prüfgrundsätze für sichere Bussysteme\‘ GS-ET-26, aber kein gemeinsames Protokoll. Die genauere Betrachtung der gegebenen Kommunikationsgrundlagen, der Engineering-Systeme und der Verantwortungen ließen es einfach nicht sinnvoll erscheinen. Profisafe sieht auch in den jüngst bekannt gewordenen Aktivitäten keinen größeren Nutzen, weil damit das eigentliche Problem der Gerätehersteller nicht gelöst wird. Für jeden Feldbus müsste er ja doch ein eigenes Gerät auf den Markt bringen. Er wird aber nur die unterstützen wollen, für die er den größten Markterfolg sieht und wofür eine starke Organisation die Verantwortung trägt und richtige Unterstützung anbietet. Der Kunde trifft in der Regel eine Systementscheidung für einen bestimmten Feldbus nach mehreren Kriterien, unter anderem nach dem Einsatzort in der Welt, dem Hersteller der Steuerungen und der Engineering-Tools und nach dem verfügbaren Spektrum von Feldgeräten. Bei Sicherheitstechnik also die Verfügbarkeit von Lichtgittern, Laserscannern, Encodern, Remote-I/O, Antrieben, Robotern, Drucktransmittern, Brandmeldern, usw. Profisafe und seine Kunden befinden sich hier in einer komfortablen Lage. Inzwischen gibt es sogar schon fünf namhafte Anbieter von speicherprogrammierbaren Sicherheitssteuerungen mit Profisafe-Unterstützung. Sicherheitstechnik zum Anfassen PI veranschaulicht die Möglichkeiten, die sich mit dem Einsatz von Profisafe ergeben, auf der nächsten Hannovermesse auf eine spielerische Weise mit einem Profisafe-Car. Das Profisafe-Car, das auf dem Gemeinschaftsstand in Halle 9, D05 seine Runden drehen wird, zeigt einmal auf andere Weise, wie einfach sich industrielle Anlagen mit Hilfe moderner aber ausgereifter Technik sicher gestalten lassen. Hannover Messe 2011 / Halle 9, Stand D05
Funktionale Sicherheit mit Profisafe
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI stand im Mittelpunkt des Auftritts von Beckhoff auf der Hannover Messe 2026.
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in kompakten Radantrieben autonomer Logistiksysteme konzipiert.
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu einer Bedienlösung.
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
CleverReader
Kompakter Codeleser für schnelle Anwendungen
Mit dem CleverReader von Pepperl+Fuchs steht ein stationärer 1D-/2D-Codeleser für zuverlässige Identifikationsaufgaben in…
-
TÜV Nord: Zertifizierung für sichere Entwicklungsprozesse
Bachmann Electronic erlangt IEC62443-4-1 – ML 3
Bachmann Electronic hat die Zertifizierung nach IEC62443-4-1 auf Maturity Level 3 erreicht.
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Nur ein Drittel fühlt sich gut auf den CRA vorbereitet
Laut aktueller Umfrage des AMA Verbands ist die Vorbereitung der Unternehmen auf den…
-
78,6% durch Iran-Krieg verunsichert
Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich…
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
R&M entwickelt durchgängige Infrastrukturlösungen für industrielle Datennetze – von der Feldebene bis zur…
-
Hannover Messe mit Besucherrückgang zu 2025
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe…
-
NewGen Multitouch-HMIs
Volle Visualisierungspower
Mit der NewGen-Serie bietet Sigmatek leistungsfähige Web-Panels für anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben.
-
Embedded-Modul
Multiprotokoll-Modul für cybersichere industrielle Kommunikation
Hilscher stellt mit dem comX 90 ein neues Embedded-Modul für industrielle Kommunikationsschnittstellen vor.
-
Habia stellt Führung neu auf
Habia gibt zwei bedeutende Veränderungen in der Unternehmensführung bekannt: Zum 1. April übernimmt…
-
Sieb & Meyer erweitert Fertigungskapazitäten in Lüneburg
Im zweiten Quartal verlagert Sieb & Meyer Teile seiner mechanischen Fertigung in eine…
-
Lapp: zwischen globalen Kundenerwartungen und lokaler Flexibilität
Lapp positioniert sich zwischen zwei Logiken: international einheitliche Standards auf der einen und…
-
Eigene Sensortechnik schützt die Produktion vor ungeplanten Stillständen
Moneo macht Maintenance smart
Wer Sensoren und Automatisierungskomponenten für die Industrie fertigt, muss in der eigenen Produktion…
-
FMEA trifft künstliche Intelligenz
Für präzise, konsistente und nachhaltige Analysen
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) gehört seit Jahrzehnten zum Kern des präventiven Qualitätsmanagements.…
das könnte sie auch interessieren
-
Sensorlose Sicherheitsfunktionen für die Antriebstechnik
Werkzeugmaschinen & Co sicher betreiben – ohne Drehzahlgeber
-
Für kleinere bis mittlere Anlagenbauer
Drahtkonfektionier-Vollautomat
-
Energie- und Auslastungsmonitoring
Strommesseinheit
-
Für den Schaltschrankbau
Robuste Schaltnetzteile
















